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Kapitel 5

Penulis: Janne Vellamour
last update Tanggal publikasi: 2026-03-26 05:03:18

„Die Patrouille wird sofort verdoppelt. Ich will Wachen an den Grenzen und Posten auf den Hochpunkten.“ Cael stand auf, seine Stimme hallte mit Autorität. „Bereitet ein Team von Spurensuchern vor. Wenn es irgendein Anzeichen für eine Invasion gibt, will ich es als Erster wissen.“

Ein anderer Anführer einer der Häuser des Rudels trat näher, die Stimme nun leiser.

„Und was ist mit Aurora?“

Cael blickte ihn schräg an, seine Augen verdunkelten sich leicht.

„Sie ist meine Luna.“

Es gab ein leises Murmeln unter den Ratgebern, aber niemand wagte zu widersprechen. Der Wolf nickte nur.

„Wir werden die Vorbereitungen treffen.“

Zurück im Zimmer wachte Aurora langsam auf. Die Abwesenheit von Cael an ihrer Seite spürte sie, bevor sie die Augen vollständig öffnete. Der Ort war fremd, aber er roch nach ihm, nach Holz, nasser Erde und etwas, das ihre Brust schmerzen und wärmen ließ zugleich.

Sie setzte sich mühsam auf, fühlte ihren Körper noch schwach. Die Erinnerungen kamen allmählich zurück. Die Wärme seiner Berührung. Die Sicherheit. Die Worte, die er gemurmelt hatte. Meine Luna.

Die Tür öffnete sich langsam und enthüllte einen Wolf mit dunklen Haaren und wachsamen Augen. Jared.

„Guten Morgen, Luna“, sagte er mit einem leichten, respektvollen Lächeln. „Cael hat mich gebeten, Wache zu halten. Er musste zum Rat, aber er wird bald zurück sein.“

Aurora blickte ihn überrascht an.

„Du hast mich Luna genannt.“

„Weil du das bist.“ Jared trat näher, hielt aber respektvollen Abstand. „Die Verbindung zwischen dir und Cael ist stark. Wir alle spüren es.“

Aurora errötete, verwirrt.

„Ich… weiß noch nicht, was das bedeutet.“

„Es bedeutet, dass du nie wieder allein sein wirst. Er auch nicht.“ Jared neigte leicht den Kopf. „Und dass das Rudel bei dir ist, auch wenn es Zeit braucht, das vollständig zu akzeptieren.“

Bevor sie antworten konnte, machte sich Cael’s Präsenz im Korridor bemerkbar. Die Tür öffnete sich, und er trat ein, den Blick sofort auf sie gerichtet. Jared zog sich diskret zurück und ließ sie allein.

„Du bist wach“, sagte er, näherte sich mit langen, leisen Schritten.

Sie nickte, ihre Augen trafen die seinen.

„Du bist zurück.“

„Ich habe versprochen, dass ich zurückkomme“, antwortete er, setzte sich neben sie und nahm erneut ihre Hand. „Wie fühlst du dich?“

„Schwach, aber... sicher.“

Cael lächelte sanft.

„Immer, meine Gefährtin.“

Aurora spürte, wie sich Wärme in ihrer Brust ausbreitete. Zum ersten Mal seit Langem glaubte sie diesen Worten. Und als er sie sanft an seine Brust zog und mit seinen Armen umfing, wusste sie, dass ihr Platz dort war. An seiner Seite.

Die Routine des Rudels ging mit ihrer üblichen Strenge weiter, aber innerhalb der Mauern der Residenz des Alphas schien die Zeit stillzustehen. Cael und Aurora tauchten in eine Welt ein, die nur ihnen gehörte, als hätte das Universum draußen keine Eile, wieder anzufangen.

Die ersten Tage waren von Stille und Fürsorge geprägt. Aurora wachte spät auf, immer in weiße Laken gehüllt, die Cael’s Geruch trugen, und er war immer in der Nähe, saß nahe am Kamin, las Berichte des Rudels oder brachte Mahlzeiten mit eigenen Händen, weigerte sich, diese Aufgabe an einen der Bediensteten zu delegieren.

„Du weißt, dass du Dutzende Wölfe dafür hast, oder?“, kommentierte sie einmal mit einem schwachen Lächeln, als sie ihn mit einem hölzernen Tablett in den Händen eintreten sah, beladen mit Früchten, Brot, Honig und Tee.

„Sie wissen nicht, was du magst. Ich schon.“ Er näherte sich und stellte das Tablett auf ihren Schoß. „Und ich will mich um dich kümmern.“

Es war seltsam für Aurora am Anfang. Die Intensität, mit der er sie beobachtete, die Art, wie er jede minimale Ausdrucksnuance las, als wollte er jede Nuance einprägen, um sie nie zu vergessen. Aber allmählich begann sie, diesen Blick zu begehren.

Cael hingegen war ein faszinierendes Rätsel. Der gefürchtete Alpha von Ironfang, bekannt für seine Kälte und Brutalität auf dem Schlachtfeld, verwandelte sich vor ihr. Sanft. Aufmerksam. Beschützend. Er sprach wenig über sich selbst, aber hörte alles, was Aurora sagte, mit einer Geduld, die ihn selbst überraschte.

„Warst du immer so? So ruhig?“, fragte sie eines Abends, während sie beide auf dem Sofa am Kamin lagen. Sie ruhte mit dem Kopf auf seiner Brust, ihre Finger zeichneten unsichtbare Linien auf dem Stoff seines Hemdes.

„Nein.“ Er zögerte einen Moment, bevor er fortfuhr. „Nur seit ich dich kenne. Davor… war ich Chaos. Wut. Ich lebte für Stärke, für Führung, um mein Rudel am Leben und in Ordnung zu halten. Aber du... du hast mir Frieden gebracht.“

Aurora schwieg eine Weile, nahm diese Worte in sich auf. Ihr Herz schlug noch mit Furcht vor der Vergangenheit, aber Cael’s Präsenz war wie ein Balsam, eine ständige Erinnerung, dass sie endlich auf festem Boden war.

Sie verbrachten Stunden im Gespräch. Aurora erzählte Geschichten aus ihrer Kindheit, die sie erinnern konnte, darüber, wie sie lernte zu fliehen und sich zu verstecken, wie sie Wege instinktiv merkte. Sie erzählte von den Malen, als sie dachte aufzugeben. Und Cael... Cael hörte zu mit trüben Augen, kämpfte darum, nicht die Wut ihn verzehren zu lassen, jedes Mal, wenn sie Lucians Namen erwähnte oder von den Fesseln sprach, die sie in diesem Gefängnis hielten, das als Allianz getarnt war.

„Ich wusste nicht, dass die Welt still sein kann“, sagte sie in einem dieser Gespräche, lag neben ihm, die Augen auf die Decke gerichtet. „Ich kannte nur Angst, den Klang des gehaltenen Atems, das Knarren der Ketten...“

Cael beugte sich vor, küsste ihre Schläfe mit Zärtlichkeit, als wollte er sich für das entschuldigen, was das Schicksal ihr angetan hatte.

„Nie wieder, Aurora.“ Er sagte es mit den Lippen an ihrer Haut. „Solange ich atme, fasst dich niemand an.“

Und sie glaubte es. Weil seine Augen nicht logen.

Die Tage wurden zu Nächten, und die Nächte lösten sich in ruhige Morgen auf. Aurora begann, mit mehr Kraft durch das Zimmer zu gehen, dann durch den Korridor und bald durch die inneren Gärten. Cael begleitete sie immer, aber ohne sie zu ersticken. Er blieb nahe, präsent, aufmerksam, aber zwang nie etwas.

Sie lachte mehr. Lachte über die griesgrämige Art, wie er versuchte, Eier zu kochen, oder über seine Ausdrücke, wenn sie darauf bestand, ihn mit kleinen Witzen zu necken. Er nahm alles hin, fast mit Anbetung. Sogar ihre Fehler, Unsicherheiten, Zweifel.

Am Morgen des siebten Tages wachte Aurora zum ersten Mal vor ihm auf.

Sie beobachtete ihn schlafen, die starken Züge durch die Ruhe des Schlafs gemildert. Er war schön. Stark. Und auf fast unmögliche Weise sanft.

Sie streckte die Hand aus und berührte sein Gesicht. Er rührte sich nicht, aber die Haut unter ihren Fingern war warm. Und in diesem Augenblick erkannte sie: Sie war in ihn verliebt.

Nicht durch den Instinkt. Sondern in ihn.

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