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Kapitel 3

last update publish date: 2026-03-26 04:57:03

„Er wird dich nicht anfassen. Niemals wieder“, sagte er, das Versprechen in seiner Stimme so fest wie Stahl. „Ich werde ihn zerstören. Wenn er versucht, hinter dir herzukommen... werde ich ihn selbst töten. Verstanden?“

Aurora antwortete nicht, aber etwas veränderte sich in ihrem Gesicht. Die Spannung ließ ein wenig nach, als ob sie spürte, dass sie für einen Moment eine Art Kontrolle über die Situation haben könnte. Aber der Wahn hielt sie noch immer gefangen.

„Flucht... ich will weg...“, murmelte sie erneut, mit rauer Stimme, die Augen nun frenetisch hinter den Lidern zuckend. „Ich will nicht bleiben... im Gefängnis... ich kann nicht...“

Cael, der ihren Schmerz sah, fühlte sich hilflos, als ob nichts, was er tun könnte, ausreichen würde, um sie zu heilen. Aber er würde sich nicht entfernen. Er würde sie nicht verlassen. Die junge Frau war zu seiner Verantwortung geworden, seiner Luna, und er würde sie nicht im Stich lassen.

Er stand auf und entfernte sich für einen Moment, spürte ein wachsendes Gewicht auf seinen Schultern. Er ging zum Fenster und blickte in den Himmel, wo der volle Mond mit einer Gelassenheit aufging, die im Kontrast zum Chaos in seinem Herzen stand. Der Mond, immer derselbe, still und fern, schien alles zu beobachten, als wollte er ihn an seine Pflicht erinnern.

Er kehrte zum Bett zurück, hockte sich neben sie und beobachtete sie mit einem zärtlichen und zugleich wilden Blick. Er wusste, dass, obwohl Auroras Albträume mächtig waren, er ihr Anker sein könnte. Er könnte das Licht sein, das sie durch die Dunkelheit führte.

„Kleine, ich bin hier. Ich werde immer hier sein.“ Er sprach sanft, aber mit einer Intensität, die sie nicht ignorieren konnte. „Du brauchst nicht mehr zu fliehen. Du bist jetzt sicher, meine Luna. Niemand wird dich mehr einsperren. Ich verspreche es.“

Sie schien sich ein wenig zu entspannen, als ob seine Worte, selbst in ihrem verwirrten Zustand, sie irgendwie erreichten. Ihre Lippen zitterten, als wollte sie sprechen, aber die Worte entglitten ihr.

Cael legte sich neben sie auf das Bett, seine Hand fand die ihre erneut. Er lag auf dem Rücken, die Augen fest geschlossen, während er sich zwang, die Wut und den Schmerz in sich zu kontrollieren. Er wusste, dass es viel zu tun gab. Aber für den Moment war das Einzige, was er tun konnte, an ihrer Seite zu bleiben, ihre Hand zu halten, während sie kämpfte, sich von ihren eigenen Dämonen zu befreien.

Der Alpha Blackthorn, unbesiegbar im Kampf, fühlte sich hilflos angesichts der jungen Frau, die er nun in seinen Armen hielt. Aber er würde sie nicht verlassen. Er würde sie niemals gehen lassen. Sie war sein, und er würde sie mit seinem Leben schützen.

Cael’s Zimmer war nur vom schwachen Licht der Flammen erhellt. Der Geruch von Zeder und Erde war tröstlich, aber nichts im Vergleich zu dem wachsenden Gefühl, das den Alpha beherrschte. Er war da, den Blick auf sie gerichtet, seine imposante Präsenz kontrastierend mit der zarten Sorgfalt, mit der er sie behandelte.

Aurora war in einem tiefen Schlaf, aber ihre Zuckungen hörten nicht auf. Jede Bewegung ließ ihren zerbrechlichen Körper sich winden, und jedes Stöhnen, das ihren Lippen entwich, ließ Cael’s Herz schneller schlagen. Er konnte ihre Qual spüren, die Angst, die noch immer in ihren Adern floss, obwohl sie körperlich in Sicherheit war.

Cael blieb dort, ohne sich zu rühren, seine Augen wachsam auf jeden Seufzer, jeden Atemzug gerichtet. Jedes Mal, wenn sie sich regte, beruhigte er sie, strich mit der Hand durch ihr schweißnasses Haar, schob die Strähnen aus ihrem Gesicht. Jede Bewegung von ihm war ein Versuch, die Albträume zu vertreiben, die sie verzehrten, als ob die bloße Berührung die Stürme in ihr beruhigen könnte.

Sie murmelte erneut, sinnlose Worte, die er nicht vollständig verstehen konnte, aber er wusste es. Er wusste, dass ihre inneren Dämonen noch sehr lebendig waren, und er würde sie nicht allein damit kämpfen lassen.

Mit einer Sanftheit, die niemand je von ihm erwartet hätte, hob Cael seine Hand und wischte mit den Fingerspitzen den Schweiß von ihrer Stirn. Die Geste war einfach, aber erfüllt von etwas, das er kaum verstand, einer Zärtlichkeit, die er noch nie jemandem gezeigt hatte, nicht einmal seinem eigenen Rudel.

Der schützende Instinkt, der in ihm wuchs, war stark. Er konnte sie nicht allein lassen. Nicht jetzt. Niemals wieder. Die Bindung zwischen ihnen wurde mit jedem Augenblick stärker, jedem Seufzer von ihr, jeder Berührung von ihm.

Sie bewegte sich wieder, ihre Finger zitterten, während sie versuchte, sich am Laken festzuhalten. Sie war in einem Albtraum gefangen, kämpfte gegen die Schrecken ihrer Vergangenheit. Ihr Schmerz war greifbar, und das ließ die Bestie in ihm knurren, unzufrieden. Cael’s Wolf spürte ebenfalls die Notwendigkeit, die Gefährtin zu schützen. Es war eine Verbindung so stark, dass er sie kaum kontrollieren konnte.

„Shh... es ist alles gut, meine Luna“, flüsterte Cael, seine Stimme sanft, die im Kontrast zu seinem üblichen imposanten und autoritären Ton stand. Er hielt ihre Hand, drückte sie vorsichtig, als wäre sie aus Glas. „Du bist jetzt sicher. Ich bin hier. Du bist nicht mehr allein.“

Aurora atmete tief ein, als ob seine Worte begannen, in ihren verwirrten Geist einzudringen. Ihre Augen bewegten sich hinter den Lidern, und ein kleiner Seufzer entwich ihren Lippen, als ob sie sich an dieses Gefühl der Sicherheit klammerte, das er ihr bot.

Der Schmerz, den Cael für sie empfand, war fast körperlich. Sein Wolfs-Instinkt wollte jagen, wollte alles zerstören, was Aurora hatte leiden lassen. Aber er wusste, dass Gewalt nicht die Antwort war. Sie brauchte jetzt etwas anderes, sie brauchte ihn, nicht als Alpha, sondern als ihren Gefährten. Sie brauchte seine Präsenz, seinen Trost, seine Liebe. Er wusste noch nicht vollständig, was das bedeutete, aber er war bereit, es zu lernen.

Die Stunden verstrichen langsam, im Zimmer begann Aurora sich zu entspannen, ihre Zuckungen nahmen ab, die Atmung wurde regelmäßiger. Cael wich nicht von ihr, nicht eine Sekunde. Bei jeder Bewegung von ihr war er da, stellte sicher, dass nichts sie verletzte. Er wusste, dass ihre Verbindung stärker war als alles, was er je erlebt hatte.

Mit einem tiefen Seufzer beugte er sich näher, seine Finger streichelten sanft Auroras Gesicht. Er beobachtete ihr friedliches Gesicht, nun ohne die Konturen des Schmerzes, die zuvor ihre Züge gezeichnet hatten. Aber er wusste, dass es noch viel zu heilen gab, viel mehr als nur ihren Körper.

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