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Kapitel 2: Der eiskalte Vertrag

Penulis: Azilla
last update Tanggal publikasi: 2026-06-05 16:05:45

Die Fahrt im Fond von Ravens luxuriöser, schwarzer Limousine war von einem ohrenbetäubenden Schweigen erfüllt. Raven saß auf der gegenüberliegenden Seite und starrte stur aus dem Fenster in die verregnete Nacht. Er sah mich nicht einmal an. Seine Aura war so erdrückend, dass die Luft im Wagen fast zu dick zum Atmen wirkte.

Ich presste meine Hände auf meinen Knien zusammen. Vor zehn Minuten hatte ich eine SMS vom Krankenhaus erhalten. Zahlungseingang bestätigt. Die Behandlung Ihres Vaters wird fortgesetzt.

Ein Stein war mir vom Herzen gefallen, aber der Preis dafür saß mir nun leibhaftig gegenüber.

Als der Wagen in der Tiefgarage eines der exklusivsten Wolkenkratzer der Stadt hielt, öffnete der Fahrer die Tür. Raven stieg wortlos aus, und ich beeilte mich, ihm zu folgen. Der private Fahrstuhl raste in Sekundenschnelle in das Penthouse im 60. Stock.

Als die Türen sich öffneten, stockte mir der Atem. Das Penthouse war riesig, minimalistisch und atemberaubend teuer eingerichtet. Marmorböden, riesige Glasfronten mit Blick über die glitzernde Skyline der Stadt – aber es gab keine Pflanzen, keine Kissen, keine Spur von menschlicher Wärme. Es war genau wie er: perfekt und steril.

„Setz dich“, brach Ravens tiefe Stimme endlich das Schweigen. Er war an eine gläserne Bar gegangen und goss sich zwei Finger breit dunklen Whisky ein.

Ich setzte mich vorsichtig auf die Kante des massiven, schwarzen Ledersofas.

Raven drehte sich um, ein elegantes Dokument in der Hand, und trat an mich heran. Er warf die Papiere achtlos auf den Glastisch vor mir. Ein goldener Füller landete mit einem leisen Klacken darauf.

„Der Vertrag“, sagte er knapp. „Ein Jahr Ehe. Du wirst bei offiziellen Anlässen an meiner Seite glänzen und die perfekte Ehefrau mimen. Vor den Medien, vor meinen Geschäftspartnern, vor der Welt. Sobald die Kameras aus sind, existierst du für mich nicht.“

Ich schluckte trocken und blickte auf die Paragraphen. „Und... die Bedingungen hier im Haus?“

Ein kaltes, fast spöttisches Lächeln feuerte über seine Lippen. „Getrennte Zimmer. Du wirst meinen privaten Bereich im oberen Stockwerk niemals ohne Erlaubnis betreten. Du stellst keine Fragen über mein Leben, meine Arbeit oder meine Familie. Und das Wichtigste, Ava...“ Er beugte sich vor und stützte die Hände auf den Tisch, sodass sein Gesicht nur Zentimeter von meinem entfernt war. „Du wirst niemals versuchen, mir zu nahe zu kommen.“

„Glaub mir, Mr. Carter, das ist das Letzte, was ich will“, erwiderte ich, und mein alter Stolz blitzte für eine Sekunde auf.

Seine grauen Augen verengten sich gefährlich. Er hielt meinem Blick stand, bis ich der Erste war, der wegsah. „Unterschreib.“

Mit zitternden Fingern griff ich nach dem Füller und setzte meine Unterschrift unter das Dokument. Es fühlte sich an wie ein Todesurteil, unterzeichnet mit goldener Tinte.

„Dein Zimmer ist das letzte am Ende des Flurs“, sagte Raven, nahm den Vertrag an sich und drehte mir den Rücken zu, ohne ein weiteres Wort zu verlieren. Das Gespräch war beendet.

Erschöpft und mit schweren Schritten lief ich den langen, schwach beleuchteten Flur hinunter. Meine Tasche mit den wenigen Habseligkeiten, die mir geblieben waren, stand bereits vor der Tür. Ich drückte die Klinke nach unten und betrat den Raum.

Das Zimmer war wunderschön, ausgestattet mit einem riesigen Kingsize-Bett und edlen Seidenlaken. Doch als ich das Licht einschaltete, fror mir das Blut in den Adern.

Mitten auf dem makellos weißen Kopfkissen lag ein Gegenstand.

Ich trat näher, mein Herz hämmerte schmerzhaft gegen meine Rippen. Es war ein Foto. Ein altes, leicht verblichenes Foto, das meine Familie vor fünf Jahren bei einem glücklichen Sommerfest zeigte. Mein Vater, meine Mutter und ich.

Doch das Foto war grausam zugerichtet worden.

Mit einem dicken, blutroten Marker war das Gesicht meines Vaters mit einem fetten, aggressiven Kreuz durchgestrichen worden. Das Papier war an den Rändern zerfetzt, als hätte jemand es vor Wut zerknüllt und dann mühsam wieder glattgestrichen.

Ein erstickter Schrei entwich meiner Kehle. Ich wich einen Schritt zurück und presste die Hand auf den Mund.

Woher hatte er dieses Foto? Und warum lag es hier?

In diesem Moment verstand ich es. Raven Carter hatte mich nicht auf dieser Auktion ersteigert, weil er eine Vorzeige-Ehefrau brauchte. Er hatte mich nicht aus einer Laune heraus gerettet. Das hier war kein Zufall. Es war eine perfekt inszenierte, eiskalte Falle.

Er hasste meine Familie. Und ich war jetzt ganz allein in seinem Revier.

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