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003

Penulis: Cord3lia
last update Tanggal publikasi: 2026-07-28 17:17:06

Serena Vale

Das Video war längst zu Ende, doch die schrecklichen intimen Geräusche von ihm und der Frau hallten immer wieder in meinem Kopf nach.

Als wir ins Wohnzimmer zurückkehrten, herrschte Schweigen. Meine Freundinnen sahen mich an, als wäre ich eine tickende Zeitbombe, doch ich versuchte lediglich, das alles irgendwie zu begreifen. Ich konnte nicht einmal weinen. Ich fühlte so viele Dinge gleichzeitig, dass ich verzweifelt versuchte, meine Gefühle unter Kontrolle zu bringen.

Logisch betrachtet war es unmöglich, dass Douglas mich betrogen hatte. Er nannte mich immer die schönste Frau der Welt. Er sagte, ich sei die beste Partnerin, die er je gehabt habe. Er hatte sogar oft gesagt, er wünschte, wir hätten uns schon früher kennengelernt.

Aber das Video war glasklar. Es war aus einem Winkel aufgenommen worden, bei dem ich mir sicher war, dass er nicht einmal wusste, dass er gefilmt wurde. Ich war versucht, der Person zu schreiben, die mir das Video geschickt hatte, doch ich wollte mir nicht noch mehr das Herz brechen lassen. Ich musste Douglas zur Rede stellen. Und zwar so schnell wie möglich.

Gerade als ich mein Handy in die Hand nahm, um ihn anzurufen, öffnete sich die Tür, und ausgerechnet der Mann, um den es ging, trat herein.

Sein gewohnt lässiges Lächeln lag auf seinen Lippen, als er das Chaos im Haus sah. „Du hast dich also in letzter Minute doch noch entschieden, die Blumen auszutauschen, was?“

Einen Moment lang starrte ich ihn einfach nur an und fragte mich, wie mein wundervoller Verlobter mir so etwas Grausames antun konnte.

Sein Blick wanderte von mir zu Noelle und dann zu Tessa. Seine Stirn legte sich in Falten, als wir alle schwiegen. „Ist irgendetwas mit den Vorbereitungen nicht in Ordnung?“

Ich sah Noelle und Tessa an. Beide nickten mir zu, bevor sie schweigend ihre Sachen zusammenpackten und hinausgingen. Douglas blickte ihnen nach, bis sie durch die Tür verschwunden waren. „Schatz, ist alles in Ordnung?“ Er kam schnell auf mich zu und wollte meine Arme berühren.

Ich wich zurück. „Hast du mich betrogen, Douglas?“ Ich hatte keine Zeit, um lange um den heißen Brei herumzureden. Morgen war meine Hochzeit. Ich musste wissen, ob sie stattfinden würde oder nicht.

Sein Gesicht spiegelte zunächst ehrliche Überraschung wider. Dann lachte er, als hätte er diese Reaktion tausendmal eingeübt. „Wovon redest du, Baby? Warum sollte ich dich betrügen?“ Er wirkte so aufrichtig, dass ich für einen Moment begann, an der Echtheit des Videos zu zweifeln. „Du bist buchstäblich die Liebe meines Lebens.“

Ich schloss kurz die Augen. Das hier fiel mir unglaublich schwer, weil Douglas mir nie einen Grund gegeben hatte, an ihm zu zweifeln. Aber ich musste Klarheit haben. Ich hob mein Handy auf, spielte das Video ab und hielt es ihm hin. „Ist das nicht du, Douglas?“

Sein Kiefer spannte sich an. „Wer hat dir das geschickt?“

„Bist du das oder nicht?!“, schrie ich.

Sein Gesicht war deutlich zu erkennen, und seine Stimme war unverwechselbar. Er konnte es nicht leugnen. „Ja, das bin ich, aber—“

„Aber was?“, unterbrach ich ihn. „Das ist ganz offensichtlich erst vor Kurzem aufgenommen worden. Deine Tätowierung ist genau da. Sogar deine Frisur ist dieselbe, die du dir Anfang dieses Jahres schneiden lässt. Was zum Teufel, Douglas?“

„Hör zu, Rena.“ Er versuchte erneut, mich anzufassen. Ich ließ es nicht zu. Wer wusste schon, wie viele Frauen er mit diesen widerlichen Händen bereits berührt hatte? „Die Hochzeit ist morgen. Lass uns das jetzt bitte nicht machen, okay?“

Ich blinzelte. „Wie bitte?“

Er trat einen Schritt näher. „Du hast monatelang alles geplant. Die Leute sind extra aus verschiedenen Städten zu unserer Hochzeit angereist. Wenn das jetzt herauskommt, stehen wir beide wie Idioten da. Wir regeln das unter vier Augen. Aber fürs Erste ziehen wir die Hochzeit einfach durch.“

Vor lauter Dreistigkeit klappte mir der Mund auf. In diesem Moment zerbrach etwas in mir. Wenn ich ihn nicht auf frischer Tat ertappt hätte, hätte er mich dann für immer belogen? Bedeutete ich ihm überhaupt etwas? Hatte er vor, mich auch nach unserer Hochzeit weiter zu betrügen?

„Einfach durchziehen?“, fragte ich ungläubig. „Du hast mich betrogen, Douglas!“

„Es war ein Fehler, Serena! Es hat nichts bedeutet.“

Ich starrte ihn an und erkannte den Mann vor mir nicht wieder. Er wollte, dass ich seinen Betrug einfach so abtat, als wäre nichts gewesen. Er zeigte nicht einmal Reue. Ihm ging es nur darum, sein Gesicht zu wahren. Wie um alles in der Welt hatte ich die Warnzeichen übersehen können?

„Serena, bitte. Du liebst mich. Wir können das wieder in Ordnung bringen. Morgen sprechen wir unser Eheversprechen. Wir tun einfach so, als wäre das nie passiert. Niemand sonst muss davon erfahren.“

So tun, als wäre es nie passiert.

Ich holte tief Luft, während mir endlich die Tränen über die Wangen liefen. „Verschwinde, Douglas.“

„Serena—“

„Ich habe gesagt, verschwinde!“

Die Stille danach war ohrenbetäubend. Als ihm klar wurde, dass er in diesem Moment nichts mehr ausrichten konnte, seufzte er nur und drehte sich um. Er verließ das Haus auf demselben Weg, auf dem er gekommen war.

Sobald er weg war, brach ich auf dem Boden zusammen und fing hemmungslos an zu weinen. Tessa und Noelle stürmten herein. Sie waren also doch nicht gegangen.

Tessa kniete sich neben mich, ihre Stimme war sanft. „Du hast das Richtige getan.“

Noelle legte mir eine Hand auf die Schulter. „Du wirst keinen Mann heiraten, der fremdgeht und dafür auch noch Beifall erwartet.“

Ich versuchte zu nicken, doch die Tränen wollten einfach nicht aufhören. Sie konnten es nicht verstehen. Nicht wirklich. Ich hatte geglaubt, die Liebe meines Lebens gefunden zu haben. Ich hatte mir unser gemeinsames Leben ausgemalt, unsere Zukunft. Ich dachte, wir würden für immer zusammenbleiben. Doch es stellte sich heraus, dass ich den Mann, den ich heiraten wollte, überhaupt nicht kannte.

Alles, woran ich geglaubt hatte, zerbrach direkt vor meinen Augen. Wie um alles in der Welt sollte ich darüber hinwegkommen?

Als Lila schließlich ankam, war sie überrascht, uns alle auf dem Boden sitzen zu sehen. Noelle erklärte ihr, was passiert war, und sie wollte sofort losziehen und Douglas suchen, wenn Noelle sie nicht zurückgehalten hätte.

„Dieser Mistkerl“, zischte sie. „Wenn er alles ficken wollte, was zwei Beine hat, hätte er einfach Single bleiben sollen.“

Ihre Worte ließen mich nur noch heftiger weinen. Er hätte mein Douglas sein sollen und nicht der Mann jeder anderen Frau. Als wäre ich nicht ohnehin schon am Boden zerstört, kam eine weitere Nachricht.

Mit verschwommenem Blick sah ich auf mein Handy.

Es war die unbekannte Nummer.

[Falls er versucht, dir einzureden, dass das alles nichts bedeutet, solltest du wissen, dass das schon seit zwei Jahren so läuft. Letzte Nacht war er noch bei mir.]

Ohne nachzudenken schleuderte ich mein Handy gegen die Wand.

Meine Brust zog sich so schmerzhaft zusammen, dass ich glaubte, keine Luft mehr zu bekommen. „Sagt alles ab. Sagt einfach alles ab.“ Ich erkannte meine eigene Stimme kaum wieder.

Morgen hätte der glücklichste Tag meines Lebens werden sollen.

Jetzt wollte ich nur noch, dass er nie existiert hätte.

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