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Das Blut auf dem Rücksitz.

Author: Carla Downs
last update publish date: 2026-06-12 21:40:23

Kapitel 7

Im Raum herrschte völlige Stille. Evelyn spürte, wie sich die Worte wie Eis in ihrer Brust festsetzten. Da war Blut darin. Lucas sah fassungslos aus. „Was?“

Damians Gesichtsausdruck blieb grimmig, als er das Telefon wieder in die Jackentasche steckte. „Ihr Auto wurde verlassen in der Innenstadt in der Nähe des Flusses gefunden.“

Die Angst erfasste Evelyn so heftig, dass sie sich an der Kante der Küchentheke festhalten musste, um sich zu stabilisieren. „Nein“, flüsterte sie. „Nein, Sophia würde nicht –“

Ihre Stimme brach, bevor sie zu Ende sprechen konnte. Trotz allem – dem Verrat, den Lügen, der Verlobung – war Sophia seit Jahren immer noch ihre beste Freundin. Sie hatten gemeinsame Wohnungen, Geburtstage, Herzschmerz, Träume, die um drei Uhr morgens geflüstert wurden. Das hätte nicht passieren dürfen. Lucas fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare und ging im Penthouse auf und ab, als könnte er der Panik selbst entkommen.

„Nein“, antwortete Damian. „Nur das Auto.“

„Das könnte alles bedeuten.“

Aber niemand glaubte das wirklich. Die Spannung im Penthouse verstärkte sich, bis es ihr das Atmen schwer fiel. Evelyn blickte Lucas langsam an. „Wer würde Sophia verletzen wollen?“

Lucas hörte sofort auf, auf und ab zu gehen. Und für eine kurze Sekunde –

Er sah aus, als hätte er Angst zu antworten. Damian bemerkte es auch. „Was sagst du nicht?“ fragte er kalt. Lucas biss die Zähne fest zusammen. „Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt.“

„Zum Teufel ist das nicht der Fall.“

Evelyn starrte frustriert zwischen ihnen hin und her. „Kann jemand fünf Minuten lang aufhören, Rätsel zu lösen?“

Dann sah Lucas sie an und das Schuldgefühl in seinen Augen erschütterte sie fast. „Es gibt Investoren, die an meiner Firmenfusion beteiligt sind und die keine offenen Fragen dulden“, gab er leise zu. Ein Schauer lief Evelyn über den Rücken. „Was bedeutet das?“

„Das bedeutet, dass Sophia möglicherweise Dokumente gesehen hat, die sie nicht sehen sollte.“

Damian verschränkte die Arme. „Und jetzt räumen sie das Chaos auf.“

Lucas warf ihm einen wütenden Blick zu. „Sei dabei nicht unschuldig.“

„Ich bin nicht derjenige, dessen Vater die Betrugskette begonnen hat.“

Die Atmosphäre explodierte sofort. Lucas trat aggressiv vor. „Vorsicht.“

Damian bewegte sich keinen Zentimeter. „Oder was?“

Der Hass zwischen ihnen fühlte sich Jahre alt an. Persönlich. Evelyn wurde plötzlich klar, dass diese Rivalität schon lange vor ihr bestanden hatte. „Hör auf damit!“ „Sophia könnte tatsächlich verletzt sein und ihr zwei steht hier und streitet wie Kinder.“

Lucas wurde beim Klang ihrer Stimme sofort sanfter. „Ev-“

“Don’t.”

Schmerz flackerte über sein Gesicht. Und Gott helfe ihr, ein Teil von Evelyn hasste es immer noch, das zu sehen. Das war jahrelang das Schlimmste daran, jemanden zu lieben. Gefühle verschwanden nicht, nur weil der Verrat kam. Lucas atmete langsam ein. „Ich wollte nie, dass du in irgendetwas davon verwickelt wirst.“

„Du hast das Recht verloren, das für mich zu entscheiden.“

Stille. Der Regen hämmerte stärker gegen die Fenster mit Blick auf Manhattan, Blitze zuckten über die dunkle Skyline. Damian schaute auf die Uhr. „Wir gehen.“

Lucas runzelte scharf die Stirn. „Wohin gehen?“

“To the scene.”

„Findest du das klug?“

„Nein“, antwortete Damian ruhig. „Ich denke, es ist notwendig.“

Bevor Lucas erneut widersprechen konnte, schnappte sich Evelyn zuerst ihren Mantel. „Ich komme auch.“

Beide Männer antworteten sofort: „Nein.“

Evelyn starrte sie böse an. „Ich habe nicht um Erlaubnis gefragt.“

Besonders Damian wirkte unbeeindruckt. „Das macht die Sache nur komplizierter.“

„Und du kontrollierst.“

Trotz der Anspannung lächelte Lucas fast. Damian bemerkte es. Dadurch wurde sein Gesichtsausdruck kälter. Interessant. Die Erkenntnis überraschte Evelyn. Die Feindseligkeit zwischen ihnen war nicht nur geschäftlicher Natur. Dahinter steckte etwas Tieferes. Etwas Persönliches. Aber bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, summte Damians Telefon erneut. Er warf einen Blick auf die Nachricht. Dann sah er Lucas direkt an. „Du hast mir nicht gesagt, dass dein Vater heute Nacht in der Stadt gelandet ist.“

Lucas blieb stehen. Evelyn bemerkte es sofort. „Dein Vater ist hier?“

Zum ersten Mal, seit er das Penthouse betreten hatte, vermied Lucas ihren Blick. „Er sollte erst morgen ankommen.“

Ein kaltes Gefühl breitete sich schwer in Evelyns Magen aus. Richard Bennett. Der Mann, der mit der Zerstörung ihrer Familie in Verbindung stand. Der Mann, den ihr Vater genug gefürchtet hatte, um jahrelang zu schweigen. Und jetzt war er in New York, während Sophia vermisst wurde. Perfekt. Damian schnappte sich seine Autoschlüssel. „Das wurde nur zu einem größeren Problem.“

Lucas trat vor. „Ich komme mit.“

"NEIN."

"Was?"

Damians Stimme wurde gefährlich schärfer. „Wenn dein Vater involviert ist, halte dich von den Ermittlungen fern.“

Lucas lachte bitter. „Glaubst du, ich vertraue dir allein mit ihr?“

Die Worte hingen schwer im Raum. Evelyn blinzelte.Damians Gesichtsausdruck verdunkelte sich fast unmerklich. „Man hat keine Meinung mehr darüber, mit wem sie zusammen ist“, sagte er leise. Die darauf folgende Anspannung war unerträglich. Lucas sah aus, als wollte er ihn schlagen hat sie jahrelang angelogen. Und irgendwie war die Person, die ihr in letzter Zeit das größte Gefühl gab, der Mann, den sie ihr halbes Leben lang gehasst hatte. Diese Erkenntnis erschreckte sie am meisten.—

Eine Stunde später hielt Damians SUV neben blinkenden Polizeilichtern in der Nähe des Hudson River. Der Regen hatte sich schließlich zu Nebel abgeschwächt, aber die Kälte blieb brutal. Sophias weißer Mercedes stand verlassen in der Nähe des Dockbereichs, umgeben von Ermittlern. Evelyns Brust zog sich schmerzhaft zusammen bei diesem Anblick instinktiv. Beschützend. Und seltsam intim. Evelyn ignorierte, wie ihr Puls darauf reagierte. „Du bleibst in meiner Nähe“, sagte er leise. Sie verdrehte automatisch die Augen. „Das hast du heute Abend dreimal gesagt.“

„Und trotzdem gehst du davon.“

Bevor sie antworten konnte, fuhr plötzlich ein weiteres schwarzes Auto in den Bereich hinter ihnen. Lucas stieg aus. Natürlich ignorierte er Damian. Die Spannung verschärfte sich sofort wieder. Aber bevor jemand etwas sagen konnte –

Eine tiefe Stimme schnitt durch die neblige Nacht. „Ich habe mich gefragt, wann du auftauchen würdest.“

Evelyn erstarrte. Ein älterer Mann trat neben der Polizeibarrikade hervor und trug einen dunklen Wollmantel und Lederhandschuhe. Graue Strähnen strichen durch sein Haar, aber Kraft strahlte immer noch mühelos von ihm aus. Richard Bennett. Lucas‘ Vater. Ihr Puls stolperte schmerzhaft. Lucas versteifte sich neben ihr. „Dad.“

Richards Blick wanderte ruhig durch die Gruppe, bevor er direkt auf Evelyn landete. Erkennen flackerte in seinen Augen auf. Dann etwas Kälteres. „Nun“, sagte er sanft, „dieses Wiedersehen war irgendwann unvermeidlich.“

Evelyn fühlte sich körperlich krank. Jahrelange Wut durchströmte sie auf einmal. „Du hast meine Familie zerstört.“

Die Worte entschlüpften ihr, bevor sie sie aufhalten konnte. Stille breitete sich augenblicklich auf dem Dock aus. Richard Bennett musterte sie aufmerksam. Dann lächelte er schwach of this.”

Die Warnung in seiner Stimme ließ Evelyn das Blut in den Adern gefrieren. Aber Damian antwortete ruhig: „Sie war nie wirklich raus.“

Hinter ihnen zuckte ein Blitz über den Fluss. Und genau in diesem Moment –

Einer der Ermittler rief aus Sophias Auto: „Sir, das müssen Sie sehen.“

Alle drehten sich scharf um. Der Ermittler kam langsam heraus und hielt einen blutbefleckten Umschlag in der Hand. Auf der Vorderseite stand Evelyn Carters Name.

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