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Michael / Alpha Moon

Author: Uche write
last update publish date: 2026-09-19 11:42:15

Ria stand langsam auf und beachtete das kleine Mädchen nicht mehr. Ihr Verstand spielte alles noch einmal durch, was zuvor geschehen war, ihr Zimmer, ihr Bett und ihr achtzehnter Geburtstag. Das musste ein Traum sein.

Ein schrecklicher, lächerlicher Traum.

Sie presste ihre zitternden Finger gegen die Stirn und ließ sich langsam wieder auf die Baumwurzel sinken, auf der sie aufgewacht war.

„Okay, Ria", flüsterte sie sich selbst zu und zwang sich zu einem zittrigen Lächeln. „Schlaf wieder ein und wach in deinem Bett auf. Der Albtraum ist vorbei."

Sie schloss die Augen fest, und plötzlich packte jemand grob ihren Arm. Ria schnappte nach Luft, ihre Augen flogen auf, und sie bemerkte, dass sie immer noch am selben Ort war, in derselben fremden Welt.

„Bist du taub geworden, Charlotte?", fuhr sie eine gereizte Frauenstimme an. „Dein Mann hat dir befohlen, die Zimmer zu putzen, und du sitzt immer noch hier und tust nichts?"

Ria wandte sich der Frau zu, die ihren Arm festhielt.

Sie war groß und auffallend, mit goldenem Haar, das ihr den Rücken hinabfloss, und scharfen blauen Augen voller Verachtung. Ria stand langsam auf.

„Ich … ich gehöre nicht hierher", sagte sie schwach, Panik lag dick in ihrer Stimme. „Ich weiß nicht einmal, wo ich bin. Verheiratet? Ich bin nicht verheiratet."

Die Frau brach in schallendes Gelächter aus.

„Natürlich gehörst du nicht hierher", spottete sie. „Du bist eine wertlose Luna."

Sie ließ Rias Hand theatralisch los und drehte sich um, bevor sie eine besitzergreifende Hand auf ihren Bauch legte.

„Aber im Gegensatz zu dir", fuhr sie selbstgefällig fort, „trage ich den Erben dieses Rudels. Das heißt, ich brauche Essen, Komfort und ein sauberes Zimmer. Also hör auf, hier herumzustehen, und mach meine Gemächer sauber, bevor Alpha Moon vom Königlichen Rudel eintrifft. Du weißt, wie wichtig dieses Bündnis ist."

Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte sie sich um und ging davon.

Ria blieb mehrere Sekunden lang wie erstarrt stehen.

„Rudel?", flüsterte sie ungläubig.

Völlig verwirrt folgte sie der Frau langsam.

Die riesigen Steinflure erstreckten sich endlos vor ihr, gesäumt von silbernen Fackeln und dunklen Bannern mit seltsamen Wolfssymbolen. Stimmen hallten aus einem offenen Raum vor ihr. Ria zögerte, bevor sie hineintrat.

„Oh, sieh mal an, wer sich endlich dazu entschlossen hat aufzutauchen", sagte eine Frau träge.

Ria blickte auf und erstarrte augenblicklich.

„Serene?!"

Ihre Stimme hallte durch den Raum.

Die Frau sah genauso aus wie Serene … nur älter, fülliger und gekleidet wie eine Königin.

Ria stolperte vor Schock rückwärts, bevor sie auf sie zustürzte.

„Wie kommst du hierher?", hauchte sie. „Und warum siehst du aus …"

Sie hielt sich sofort für einen Moment zurück und fuhr fort:

„Wie bist du so fett geworden?"

Klatsch!

Der Schlag landete hart auf ihrer Wange. Ria schrie auf, verlor das Gleichgewicht und krachte auf den Boden.

Schmerz explodierte durch ihr Gesicht.

Immer noch benommen blickte sie langsam auf.

Alpha Klein stand neben der Frau, Wut brannte in seinen Augen.

Er näherte sich Ria mit erschreckender Ruhe.

„Charlotte", sagte er kalt, „du darfst dich selbst so sehr missachten, wie du willst, aber beleidige niemals meine Lunas."

Lunas?

Rias Magen verkrampfte sich.

„Sie trägt meinen Erben", fuhr Klein scharf fort. „Etwas, das du trotz unzähliger Chancen nicht geschafft hast."

Ria starrte ihn entsetzt an.

„Nein …", flüsterte sie zittrig. „Nein, das kann nicht echt sein, ich war gestern noch in London. Gestern war mein Geburtstag und ich bin nach Hause gegangen, ich erinnere mich, dass ich nach Hause gegangen bin." Ihr Atem wurde unregelmäßig.

„Ich bin nicht verheiratet, und selbst wenn ich es wäre, würde ich niemals jemanden wie dich heiraten."

Kleins Miene verfinsterte sich augenblicklich. Bevor sie reagieren konnte, packte er eine Handvoll ihrer Haare und riss sie gewaltsam nach oben.

Ria schrie. Schmerz schoss durch ihre Kopfhaut, und Tränen füllten ihre Augen.

„Hör auf."

Der Befehl kam von hinter ihnen. Sofort ließ Klein sie los.

Ria sackte zurück auf den Boden und umklammerte schmerzerfüllt ihren Kopf.

Klein richtete sich schnell auf und zwang sich zu einem Lächeln.

„Alpha Moon", sagte er respektvoll. „Ich habe Euch nicht so früh erwartet."

Ria blickte schwach auf, als ein Mann den Raum betrat. Groß, dunkelhaarig, markanter Kiefer.

Kalte graue Augen. Michael!!

Ihr Atem stockte augenblicklich.

Er ging näher und streckte ihr eine Hand entgegen. Ria starrte ihn ungläubig an.

„Michael …", flüsterte sie.

Er half ihr sanft auf die Füße.

„Du hast mir gestern ein Geschenk gemacht", sagte sie hektisch. „Auf meiner Geburtstagsfeier. Du erinnerst dich an mich, oder?"

Für einen kurzen Moment hielt Michael ihren Blick fest.

Ria suchte verzweifelt sein Gesicht ab und flehte stumm um ein Erkennen. Doch sein Ausdruck blieb undurchschaubar.

Ohne zu antworten, ließ er langsam ihre Hand los und trat zurück.

Alpha Klein deutete schnell auf einen Stuhl.

„Bitte setzt Euch, Alpha Moon", sagte er nervös, bevor er Ria gereizt anblickte. „Verzeiht die Peinlichkeit, die meine Dienerin Charlotte verursacht hat. Sie macht ständig Ärger."

Dienerin? Rias Brust zog sich schmerzhaft zusammen.

Klein sprach weiter und versuchte krampfhaft, Michaels Aufmerksamkeit von ihr abzulenken, doch Michael blieb still. Er beobachtete sie immer noch.

Etwas flackerte kurz über sein Gesicht, bevor er abrupt wegsah.

Ria bemerkte es, und irgendwie tat das noch mehr weh. Ohne ein weiteres Wort drehte sie sich um und verließ den Raum.

Ihr Kopf drehte sich heftig, als sie einen der offenen Balkone mit Blick auf das riesige Festungsgelände erreichte.

Doch auf halbem Weg versperrte ihr jemand den Weg.

Serene.

Die Frau trat sofort schützend zurück und hielt ihren Bauch.

„Versuchst du jetzt, mein Baby zu verletzen?", fuhr sie sie an.

Ria starrte sie schweigend an.

„Du musst etwas verstehen", fuhr Kira selbstgefällig fort. „Nichts wird Alpha Klein je dazu bringen, dich zu wählen. Du bist unfruchtbar, Charlotte. Völlig leer."

Ihre Lippen kräuselten sich grausam.

„Du solltest lieber gehen, statt dich an falsche Hoffnung zu klammern."

Mehrere Sekunden lang sagte Ria nichts.

Dann lächelte sie langsam, und Kira runzelte leicht die Stirn.

Die Sanftheit in Rias Ausdruck verschwand völlig, als sie näher trat.

„Weißt du", sagte Ria leise, „du warst schon immer so. Sogar in dem anderen Leben, in dem ich dich kannte."

Kira versteifte sich augenblicklich.

„Du wolltest immer, was mir gehörte."

Ria stieß ein bitteres Lachen aus.

„Also ehrlich? Ich bin nicht überrascht, dich hier als Alpha Kleins kostbare Luna zu finden. Natürlich würden sie jemanden wie dich wählen, um die Rolle der ehemännerstehlenden Opportunistin zu spielen."

Kiras Augen weiteten sich. Sie wirkte wirklich erschüttert.

Ria beugte sich näher.

„Aber du kannst ihn haben." Ihre Stimme wurde kalt.

„Ich kenne ihn nicht. Ich erinnere mich nicht an ihn. Und ich will es auch gar nicht."

Sie trat langsam zurück.

„Also herzlichen Glückwunsch, Serene … oder besser gesagt Kira. Welchen Namen du hier auch immer benutzt."

Ria drehte sich um und ging davon. Kira blieb wie erstarrt stehen. Ihr Herz hämmerte heftig gegen ihre Brust, als sie Ria ungläubig nachstarrte.

„Was … was war das?", flüsterte sie zittrig. „Warum hat sie sich plötzlich verändert?"

„Luna Serene."

Eine tiefe Stimme sprach plötzlich hinter ihr. Kira zuckte heftig zusammen und drehte sich sofort um.

Alpha Moon stand dort und beobachtete sie aufmerksam, ein ruhiges Lächeln lag auf seinem Gesicht.

„Mein Name ist Kira", korrigierte sie schnell und senkte den Blick. „Ich kenne niemanden namens Serene."

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