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Ohrfeigen

Author: Uche write
last update publish date: 2026-09-19 11:43:35

Michael stand einen Moment lang schweigend da und musterte ihr Gesicht, als versuchte er, etwas zu entdecken, das unter ihrem Ausdruck verborgen lag.

Kira hielt den Kopf gesenkt und rieb sanft in langsamen Kreisen über ihren Bauch.

„Ich dachte, dein Name wäre Serene", sagte Michael schließlich ruhig. „So hat sie dich genannt."

Bevor Kira antworten konnte, unterbrach eine andere Stimme.

„Alpha Moon."

Alpha Klein näherte sich ihnen mit einem Lächeln, das seine Augen nicht ganz erreichte.

„Ich sehe, Ihr habt meine Frau bereits kennengelernt", sagte er geschmeidig.

Michael trat leicht zur Seite, sein Ausdruck war undurchschaubar.

Kira senkte den Kopf sofort noch tiefer und schlüpfte an ihnen vorbei, ohne Blickkontakt aufzunehmen.

Michael sah ihr einen kurzen Moment nach, bevor er sich wieder Klein zuwandte.

„Ich sollte jetzt zurückkehren", sagte er beiläufig. „Im Königlichen Rudel warten Besprechungen auf mich."

Er zwang sich zu einem höflichen Lächeln.

„Wir setzen unser Gespräch ein andermal fort."

Ohne auf eine Antwort zu warten, drehte Michael sich um und ging davon.

Klein blieb stehen und starrte ihm nach.

Dann verfinsterte sich langsam seine Miene.

Er wandte sich abrupt dem Flur zu, in dem Serene verschwunden war.

„Kira!"

Seine Stimme donnerte durch den Korridor.

Kira eilte fast augenblicklich wieder heraus und atmete nervös.

Kleins Augen brannten gefährlich.

„Was hast du zu Alpha Moon gesagt?", verlangte er kalt zu wissen.

Kira zitterte sichtlich.

„Ich … ich habe nichts gesagt", stammelte sie schnell. „Charlotte hat vorhin versucht, mit ihm zu sprechen, aber in dem Moment, als sie mich bemerkte, hörte sie auf."

Kleins Kiefer spannte sich heftig an. Seine Fäuste ballten sich.

„Charlotte!", brüllte er.

Seine Stimme hallte durch den Flur.

„Charlotte!"

Auf dem Balkon zuckte Ria bei dem Namen zusammen.

Für einen Moment fragte sie sich, ob es irgendwo in der Festung noch eine andere Charlotte gab.

Doch als der Name erneut ertönte, diesmal lauter, eilte sie widerwillig zurück ins Innere.

In dem Moment, als Klein sie sah, packte er sie grob und zwang sie auf die Knie. Schmerz schoss durch ihren Körper.

„Du erbärmlicher Abschaum", knurrte Klein. „Weißt du, wie dringend ich das Bündnis mit dem Königlichen Rudel gebraucht habe?"

Rias Atem beschleunigte sich.

„Was hast du Alpha Moon gesagt, dass er gegangen ist?"

„Ich habe nichts gesagt", antwortete sie sofort und schüttelte verzweifelt den Kopf. „Er hat mich nicht einmal etwas gefragt, ich schwöre …"

Klatsch!

Der Schlag ließ sie zur Seite taumeln.

„Du erbärmliche Lügnerin!"

Klein packte sie erneut an den Haaren.

„Du weißt, wie dringend ich das Königliche Rudel brauche. Du weißt, wie dringend ich Alpha Moons Schwäche brauche."

Seine Stimme senkte sich gefährlich.

„Und jetzt hast du alles ruiniert."

Ria schrie auf, als er sie durch den Korridor schleifte. Die Diener senkten sofort die Augen, als sie vorbeikamen, und niemand griff ein.

Als sie einen dunklen, leeren Raum am äußersten Ende des Hofes erreichten, stieß Klein sie gewaltsam hinein.

„Du bleibst drei Tage hier", spuckte er. „Kein Essen. Kein Wasser."

Die schwere Eisentür schlug mit einem ohrenbetäubenden Echo hinter ihr zu, und dann wurde es überall still.

Ria sackte auf den Boden und umklammerte ihr aufgeschürftes Knie, während ihr Tränen über die Wangen liefen.

Ihr Körper zitterte heftig.

„Mama …", flüsterte sie gebrochen.

Dann leiser: „Mobo …"

Sie wischte sich mit dem zerrissenen Saum ihres Kleides das Blut vom Knie.

„Ich weiß nicht mehr, was los ist", flüsterte sie zittrig. „War mein altes Leben echt? War London echt? Mira? Meine Mutter?"

Ihre Brust zog sich schmerzhaft zusammen.

„Oder war das hier schon immer mein Leben?"

Sie vergrub das Gesicht in den Händen und weinte leise.

Nach einer Weile zwang sie sich langsam aufzustehen.

„Nein", flüsterte sie fest. „Ich brauche Antworten."

Ihre Augen wurden etwas härter.

„Ich muss mit Alpha Moon sprechen."

Sie sah sich im Raum um, bis sie ein dickes Stück Holz entdeckte, das in der Ecke lag.

Schnell griff sie danach und ging zur verschlossenen Tür.

Doch in dem Moment, als ihre Finger den Eisengriff berührten, erstarrte sie, und ihre Augen weiteten sich. Das Holz glitt ihr aus den Händen und fiel laut klappernd auf den Boden. Ria taumelte entsetzt rückwärts, bevor sie auf das Bett sank. Ihr Atem wurde unregelmäßig. Sie starrte weiter auf die Tür, als würde sie versuchen, sich an etwas zu erinnern …

\*\*\*\*

Währenddessen, zurück im Königlichen Rudel, stürmte Michael durch die Palastflure, ohne jemanden zu beachten, der ihn grüßte. Die Diener tauschten verwirrte Blicke, als er in seinen Gemächern verschwand und die Tür hinter sich zuschlug. Schwer atmend fiel er neben seinem Bett auf die Knie und zog eine versteckte Holzkiste darunter hervor. Seine Hände zitterten leicht, als er sie öffnete, dann erschien ein langsames Lächeln auf seinem Gesicht.

Er sank aufs Bett und betrachtete den Inhalt der Kiste, stille Belustigung glomm in seinen Augen.

Die Tür öffnete sich plötzlich.

Sleek stürmte unmittelbar nach ihm herein. In dem Moment, als er bemerkte, dass Michael lächelte, huschte Erleichterung über sein Gesicht.

„Lia …"

Er hielt sich sofort zurück.

„Entschuldigung … Alpha Moon."

Michaels Augen hoben sich langsam zu ihm.

Der gefährliche Blick darin ließ Sleek sofort erstarren.

„Wie oft, Sleek, wie oft habe ich dich gewarnt, diesen Namen nicht zu benutzen?", fragte Michael kalt.

Sleek senkte schnell den Kopf.

„Wenn du weiter solche Fehler machst, habe ich keine andere Wahl, als dich selbst in den Kerker zu werfen."

Michael lehnte sich langsam gegen das Bett zurück.

„Du kannst nicht alles wegen Nachlässigkeit ruinieren."

„Ja, Alpha Moon", sagte Sleek leise und wandte sich zum Gehen, doch Michael sprach erneut.

„Das Schattenrudel braucht unser Bündnis."

Sleek hielt inne, ein schwaches Lächeln erschien auf seinem Gesicht.

„Dein Plan kommt also endlich voran."

Michaels Lippen kräuselten sich leicht.

„Ich glaube, ich habe die perfekte Gelegenheit gefunden."

Er starrte nachdenklich an die Decke.

„Bald steht eine Jagd bevor."

Ein berechnender Ausdruck trat in seine Augen.

„Und ich brauche eine Partnerin."

Sleek blinzelte verwirrt, während Michael ruhig fortfuhr.

„Finde mir eine Frau, die bereit ist, eine Zeit lang so zu tun, als wäre sie mit mir zusammen. Biete ihr eine große Summe, falls nötig."

Sleek nickte sofort.

Dann verfinsterte sich Michaels Miene leicht.

„Noch eine Sache." Sleek hielt inne.

„Geh vor dem Morgen zum Schattenrudel."

Seine Stimme wurde leiser: „Ich habe dort eine Aufgabe für dich."

Eine gefährliche Stille folgte.

„Und hinterlasse keine Spuren."

Sleek verneigte sich sofort, bevor er aus dem Raum verschwand.

\*\*\*\*\*

Zurück im Schattenrudel erwachte Ria mitten in der Nacht plötzlich, und ihre Augen weiteten sich augenblicklich. Die Tür zu ihrem Raum stand offen.

Sie setzte sich sofort aufrecht hin, Panik stieg in ihrer Brust auf.

Schnell eilte sie hinüber und drückte die Tür wieder zu, bevor sie den Riegel fest vorschob.

Ihr Herz raste heftig. Gerade als sie sich wieder zum Bett umdrehte, klopfte es plötzlich an der Tür, und Ria erstarrte.

Ein weiteres leises Klopfen kam von draußen.

Ihre Kehle schnürte sich zu.

„W-Wer ist da?", flüsterte sie zittrig.

Zunächst antwortete ihr Stille, und dann folgte eine winzige Stimme:

„Ria … ich bin's, Mira."

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