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ÜBERFALLEN!

Penulis: Sam Nixon
last update Tanggal publikasi: 2026-08-31 22:04:30

Als ich auf den Parkplatz meiner Wohnung fuhr, war bereits deutlich zu erkennen, dass die Sonne langsam unterging. Ich stellte den Motor ab und blieb noch einen langen Moment im Wagen sitzen. Meine Finger ruhten auf dem Lenkrad, während ich tief und langsam durchatmete.

Dann atmete ich aus und stieg aus dem Wagen.

In dem Moment, in dem ich die Tür zu meiner Wohnung öffnete, wusste ich, dass etwas nicht stimmte.

Die Luft fühlte sich dicht und schwer an.

Meine Vermutung bestätigte sich, sobald ich eintrat.

Lyra stand mitten in unserem Wohnzimmer. Ihre Arme waren vor der Brust verschränkt und ihr Gesicht vor Wut verzerrt.

Neben ihr standen drei vertraute Gesichter.

Ich brauchte einen Moment, doch dann wurde mir klar, warum sie hier waren.

Das hier war eine Intervention.

Ich hätte beinahe darüber gelacht, wie absurd das Ganze war.

„Na endlich“, sagte Lyra scharf. „Das verlorene Kind ist wieder da. Wo zum Teufel warst du überhaupt?“

Ich schloss die Tür hinter mir, ohne mich aus der Ruhe bringen zu lassen. Mein Blick glitt kurz durch das Wohnzimmer, bevor ich ihn wieder auf sie richtete.

„Was soll das, Lyra?“, fragte ich mit gerunzelter Stirn.

„Du weißt ganz genau, was das hier ist, Nyssa“, fauchte Lyra und deutete mit derselben harten Miene auf das Sofa. „Setz dich. Wir müssen mit dir reden.“

Ich rührte mich nicht.

Eine der anderen – ein Mädchen namens Mira, von der ich einst geglaubt hatte, sie sei meine zweitbeste Freundin – beugte sich nach vorne.

„Nyssa, wir machen uns einfach Sorgen um dich“, sagte sie. Ihr Ton war deutlich sanfter als Lyras. „Was du heute getan hast … es ergibt einfach keinen Sinn.“

Eine andere meiner sogenannten Freundinnen mischte sich ein.

„Du hast Alpha Adrian zurückgewiesen, um Himmels willen. Verstehst du überhaupt, welchen Skandal du damit bereits verursacht hast?“

Ich sah sie an.

Diesmal sah ich sie wirklich an.

In meinem früheren Leben waren ihre Meinungen praktisch alles gewesen. Es waren die Freundinnen gewesen, die ich ständig hatte beeindrucken wollen – Frauen, deren hinterhältiges Geflüster mir mehr Schmerz zugefügt hatte als jeder andere.

Und jetzt?

Sie alle wirkten klein und bedeutungslos.

„Ich werde mich nicht setzen“, sagte ich so ruhig wie möglich. „Und ich werde mir auch nicht anhören, was auch immer ihr mir zu sagen habt.“

Lyras Kiefer verspannte sich.

„Das ist kein Witz, Nyssa“, zischte sie. „Wir können doch nicht einfach zusehen, wie du die größte Chance deines Lebens wegwirfst.“

Einen Moment herrschte Stille, bevor Mira weitersprach.

„Du weißt, wie viele Wölfe alles dafür geben würden, an deiner Stelle zu sein.“

Ich legte den Kopf schief und zuckte mit den Schultern.

„Dann dürfen sie meinen Platz gerne haben.“

Stille erfüllte den Raum.

Lyra konnte ihre Wut und ihre Gefühle nicht länger zurückhalten. Mit einem gereizten Ausdruck auf dem Gesicht trat sie einen Schritt auf mich zu.

„Hör auf, auszuweichen, Nys“, zischte sie. „Wir wissen beide, dass du hier etwas unglaublich Dummes tust. Alles, was wir wissen wollen, ist: Warum?“

Ich ließ ihre Worte einen Moment lang in der Luft hängen, bevor ich lächelte.

„Ihr wollt es verstehen?“, fragte ich.

Alle nickten.

Ich machte einen Schritt nach vorne.

Dann noch einen.

Bis ich nur noch wenige Schritte von Lyra entfernt stand.

„Ihr alle seht das als eine Chance“, begann ich ruhig. „Aber ich sehe darin nichts weiter als ein Gefängnis mit schicken Eisenstäben. Wenn für euch ein gutes Leben und eine großartige Chance bedeutet, vor jemandem niederzuknien, ihm zu gehorchen und euch für ihn aufzuopfern, dann könnt ihr diese Chance gerne alle haben.“

Mira wirkte erschüttert.

Die anderen starrten mich sprachlos an.

Sie waren verwirrt.

Und ein wenig verängstigt.

Lyra war die Einzige, die meinem Blick direkt standhielt.

„Du übertreibst einfach“, sagte sie, doch ihre Stimme hatte inzwischen einen deutlichen Riss. „Alpha Adrian hat dich zu seiner Gefährtin erwählt. Das bedeutet etwas.“

Ich erwiderte ihren Blick und schüttelte den Kopf.

„Nein. Das bedeutet es nicht.“

Bevor sie antworten konnte, richtete ich mich auf und strich eine unsichtbare Falte aus meinem Ärmel.

„Wenn das alles ist, worüber ihr reden wollt, dann sind wir fertig.“

Lyra trat mit erhobener Hand vor.

„Nein“, sagte sie stirnrunzelnd. „Wir sind noch nicht fertig—“

„Doch“, unterbrach ich sie, bevor sie den Satz beenden konnte. „Das sind wir.“

Mit diesen Worten ging ich an ihnen vorbei.

Kein Zögern in meinen Schritten.

Kein Blick zurück.

„Nyssa!“, rief Lyra hinter mir her.

Ich ignorierte sie.

Ich erreichte meine Tür, trat hinein und schloss sie hinter mir.

Der Lärm verstummte.

Ein paar Sekunden vergingen, bevor mehrere laute Klopfer gegen meine Tür ertönten.

„Nyssa!“ Lyras Stimme drang durch die Tür. „Mach die Tür auf. Wir sind noch nicht fertig mit unserem Gespräch!“

Ein weiterer Schlag gegen die Tür.

„Mach das nicht. Wir wollen dir doch nur helfen!“

Ich ging zu meinem Schreibtisch, zog den Stuhl hervor, setzte mich und holte meinen Laptop heraus.

„Hört auf zu klopfen“, sagte ich mit einer solchen Schärfe in der Stimme, dass es sofort still wurde.

Gut.

Der Bildschirm meines Laptops leuchtete auf und tauchte mein Zimmer in einen warmen Schein.

Und plötzlich verblasste alles andere.

Die nächsten Stunden verbrachte ich einfach mit Arbeit.

Ich begann, all die Daten zusammenzutragen, die ich im Handelszentrum gesammelt hatte – von den Lieferanten über die Kosten bis hin zu den erwarteten Gewinnen.

Als ich fertig war, war mein Plan nicht länger nur eine grobe Idee in meinem Kopf.

Er war jetzt ein Bauplan.

Ein vollständiger Weg, der mir hoffentlich Millionen von Dollar einbringen würde.

Das war der Weg in eine Zukunft.

Meine Zukunft.

Ich schloss mit einem Lächeln auf den Lippen meinen Laptop und lehnte mich zurück.

Genau in diesem Moment vibrierte mein Handy auf dem Tisch.

Ich nahm es in die Hand.

Obwohl die Nummer unbekannt war, nahm ich den Anruf mit einem leichten Lächeln entgegen.

„…Hallo?“

Eine tiefe, vertraute Stimme erklang am anderen Ende der Leitung.

„Nyssa.“

Damien.

Etwas an der Art, wie mein Name sanft über seine Lippen glitt, ließ einen Schauer über meinen Rücken laufen.

„Ich dachte schon, ich würde keinen Anruf bekommen“, sagte ich amüsiert.

„Ich treffe keine Entscheidungen, die ich später wieder zurücknehmen will“, antwortete er. „Und außerdem würde kein Mann eine so wunderschöne Frau wie dich jemals enttäuschen wollen.“

Ich kicherte.

„Das war ziemlich charmant.“

Eine kurze Pause.

Dann antwortete er:

„Ich versuche nicht, charmant zu sein.“

Ich lachte noch mehr, doch bevor ich antworten konnte, sprach er bereits weiter.

„Ich habe einen Tisch reserviert. Die Adresse habe ich dir bereits per Nachricht geschickt. Es ist das größte Restaurant der Stadt, also weißt du sicher, wo es ist. Selbst wenn du es versuchen würdest, könntest du es nicht verfehlen.“

„Oh, das ist ein schönes Restaurant“, erwiderte ich lächelnd.

Ich konnte hören, wie seine Stimme bei meinen Worten heller wurde.

„Gut“, antwortete er. „Soll ich einen Fahrer zu dir schicken?“

„Nein“, erwiderte ich und schüttelte den Kopf. „Ich kann selbst fahren.“

„Eine unabhängige Wölfin“, murmelte er beinahe zu sich selbst. „Das gefällt mir.“

Ich antwortete nicht.

„Acht Uhr“, fuhr er fort, ohne meine Pause überhaupt zu bemerken. „Sei nicht zu spät.“

Die Verbindung wurde beendet.

Ich starrte einen Moment auf mein Handy, bevor ich es zur Seite legte.

Mich fertig zu machen dauerte nicht lange.

Ich ging mit derselben Effizienz vor, die ich auch bei meinen alltäglichen Aufgaben an den Tag legte.

Ich duschte, schminkte mich und machte meine Haare in Rekordzeit.

Als ich fertig war, suchte ich mein Kleid für den Abend heraus.

Es war ein rotes Kleid, das sich eng an meine Kurven schmiegte.

Es war nicht nur wunderschön.

Es war eine bewusste Ansage.

Als ich aus meinem Zimmer trat, wurde es im gesamten Haus still.

Lyra und die anderen standen auf.

Sie starrten mich an, offensichtlicher Schock war auf ihren Gesichtern zu sehen.

Ich würdigte sie keines Blickes.

Ich ging einfach an ihnen vorbei und trat hinaus in die Nacht.

Ich hatte gerade nach dem Türgriff meines Autos gegriffen, als mich eine Stimme hinter mir erstarren ließ.

„Ist er der Grund, warum du mich zurückgewiesen hast?“

Die Stimme war angespannt, kontrolliert und erfüllt von Wut.

 

 

 

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