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Kapitel 4 – Der Samen der Obsession

作者: Queen Bee
last update 公開日: 2026-05-06 03:49:16

Ich erwachte keuchend, die Laken um meinen Körper geschlungen wie erstickende Schlangen. Mein Herz hämmerte gegen die Rippen, als wollte es fliehen. Das Bild brannte noch immer hinter meinen Lidern.

Lara. Aber nicht die Lara, die ich aus meinen Vorlesungen kannte.

In meinem Traum war sie… anders. Kühner. Ihre Augen, sonst meist gesenkt und ausweichend, brannten mit einem bläulichen Feuer, das mich fühlen ließ wie ein seltenes Manuskript, das von Flammen verschlungen wird.

Sie trug ein rotes Kleid, das sich an jede Kurve ihres Körpers schmiegte, und ihre Lippen formten Worte, die ich nicht hören, aber körperlich spüren konnte.

— Dorian? — Die sanfte Stimme meiner Frau, Sarah, durchschnitt den Nebel meines Verlangens. — Ist alles in Ordnung? Du hast dich hin und her geworfen…

Ich drehte mich zu ihr um. Ihr zerzaustes blondes Haar, ihre blauen Augen voller aufrichtiger Sorge. Sarah, mein Anker, meine Realität. Und dennoch…

— Nur ein Albtraum, — log ich, meine Stimme rauer als gewöhnlich. — Schlaf weiter.

Doch als sie sich an meine Brust schmiegte, konnte ihr vertrauter Lavendelduft den Geruch von Jasmin und etwas Dunklerem, Erdigerem nicht vertreiben, der von Lara in meinen Träumen auszugehen schien.

Den Rest der Nacht lag ich wach und starrte an die Decke. Mein Körper war angespannt, jeder Herzschlag hallte wider von dem Bild jener dunklen Augen, die mich aus den Schatten heraus anstarrten.

Am Morgen gelang es selbst dem fast kochend heißen Duschwasser nicht, das Gefühl ihrer Finger auf meiner Haut abzuwaschen. Beim Anziehen zitterten meine Hände, als ich den Knoten meiner Krawatte band.

Im Spiegel sah ich einen zweiundvierzigjährigen Mann – einen angesehenen Professor, einen treuen Ehemann – und verspürte eine überwältigende Scham über das, was mein Unterbewusstsein erschaffen hatte.

Auf dem Weg zur Universität machte ich Halt in dem Café, in das Sarah und ich sonntags immer gingen. Der Duft von frischem Brot, der mich sonst beruhigte, drehte mir heute den Magen um.

— Das Übliche, Professor Caine? — fragte die Barista mit strahlendem Lächeln.

Ich öffnete den Mund, um Ja zu sagen, doch heraus kam:

— Schwarzen Kaffee. Stark.

Sie zog eine Augenbraue hoch. Normalerweise trank ich einen Latte mit Zimt, aber sie nickte nur. Während ich wartete, wanderte mein Blick zu einer dunkelhaarigen Frau in der Ecke. Sie sah Lara überhaupt nicht ähnlich, und trotzdem reagierte mein Körper mit einer Hitzewelle und rasendem Puls.

Ich fluchte leise, griff nach meinem Kaffee und verbrühte mir dabei die Hand. Der Schmerz war eine willkommene Ablenkung.

Im Hörsaal vermied ich instinktiv die hintere Reihe, in der Lara immer saß. Doch als sie zu spät wie üblich eintrat, schien alle Luft aus dem Raum gesaugt zu werden.

Sie trug einen schwarzen Rollkragenpullover, der die Blässe ihrer Haut betonte, und gestreifte Strümpfe, die bis zu den Knien reichten. Nichts Aufreizendes. Nichts Unangemessenes für eine Studentin. Dennoch durchfuhr mich eine Welle des Verlangens so heftig, dass ich mich am Pult festhalten musste.

— Entschuldigen Sie die Verspätung, Professor, — murmelte sie. Ihr Blick traf meinen für einen Sekundenbruchteil, bevor er sich senkte.

Dieser Blick genügte. Es war derselbe wie in meinem Traum – intensiv, wissend, als wüsste sie genau, welche Qual sie mir in der Nacht bereitet hatte.

— Kein… kein Problem, — brachte ich heiser hervor. — Setzen Sie sich einfach.

Während der gesamten Vorlesung spürte ich ihren Blick auf mir wie eine körperliche Berührung. Jedes Mal, wenn ich mich zur Tafel umdrehte, fühlte ich, wie diese dunklen Augen über meinen Körper wanderten. Meine sonst makellose Handschrift wurde unruhig und zittrig.

— Professor? — Laras Stimme unterbrach meine Ausführungen zu Shakespeare. — Glauben Sie, dass Macbeths Verlangen nach Macht wirklich nur Ehrgeiz war… oder ging es darum, eine Leere in ihm zu füllen?

Der Saal verstummte. Es war eine kluge, überraschend tiefgründige Frage für eine Erstsemesterstudentin.

— Beides, würde ich sagen, — antwortete ich, ohne sie anzusehen. — Macht ist oft ein armseliger Ersatz für das, was unserer Seele wirklich fehlt.

Sie lächelte – ein langsames, kleines Lächeln, das noch immer diese Aura jugendlicher Unschuld trug.

— Dann hat er vielleicht nur auf eine… andere Art gefüllt werden müssen.

Einige Studenten lachten leise, doch mir lief ein Schauer über den Rücken. In ihren Worten lag eine doppelte Bedeutung, die mich fragen ließ, ob ich noch immer träumte.

Nach der Vorlesung floh ich in mein Büro und schloss die Tür hinter mir ab. Ich atmete tief durch und versuchte, mich zu sammeln. Das war lächerlich. Ich war ein erwachsener Mann, kein Akademiker, der von pubertären Fantasien heimgesucht wurde.

Doch sobald ich die Augen schloss, sah ich nur sie. Die Linie ihres Halses, die Feuchtigkeit ihrer Lippen, wie sich der Pullover an ihre Brüste schmiegte…

Ich riss die Augen auf, griff nach dem Hochzeitsfoto von Sarah auf meinem Schreibtisch. Ihr strahlendes Gesicht, das weiße Kleid, meine Augen voller Liebe – und nicht dieses… kranke Verlangen.

— Was geschieht nur mit mir? — flüsterte ich in den leeren Raum.

Meine eigene Psyche hatte sich gegen mich gewandt und webte Fantasien um eine Studentin, eine junge Frau, die noch Spuren kindlicher Unschuld trug. Es war widerlich. Es war…

Das Klingeln an der Tür ließ mich zusammenzucken.

— Professor Caine? — Es war ihre Stimme. Lara. — Könnten Sie mir das Shakespeare-Buch leihen?

Noch bevor ich antworten konnte, drehte sich der Türknauf. Hatte ich abgeschlossen? Offenbar nicht, denn die Tür öffnete sich, und sie stand dort. Das Buch, das ich in der Vorlesung benutzt hatte, lag auf meinem Tisch.

— Natürlich, — sagte ich und schob es ihr hin.

— Danke. — Sie nahm es und musterte mein verschwitztes Gesicht, die gelockerte Krawatte und das Foto, das ich noch immer krampfhaft festhielt. — Ist alles in Ordnung, Professor? Sie sehen… krank aus.

— Mir geht es gut, — antwortete ich viel zu schnell. — Nur ein langer Tag.

Sie biss sich auf die Unterlippe, und mein Magen zog sich zusammen.

— Ich habe gestern Nacht von Ihnen geträumt.

Die Luft wich aus meinen Lungen.

— Wie bitte?

— In meinem Traum… — fuhr sie fort, den Blick fest auf mich gerichtet, — haben Sie mich über Leidenschaft unterrichtet. Sie sagten, manche Geschichten lerne man besser durch Erfahrung.

Ich konnte nicht atmen. Konnte mich nicht bewegen. Sie beschrieb exakt meinen Traum – nur umgekehrt.

— Das ist… unangemessen, Lara, — presste ich hervor. — Sie sollten gehen.

Sie nickte, doch als sie an mir vorbeiging, streiften ihre Finger leicht meine Hand. Ein elektrischer Schlag durchfuhr meinen Arm.

— Bis morgen, Professor, — flüsterte sie. Zum ersten Mal war ihr Lächeln nicht das der schüchternen jungen Studentin, die ich kannte. — Schlafen Sie gut.

Als sie fort war, sackte ich in meinen Stuhl. Meine Hände zitterten unkontrollierbar. Das war keine Einbildung. Kein Zufall.

Etwas zutiefst Falsches geschah mit mir, und ich hatte nicht die leiseste Ahnung, wie ich es aufhalten sollte.

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