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Kapitel 15

Author: Joy Divah
last update publish date: 2026-09-24 01:36:57

Nella

Ich stand am Fenster des Alpha-Zimmers und starrte in den Nebel über dem Hof von Duskhaven.

Die Metalltasse mit warmem Wein schmerzte in meinen Fingern. Ich hielt sie so fest, dass meine Knöchel weiß wurden. Ich trank und ließ die Hitze auf der Wut in meiner Brust sitzen.

Seit Mira gegangen war – seit der Lycan-König dieses nutzlose Mädchen mitgenommen hatte – war in diesem Rudel alles schiefgelaufen. Am schlimmsten war, dass Zane mich ignorierte.

Bevor sie sie in den Tod geschickt hatten
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    MaxIch saß hinter dem dunklen Eichenschreibtisch in meinem Beta-Büro und starrte auf den dicken Stapel von Versorgungsberichten, Grenzpatrouillen-Protokollen und Rudelbüchern, die über das Holz verstreut lagen. Das leise Summen der Nacht war das Einzige, was mir Gesellschaft leistete. Tief in mir saß ein schweres, unruhiges Gefühl in der Magengrube, seit Zane seine Kriegswache versammelt und wie ein Wahnsinniger aus Duskhaven ausmarschiert war.Die schwere Holztür öffnete sich langsam, ohne zu klopfen.Nella trat in den Raum, ihre dunklen Augen weit und die Lippen zu einer engen Linie gepresst. Sie glitt hinein, schloss die Tür leise hinter sich und lehnte den Rücken gegen den Rahmen.„Stimmt es?“, fragte sie, die Stimme gedämpft, aber scharf vor Unruhe. „Die Wachen am Tor reden bereits. Sie sagten, Zane sei geradewegs in eine Falle gelaufen… dass er vor dem gesamten Nördlichen Rat gedemütigt wurde.“Ich lehnte mich in meinem Lederstuhl zurück und stieß einen langsamen, müden Atemzug

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    MiraDas Echo der schweren Vordertüren, die auseinanderbrachen, hallte noch immer von den hohen Steinwänden wider, doch die kalte, erdrückende Angst, die mich früher in Zanes Gegenwart gelähmt hatte, kam nicht.Stattdessen flutete eine stetige, warme Welle von Magie meine Brust. Meine Wölfin June regte sich in mir mit einem scharfen, beschützenden Knurren und stand fest an der Seite von Japels massiver Präsenz. Ich zuckte nicht zusammen. Ich zog mich nicht in die Samtkissen meines Throns zurück. Ich saß aufrecht, die Hände leicht über meinem Unterbauch, wo Cael und Abel ruhten, den Kopf hoch erhoben, während die gesamte Halle den Atem anhielt.Zane machte drei schwere Schritte auf den polierten Boden, seine dunkle Kampfrüstung klirrte laut in der toten Stille. Seine Augen waren weit, blutunterlaufen und glühten mit einem unkontrollierten karmesinroten Licht, das zeigte, dass er vollständig von seinem verletzten Stolz verzehrt war. Seine Kriegswache stand hinter ihm, Klingen gezogen un

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    MiraDie dicken Samtvorhänge blockierten das Licht der großen Halle. Dahinter rollte das Geräusch von Hunderten von Stimmen wie ein fernes Meer. Der Geruch von gebratenem Fleisch, süßem Wein, Bergblumen und brennendem Talg drang durch den Bogen und ließ mein Herz ein wenig zu schnell schlagen.Ich stand still auf dem kalten Stein und holte langsam Luft. Beide Hände glätteten die Vorderseite meines Kleides und versuchten, die Nervosität unter meinen Rippen zu beruhigen.Das Kleid war tiefes Burgundersseide, sauber über die Schultern geschnitten und fiel in schweren Falten bis zum Boden. Dünner Goldfaden zog sich entlang des Mieders und fing das Fackellicht in weichen Glitzern ein. Eine leichte Krone aus goldenen Bergblättern saß auf meinem silbernen Haar. Es fühlte sich immer noch seltsam an – real auf eine Weise, die mich daran erinnerte, dass ich nicht mehr das gebrochene Mädchen war, das in der Dunkelheit des alten Rudelhauses eingesperrt gewesen war.Japel stand neben mir, groß gen

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    Zane Die Luft im Arbeitszimmer roch nach abgestandenem Eichenlikör und brennendem Wachs, so dicht, dass sie einem Mann den Hals kratzen ließ. Ich blickte nicht einmal von den Grenzlandkarten auf, die über meinen Schreibtisch ausgebreitet lagen, als schwere Schritte den Steinkorridor hinunterhallten. „Ich habe gesagt, dass ich nicht gestört werden will, Max“, knurrte ich, meine Stimme rau vom Schlafmangel. „Alpha“, sagte Beta Max und trat in den Raum, ohne die übliche leise Entschuldigung anzubieten. Er überquerte den Teppich, bis er direkt vor meinem Schreibtisch stand. „Ein königlicher Kurier von der hohen Nordgrenze hat das soeben abgegeben. Es trägt das schwarze Wachssiegel des Grimstone-Palastes.“ Meine Augen rissen sich von den Karten los. Auf dem dunkel polierten Holz lag ein schwerer Pergamentumschlag, mit dickem Silberfaden gebunden und mit dem unverkennbaren, furchterregenden Wappen von König Japel gestempelt. Das schwarze Wachs war noch unversehrt, kalt und glatt im schw

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