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Der längste Weg zurück  

Author: Mel Ankoli
last update publish date: 2026-09-07 04:52:27

Kapitel 40

Der längste Weg zurück

Perspektive: Catalina

Es sind vielleicht neun Schritte von Rodrigos Tür zu meiner. Ich habe diesen Flur tausendmal abgemessen, seit wir eingezogen sind, beim Warten auf Lieferungen, beim Jagen von Mateo, wenn er in Socken ausgebüxt war, beim Tragen von Einkäufen mit dem Telefon am Ohr. Neun Schritte. Ich kenne die genaue Entfernung so genau wie du die Form deiner eigenen Hand kennst.

In jener Nacht kam es mir länger vor, als jede Strecke vernünftigerweise dauer
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    Kapitel 40Der längste Weg zurückPerspektive: CatalinaEs sind vielleicht neun Schritte von Rodrigos Tür zu meiner. Ich habe diesen Flur tausendmal abgemessen, seit wir eingezogen sind, beim Warten auf Lieferungen, beim Jagen von Mateo, wenn er in Socken ausgebüxt war, beim Tragen von Einkäufen mit dem Telefon am Ohr. Neun Schritte. Ich kenne die genaue Entfernung so genau wie du die Form deiner eigenen Hand kennst.In jener Nacht kam es mir länger vor, als jede Strecke vernünftigerweise dauern sollte.*** Ich erinnere mich nicht daran, meine Tür geöffnet zu haben. Ich erinnere mich stattdessen daran, darin gestanden zu haben, den Rücken an die Holztür gelehnt, mein Herz raste in meiner Brust, das Rauschen des Badewassers irgendwo im Flur, wo Lucien Mateo bereits in die Routine eines gewöhnlichen Abends eingewöhnt hatte, völlig ahnungslos, dass sich der Boden unter unseren Füßen gerade verschoben hatte.Ich stand da und ließ die Flut kommen, denn es hatte keinen Sinn mehr, so zu tun,

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    Kapitel 39PapaPerspektive: Catalina„Papa, schau mal!“, rief Mateo und wand sich in Luciens Armen, um ihm die Zeichnung zuzuwinken. Er bemerkte die Stille, die den Flur verschluckt hatte, überhaupt nicht. „Das ist ein Drache. Er hat fünf Köpfe.“Ich glaube, ich habe während des gesamten Satzes nicht geatmet.„Fünf Köpfe“, sagte Lucien und blickte mit der gelassenen, geübten Wärme eines Mannes, der schon tausend kleine Bitten wie diese erfüllt hatte, auf das Papier. Seine Stimme war ruhig und ungerührt, als ob sich nicht gerade die ganze Welt vor seinen Augen zur Seite geneigt hätte. „Das ist ein beeindruckender Drache. Hat er einen Namen?“„Gerard“, sagte Mateo mit absoluter Überzeugung.„Ein sehr ernster Name für einen fünfköpfigen Drachen“, sagte Lucien.*** Ich beobachtete Rodrigos Gesicht, während das Wort unerträglich und gewaltig in der Luft zwischen uns hing. Papa. Es war Mateo so leicht über die Lippen gekommen, so unbeschwert, wie ein Wort, das ein Kind nie überlegt hat, be

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    Kapitel 37Die Adresse, die Alejandro preisgabPerspektive: CatalinaFünf Jahre sind eine seltsame Zeitspanne. Lange genug, dass Mateo beim Überqueren der Straße keine Hand mehr brauchte, sondern nur noch daran erinnert werden musste, nach links und rechts zu schauen. Lange genug, dass die Angst vor einer grauen Limousine vor der Bäckerei verblasst war und ich mich nur noch in bestimmten, unerwarteten Momenten daran erinnerte: ein Auto, das einen Tick zu lange im Leerlauf lief, ein Fremder, dessen Blick einen Augenblick zu weit entfernt war.Offenbar lang genug, damit Alejandro entschied, die Gefahr sei vorüber.Er hatte mich nicht vorher gefragt. Das war der Punkt, der mir nicht verging. Ich saß an meinem Küchentisch, das Telefon in der Hand, und seine Stimme am anderen Ende erklärte mir eine Entscheidung, die er bereits getroffen und umgesetzt hatte, bevor ich überhaupt etwas dazu sagen konnte.*** „Er hat mir fünf Jahre lang einwandfreie Berichte vorgelegt“, sagte Alejandro. „Fünf

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    Kapitel 36Was Mateo nie erfahren wirdPerspektive: Catalina„Noch eine Geschichte“, sagte Mateo, die Augen schon schwer offen haltend, die kleine Hand in die Decke gekrallt, wie immer kurz bevor der Schlaf ihn endgültig überwältigte.„Du hattest schon drei“, sagte ich und strich ihm die Haare aus der Stirn.„Noch eine“, beharrte er, die Worte verschwammen leise ineinander.„Morgen“, sagte ich. „Versprochen. Mach jetzt die Augen zu.“„Versprochen“, wiederholte er, schon halb eingeschlafen, und innerhalb einer Minute hatte sich sein Atem in den langsamen, gleichmäßigen Rhythmus des echten Schlafs beruhigt, seine kleine Faust entspannte sich endlich in der Decke.Ich blieb noch lange danach dort sitzen, auf der Bettkante im Dunkeln, und beobachtete, wie sich sein Brustkorb hob und senkte, die besondere Stille eines Zimmers, das nichts enthielt außer einem schlafenden Kind und allem, was ich geschaffen hatte, um ihn so schlafen zu lassen. *** Er weiß nicht, dass sein Großvater gelähmt i

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