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Zwillingsschwester stahl meinen Gefährten

Zwillingsschwester stahl meinen Gefährten

By:  BagelCompleted
Language: Deutsch
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Als die Glocken für unsere Paarungszeremonie läuteten, war mein Gefährte, Alpha Killian, nirgends zu finden. Bevor ich seine Abwesenheit hinterfragen konnte, schickte meine Mutter ein Video in den Familien-Gruppenchat. In dem Video kniete Killian im Festsaal nebenan auf einem Knie und schob den Celestine-Ring, das höchste Symbol für den Status einer Luna, meiner Zwillingsschwester Daisy an den Finger. Das Rudel jubelte, und mein Vater stand mit stolzer Miene daneben. Daisy lehnte schluchzend an Killians Schulter, während er ihr sanft den Rücken tätschelte, als wäre sie seine Braut. Ich raffte den Saum meines Brautkleids und wollte gerade hinüberstürmen und eine Erklärung verlangen, als die Gedankenverbindung meiner Mutter in meine Gedanken hämmerte. „Freya, Daisy ist deine Schwester. Sie war schon immer schwächlich, sie konnte nie mit dir mithalten. Überlass ihr diesmal einfach deinen Platz.“ Mit zitternder Stimme verlangte ich: „Warum habt ihr mir das alles verheimlicht?“ „Weil du dich mit Daisy immer gestritten hast. Hätten wir es dir gesagt, hättest du eine Szene gemacht. Was, wenn ihre Eisenhut-Vergiftung wiederkommt?“ „Deine Wölfin ist stark. Du kannst jederzeit eine neue Zeremonie haben.“ „Wir sind doch eine Familie. Mach daraus keine hässliche Szene wegen so einer Lappalie.“ Mir drehte sich der Kopf, und ich brachte kein einziges Wort heraus. Es stellte sich heraus, dass mein Gefährte und der Luna-Titel nicht das Einzige waren, was sie bedenkenlos verschenken konnten. Sie konnten mich genauso selbstverständlich ohne einen zweiten Gedanken fallenlassen. Wenn es so sein sollte, dann war es eben so. Von diesem Moment an war ich mit diesem Rudel fertig.

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Chapter 1

Kapitel 1

Ich zog mich in die Lounge zurück und schickte Killian nur eine Nachricht: Die Zeremonie ist abgesagt.

Weniger als zehn Sekunden später kam sein Anruf.

„Freya, bist du mit deinem Trotzanfall fertig? Ich dachte, du wärst verständiger.“

Er unterdrückte ein tiefes Alpha-Knurren, seine Stimme war heiser.

„Daisys Eisenhut-Vergiftung ist wieder ausgebrochen. Der Heiler hat gesagt, dass sie keinen Stress verträgt. Willst du deiner todkranken Schwester wegen einer Zeremonie wirklich nachtragen?“

Die Ringschachtel stand offen auf dem Schminktisch. Darin lagen die passenden Mondstein-Ringe, die ich selbst poliert und auf deren Innenseiten ich unsere beiden Namen eingraviert hatte.

„Killian, heute sind wir genau sieben Jahre zusammen. Es ist außerdem die Paarungszeremonie, auf die wir uns sechs ganze Monate vorbereitet haben.“

„Ich weiß.“ Er machte eine Pause. „Aber für deine Schwester geht es um Leben und Tod. Du warst immer die Vernünftige, die das große Ganze sieht. Hilf ihrer Wölfin, das zu überstehen.“

Ich biss mir fest auf die Lippen und schwieg.

„Ihre Wölfin ist durch das Gift schwer geschwächt. Ihr letzter Wunsch ist es, ein wunderschönes Brautkleid zu tragen und mit mir eine Paarungszeremonie zu feiern.“

„Es ist keine echte Gefährtenbindung. Der Blutpakt des Rudels wurde nicht geändert, und wir haben einander nicht markiert. Du bist immer noch meine rechtmäßige Gefährtin.“

Auf dem Papier und nach den strengsten Regeln mochte das vielleicht stimmen.

Aber in der Welt der Werwölfe war diejenige, die an der Seite des Alphas vor dem Altar stand, in den Augen des Rudels die rechtmäßige Luna.

Als er mein anhaltendes Schweigen bemerkte, wurde seine Stimme plötzlich sanfter.

„Sobald das Gift aus ihrem Körper draußen ist, hole ich morgen die Zeremonie mit dir nach.“

Ich hörte mich fragen: „Und wo lässt mich das heute stehen?“

Am anderen Ende der Leitung herrschte Totenstille. Dann, nach einer langen Weile, kam Killians Stimme, kalt und deutlich: „Heute braucht ihre Wölfin Sicherheit.“

Da hörte ich im Hintergrund die scharfe Stimme meiner Mutter.

„Killian, verschwende nicht deinen Atem an sie.“

„Freya ist seit ihrer Kindheit eifersüchtig auf Daisy. Daisys Wölfin ist nicht so stark wie die von Freya, und gesund ist sie auch nicht. Jetzt will Daisy ihre letzten Tage noch in Würde verbringen, und Freya besteht darauf, sich als Opfer aufzuspielen?“

„Wenn sie es wagt, hier aufzutauchen und eine Szene zu machen, werde ich sie enterben. Ich werde allen sagen, dass ich eine so selbstsüchtige Tochter nie geboren habe.“

„Mama, heute sollte meine Zeremonie sein.“ Ich erhob meine Stimme gegen den Hörer.

„Du und Killian, ihr seid seit sieben Jahren zusammen. Was macht da ein einziger Tag für einen Unterschied?“

Ihre Stimme wurde plötzlich scharf und ich konnte nichts mehr sagen.

„Aber dieser Tag könnte Daisy das Leben kosten. Sie ist gerade erst von der Todesschwelle zurückgeholt worden.“

Killian ergriff wieder das Wort.

„Freya, mach das nicht noch peinlicher. Draußen warten die Ältesten des gesamten Rudels. Du weißt genau, was diese Zeremonie bedeutet.“

Natürlich wusste ich das, und deshalb hatte ich dieses Brautkleid selbst geschneidert.

Der Ausschnitt war mit den feinsten Mondsteinen besetzt, der Saum war mit dem Totem seiner Alpha-Blutlinie bestickt.

Drei ganze Monate lang hatte ich Muster entworfen und Tag und Nacht genäht. Unzählige Male stachen Silbernadeln in meine Finger – nur um für ihn perfekt auszusehen.

Killian hatte einst seine Lippen auf meinen Nacken gepresst, seine Berührung war wie Feuer, und versprochen, dass jeder Wolf meinen Geruch an ihm riechen und wissen würde, dass ich seine einzige Gefährtin war.

Aber jetzt sagte er: „Da ist noch etwas.“

„Daisy hat dein Brautkleid gesehen. Sie liebt es.“

„Zieh es aus und lass es jemanden zu ihr bringen. Es wird ihr guttun.“

Ich betrachtete im Spiegel das prachtvolle Kleid, das sich um meine Kurven schmiegte, und spürte ein erdrückendes Gewicht in der Brust.

„Weißt du, wie viel Blut und Schweiß ich in dieses Kleid gesteckt habe?“

„Ich weiß, Freya. Es ist nur ein Kleid. Ich verspreche dir, ich lasse dir vom besten Schneider der Stadt ein noch schöneres anfertigen.“

Ich lachte kalt und schüttelte den Kopf. „Nicht nötig. Ich bringe es selbst hin.“

Killian atmete am anderen Ende der Leitung hörbar erleichtert auf. „Braves Mädchen. Denk nicht zu viel nach. Sobald es Daisy besser geht, mache ich es wieder gut.“

Ich legte auf und lehnte den Kopf zurück, um mit aller Kraft zu verhindern, dass die Tränen flossen.

In diesem Moment öffnete meine beste Freundin und Brautjungfer Cici die Tür und kam herein. „Freya, wo ist der Alpha? Alle Gäste fragen.“

„Er kommt nicht.“

Als sie meine direkte Antwort hörte, erstarrte sie.

„Er ist im Festsaal nebenan und vollzieht gerade die Paarungszeremonie mit Daisy.“

Ich wischte den Lippenstift weg, zog das Brautkleid aus und wechselte in einen langen schwarzen Trenchcoat.

Als ich das Kleid zusammenlegte und in den Kleiderbeutel schob, hielt die Seide noch meine brennende Körperwärme und meinen einzigartigen Tannenduft.

Draußen hielten mich keine Wächter auf.

Der Korridor zwischen den beiden Festsälen war mit weißen Maiglöckchen geschmückt und voll von Killians vertrauten Untergebenen.

Es war derselbe Blumenduft, den ich am meisten liebte, dieselben Trommelschläge, derselbe heilige Ablauf. Nur die Wölfin an seiner Seite hatte sich geändert.

Als ich mich dem Saal näherte, war das Stimmengewirr von drinnen laut genug, um die Zeremonialglocken zu übertönen.

Die starken Krieger des Rudels lehnten lässig an den Wänden. Verwandte umringten Daisy, lachten und plauderten, während sie ihr einer nach dem anderen gratulierten.

Ein weißer Schal lag um ihre Schultern, und ihr linkes Handgelenk war mit einem Verband umwickelt, der eine Wunde bedeckte. Killian stand neben ihr, hielt ihr verletztes Handgelenk und wischte sacht ihre Tränen fort.

Meine Mutter hielt Daisys rechte Hand fest. „Unsere Daisy sieht heute Abend einfach umwerfend aus.“

Mein Vater nickte anerkennend.

„Der Alpha ist ein geborener Anführer. Dich unter seinem Schutz zu stellen, beruhigt uns vollkommen.“

Eine Tante in der Nähe hob ihr Glas. „Daisy ist wirklich von der Mondgöttin gesegnet. Freya ist zu wild. Kein Alpha will eine Gefährtin, die er nicht kontrollieren kann.“

Eine Person neben ihr pflichtete bei: „Sie versucht immer, Daisy in den Schatten zu stellen. Aber ein Alpha liebt und schätzt doch eine Frau, die seinen Beschützerinstinkt weckt.“

Killian sah mich und kam schnell herüber, sodass ich Daisy nicht mehr sehen konnte.

„Warum bist du selbst hergekommen?“

Dann senkte er die Stimme. „Ihre Wölfin hat sich gerade erst beruhigt. Reiz sie nicht auf.“

Ich warf ihm den Kleiderbeutel in die Arme. „Das Kleid.“

Er nahm ihn entgegen.

„Freya, ich weiß, dass du heute verletzt wurdest.“

„Sobald Daisy sich erholt hat, richte ich dir eine noch größere Zeremonie aus. Territorium, Status, Kleider – was immer du willst, ich lege dir alles zu Füßen.“

Ich sah ihn kalt an und antwortete nicht.

Nach diesen leeren Worten drehte er sich zum Gehen, aber dann zögerte er.

„Wenn du schon hier bist, setz dich an den Haupttisch.“

„Lass Daisy nicht glauben, du hättest das Kleid widerwillig vorbeigebracht.“

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