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Kapitel 3

Author: Washing Wheat
In dem Moment, als ich die Tür öffnete, blieben mir die Worte im Hals stecken.

Die neue Bettwäsche, die ich sorgfältig vorbereitet hatte, lag zerknüllt und achtlos auf dem Boden.

Das Gästezimmer war mit fremden Sachen vollgestopft.

Auf dem Bett lag ein riesiger Teddybär, beinahe halb so groß wie ein Mensch.

Die Szene wirkte wie eine unverhohlene Besitzansage.

Dann hörte ich, wie die Wohnungstür geöffnet wurde, gefolgt von einem sanften, hellen Lachen.

„Herr Dr. Frank, vielen Dank, dass Sie mit mir dieses Restaurant ausprobiert haben. Es war wirklich köstlich!“, erklang Yvonnes Stimme.

„Nach diesem Dessert ist die ganze schlechte Stimmung verschwunden, die meine Mitbewohnerinnen mir mit ihrer Ausgrenzung gemacht haben!“

Tony entdeckte mich und erklärte sofort mit flacher, distanzierter Stimme:

„Yvonne hat sich mit ihren Mitbewohnerinnen zerstritten und kann nicht mehr im Wohnheim bleiben. Sie will ausziehen. Da sie noch keine Wohnung gefunden hat, bleibt sie vorübergehend im Gästezimmer.“

Ich lachte kalt auf.

„Tony, ich habe dir vor einer Woche gesagt, dass Gina hier übernachten würde.“

Tony erstarrte.

Sein Gesichtsausdruck in diesem kurzen Moment sagte mir alles, was ich wissen musste.

Er hatte es vergessen.

Als ich ihm vor einer Woche davon erzählt hatte, war seine Stimme voller Ungeduld gewesen.

„Solche Kleinigkeiten kannst du selbst entscheiden. Frag mich nicht wegen jeder Sache, das ist anstrengend.“

Genau das hatte er gesagt.

Nun presste er die Lippen zusammen und senkte die Stimme.

„Es tut mir leid ...“

Er hob eine Tüte mit Desserts hoch.

Sein Ton wurde sanft, als wollte er ein schmollendes Kind besänftigen.

„Das Restaurant von heute würde dir bestimmt gefallen. Ich nehme dich am Wochenende mit.“

Mein Blick fiel auf das Logo der Papiertüte.

Es war genau das Restaurant, in das ich Tony früher unzählige Male angefleht hatte, mich mitzunehmen.

Damals lautete seine Ausrede immer, er habe wegen der Arbeit keine Zeit.

Ich nahm die Tüte und warf sie beiläufig direkt in den Mülleimer.

Tony hielt mitten im Atemzug inne.

Yvonne drängte sich nach vorn und sprach mit ihrer üblichen sanften Stimme:

„Mary, es ist alles meine Schuld. Ich kann mir einfach mit deiner Freundin das Bett teilen. Das macht mir wirklich nichts aus.“

Ich stieß ein scharfes, höhnisches Lachen aus.

Dann packte ich Yvonnes Bettwäsche und den riesigen Teddybären und warf beides auf den Flur.

Yvonne keuchte auf. Ihre Augen füllten sich sofort mit Tränen.

„Mary, diese Sachen brauche ich heute Nacht! Was soll ich machen, wenn du sie einfach hinauswirfst?“

Ich sah zum Schlafzimmer und lächelte höflich.

„Du kannst dir mit Tony das Bett teilen. Das macht mir wirklich nichts aus.“

Yvonnes Gesicht wurde dunkelrot.

„Mary, wenn du mich nicht hierhaben willst, sag es einfach! Musst du mich so demütigen?“

Als hätte sie die schlimmste Beleidigung ihres Lebens erlitten, bekam sie rote Augen.

Dann drehte sie sich um und lief weinend davon.

Tony folgte ihr nicht. Er blieb stehen und sah mich mit gerunzelter Stirn an.

„Mary, sie war schon immer etwas ungeschickt und kindisch. Sie hat deine Sachen nicht absichtlich ruiniert. Wenn du nicht wolltest, dass sie hier bleibt, hättest du es einfach sagen können. Dann hätte ich ihr ein Hotelzimmer gebucht. Du musstest sie nicht absichtlich so verletzen.“

Mein Lächeln verschwand vollständig.

„Das ist unser Zuhause. Findest du nicht, dass du mich hättest fragen sollen, bevor du eine Außenstehende hier einquartierst?“

Tonys Stirnrunzeln vertiefte sich.

Er sah mich an, als würde ich grundlos einen Aufstand machen.

„Yvonne wird an der Universität von ihren Kommilitoninnen ausgegrenzt und ist psychisch vollkommen am Ende. Ich dachte, du hättest wenigstens ein wenig Mitgefühl. Doch deine erste Reaktion besteht darin, darüber zu streiten, ob ich dich gefragt habe oder nicht. Außerdem bleibt sie nur zwei Tage. Müssen wir wegen einer so kleinen, vorübergehenden Lösung wirklich ein förmliches Gespräch führen? Gina bleibt in den nächsten Tagen schließlich auch hier. Dafür musstest du mich ebenfalls nicht um Erlaubnis bitten.“

Früher hätte ich impulsiv einen männlichen Freund zum Übernachten eingeladen, nur um Tonys Reaktion zu sehen.

Jetzt nickte ich lediglich vollkommen gelassen.

„Du hast recht. Wir müssen einander wirklich nicht um Erlaubnis bitten.“

Gleiches mit Gleichem.

Nach dieser Logik musste ich weder meinen Umzug in eine andere Stadt noch die Trennung mit ihm besprechen.

---

„Dann buch Yvonne das Hotel“, sagte ich.

Rücksichtsvoll hielt ich Tony die Tür auf.

Anschließend drehte ich mich um, öffnete meinen Koffer und begann, meine Kleidung einzupacken.

Meine Reaktion schien ihn jedoch nicht zufriedenzustellen. Er griff nach meinem Handgelenk und packte grob zu.

„Sie ist erwachsen. Sie kann selbst buchen“, fuhr er mich an.

„Viel wichtiger ist: Warum packst du plötzlich deine Sachen? Wohin willst du?“

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