LOGINIch drehte mich um und sah Miles.Nachdem wir uns mehrere Jahre nicht gesehen hatten, war er deutlich gealtert.Um seine Augen hatten sich tiefe Krähenfüße gebildet, und an einigen Stellen war sein Haar grau geworden.Er stützte sich auf eine Metallkrücke, und sein rechtes Bein wirkte steif.Er stand da und sah mich mit einem Ausdruck aus Anspannung und unablässiger Verbitterung an.„Lange nicht gesehen.“Ich wich seinem Blick nicht aus. Ich nickte lediglich ruhig.„Ja. Lange nicht gesehen.“Die Atmosphäre war angespannt.Seine Finger, die den Griff der Krücke umklammerten, waren vom Druck weiß geworden.„Ich … ich wurde hierher versetzt und arbeite jetzt in der Logistik“, sagte er mit zitternder Stimme.„Wie … wie geht es dir?“„Gut“, antwortete ich.Seine Lippen bewegten sich. Offenbar wollte er noch etwas fragen.„Mommy!“Ein kleines Mädchen rannte aus dem Spielbereich und warf sich in meine Arme.Sie hielt einen kleinen Bären in der Hand, den sie an einem Greifautomaten gewonnen ha
Es war Wendy.Sie trug einen alten, ausgewaschenen Mantel. Ihr Haar war zerzaust, ihre Haut wirkte kränklich. Von der gepflegten, glamourösen Frau, die sie vor sechs Monaten gewesen war, war nichts mehr übrig.In dem Moment, in dem sie mich entdeckte, ließ sie sich mitten auf der Straße mit einem dumpfen Geräusch auf die Knie fallen.Menschen, die gerade Feierabend hatten, und Passanten, die einfach nur vorbeikamen, blieben stehen und sahen neugierig zu.„Jenna! Bitte, hilf mir!“Sie rief laut auf und streckte die Hand nach meinem Hosenbein aus. Ich trat einen Schritt zurück und wich ihr aus.„Miles will nichts mehr mit uns zu tun haben. Er hat dir jeden Cent gegeben, den er hatte! Ruths Nierenversagen ist schlimmer geworden. Sie liegt gerade auf der Intensivstation. Die Behandlung kostet jeden Tag ein Vermögen!“Sie weinte hemmungslos, während ihr Tränen und Rotz über das Gesicht liefen, und wirkte völlig erbärmlich.„Harry ist auch krank. Jenna, ich weiß, dass du jetzt all dieses Gel
Drei Schritte vor mir blieb er stehen.Er wagte es nicht, noch näher zu kommen.Ich sah ihn ruhig an.„Hast du die Vereinbarung gelesen? Wenn alles in Ordnung ist, unterschreib sie. Falls du irgendwelche Änderungswünsche hast, besprich sie mit meinem Anwalt.“„Ich unterschreibe sie nicht.“Verzweifelt sah er mich an.„Jenna, verlass mich nicht. Ich gebe zu, dass ich in den vergangenen sechs Monaten vieles falsch gemacht habe.“„Aber was auch immer Wendy dir erzählt hat ... Ich habe diese Dinge kein einziges Mal gesagt.“„Ich habe die Überwachungsvideos überprüft. Sie hatte mich in jener Nacht unter Drogen gesetzt. Ich habe mich nie freiwillig auf sie eingelassen.“Dann flehte er mich an:„Jenna, ich wurde getäuscht. Ich habe dich von Anfang an geliebt.“Eine Windböe fegte über die Straße und wirbelte die herabgefallenen Blätter auf.Ich hörte mir seine ganze Erklärung an und fand sie nur noch amüsant.„Bist du fertig?“Er erstarrte kurz und nickte dann benommen.„Miles“, sagte ich.Mei
Miles schloss die Tür des Krankenzimmers und kam zurück an mein Bett.„Jenna, es tut mir leid. Ich wusste nicht, dass meine Mom so etwas sagen würde. Ich werde nicht mehr zulassen, dass sie dich belästigen.“„Lass uns noch einmal von vorn anfangen. Von jetzt an tue ich alles, was du willst. In Ordnung?“, flehte er.Ich senkte ruhig den Blick.Ich sah ihn nicht mehr an.„Miles, unterschreib die Scheidungspapiere.“Er hielt den Atem an und weigerte sich mit zitternder Stimme.„Ich unterschreibe nicht.“„Ich werde einer Scheidung nicht zustimmen. Was mit dem Baby passiert ist, ist meine Schuld. Ich werde den Rest meines Lebens damit verbringen, es wiedergutzumachen.“„Du bist gerade nicht bei guter Gesundheit. Du brauchst jemanden, der sich um dich kümmert.“„Ich brauche dich nicht.“Ich griff unter mein Kissen und holte mein Handy hervor.Dann rief ich bei einer Pflegeagentur an und engagierte eine Vollzeitpflegekraft für mich.Miles stand einfach nur da und sah mir dabei zu.Nachdem ich
In diesem Moment wurde die Tür des Krankenzimmers aufgestoßen.Ruth kam hastig herein, von Wendy gestützt.„Miles! Ich habe gehört, dass Jenna ins Krankenhaus gebracht wurde. Was ist passiert?“Wendy warf einen Blick auf mich, die ich im Krankenhausbett lag. Ein Anflug unverhohlener Genugtuung blitzte in ihren Augen auf.Dann setzte sie gekonnt einen besorgten Gesichtsausdruck auf und sah Miles mit tränennassen Augen an.„Miles, geht es Jenna gut? Wir haben Harry gefunden. Das Ganze war nur ein Missverständnis.“„Bitte sei wegen Harry nicht böse auf sie. Ich bin sicher, dass sie es nicht böse gemeint hat.“Als Miles Wendys Stimme hörte, stand er abrupt auf.Dann sah er sie kalt an.Ruth mischte sich von der Seite ein.„Ja. Jenna hat ein ziemlich heftiges Temperament.“„Da sie selbst keine Kinder bekommen kann, ist es doch verständlich, dass sie auf Wendy eifersüchtig ist. Rede einfach vernünftig mit ihr.“Miles ballte die Hände so fest zu Fäusten, dass seine Fingerknöchel hörbar knackt
Sein Blick hing an dem Blut, das sich in der Badewanne ausbreitete.Erst dann schien er aus seiner Benommenheit zu erwachen und brachte endlich ein Wort hervor.„Blut ... Jenna, warum ist da Blut?“Mit zitternden Händen stolperte Miles auf die Badewanne zu.Verzweifelt versuchte er, den Ledergürtel von meinen Handgelenken zu lösen. Doch die Metallschnalle saß fest.Er versuchte es mehrere Male, bekam sie aber nicht auf.Seine Stimme zitterte vor Verzweiflung.Seine Panik und sein hektisches Hantieren lösten einen stechenden Schmerz in meinem Unterbauch aus, der sich durch meinen ganzen Körper ausbreitete.„Verschwinde ...“, sagte ich schwach.Selbst das Atmen tat in diesem Moment weh.Als mein Bewusstsein langsam schwand, spürte ich, wie er den Gürtel schließlich lösen konnte.Er hob mich aus dem eiskalten Wasser und hielt mich fest an seine Brust gedrückt.Sein ganzer Körper zuckte zusammen, als seine Hand das warme Blut zwischen meinen Beinen berührte.„Jenna, mach mir keine Angst. I







