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seine unerwünschte Frau
seine unerwünschte Frau
Author: MeadowsGleam

KAPITEL 1

Author: MeadowsGleam
last update Petsa ng paglalathala: 2026-07-27 09:13:34

Vor fünf Jahren heiratete Selin Noah Miller, den Erben eines riesigen Tycoon‑Imperiums. Es war eine Vereinbarung aus Pflichtgefühl, arrangiert von Noahs Großmutter und Selins Mutter – die der Familie Miller jahrzehntelang als Hausangestellte gedient hatte.

Heute Abend war ihr fünfter Hochzeitstag. Selin saß allein im Restaurant des Vista Hotels, genau an dem Ort, an dem Noah versprochen hatte, sie zu treffen.

Der Tisch war mit seinen Lieblingsgerichten gedeckt, die unberührt langsam abkühlten. Obwohl die Ehe ihr aufgezwungen worden war, hatte Selin ihre Eheversprechen mit stiller Anstand erfüllt.

Sie war die perfekte, gehorsame Ehefrau – führte den Haushalt ganz allein und ertrug seine Kälte mit gefasstem Herzen. Im Laufe der Jahre war aus ihrer Pflicht ein heimliches, zerbrechliches Liebesgefühl erwachsen. Sie lebte nach dem Grundsatz, dass Liebe geduldig ist, und hoffte, dass eines Tages seine eisige Fassade endlich auftauen würde.

Gegen 22:00 Uhr wütete draußen ein heftiges Gewitter, Blitze zuckten an den raumhohen Fenstern vorbei. Selin umklammerte ihr Handy und betete um eine einzige Nachricht.

Ein tiefer Seufzer entwich ihr, als die Hoffnung langsam zu verwelken begann.

Jedes Jahr war es dasselbe: Noah ließ sie warten, und statt eines Geschenks überreichte er ihr am nächsten Morgen die Scheidungspapiere. Sie weigerte sich nur zu unterschreiben – um seiner Großmutter willen, der Frau, die ihrer Familie alles gegeben hatte.

Plötzlich erblickte sie Noah, wie er die Lobby betrat. Ein zaghaftes Lächeln legte sich auf ihre Lippen – bis sie die Frau sah, die sich an seinen Arm schmiegte. Instinktiv wich Selin zurück und verbarg sich hinter einer gewaltigen Marmorsäule. In diesem Jahr gab es keine Scheidungspapiere. Da war nur eine andere Frau.

»Noah, ich will Kuchen«, säuselte die Frau und lehnte sich an ihn.

»Alles für dich, Rach«, antwortete Noah – seine Stimme war ungewöhnlich sanft.

Die Worte trafen sie wie ein körperlicher Schlag. Selin presste die Hand auf die Brust, ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen. Es ist ein Missverständnis, flüsterte sie sich selbst zu und blinzelte die Tränen zurück. Noah würde nicht betrügen. Er hat es versprochen. Mit zusammengepresster Nervenstärke trat sie hinter der Säule hervor.

»Noah«, sagte sie, ihre Stimme zitterte.

Er blieb stehen, seine Augen wurden steinern, sobald sie auf sie fielen.

 »Was machst du hier?« 

»Es ist … unser Hochzeits‑«

Die Frau unterbrach sie und musterte Selin mit Verachtung.

»Noah, wer ist dieses Mädchen?«

 Noah zögerte nicht einmal. »Nur irgendein Mädchen. Sie scheint sich verlaufen zu haben, sucht wahrscheinlich die Toiletten.«

Selin stockte der Atem.

»Irgendein Mädchen? Noah, ich bin –«

»Halt«, schnitt er ihr das Wort ab, sein Ton war eiskalt.

»Die Toiletten liegen geradeaus und dann rechts. Du kannst das Schild nicht verfehlen.«

Ohne ein weiteres Wort lenkte er die Frau – Rach – zum Essbereich und ließ Selin im Wind seiner Gleichgültigkeit zurück.

Aus dem Schatten beobachtete sie sie durch die Glaswand. Sie sah Noah lächeln – ein echtes, warmes Lächeln, das sie nie erhalten hatte –, während er der Frau mit seinem eigenen Löffel ein Stück Kuchen reichte.

Es war wie ein Messerstich ins Herz. Noah war zu Hause ein Keimfetischist; er bestand immer auf eigenen Besteck‑ und Geschirrsätzen. Mit ihr hatte er nie etwas geteilt.

Eine Erinnerung an den vergangenen Monat blitzte auf: Der Abend, an dem Noah betrunken nach Hause gekrochen kam und sich in ihr Zimmer zwang. Sie hatte sich gewehrt, doch er war zu stark. Als er sie festhielt, flüsterte er diesen Namen – Rach – in ihr Ohr.

Sie hatte versucht, diese Erinnerung zu begraben, um ihre Ehe zu retten und seine Großmutter zufriedenzustellen. Aber als sie die beiden jetzt ansah, ließ sich die Wahrheit nicht länger hinter Geheimnissen verbergen.

Ihr Handy vibrierte auf dem Tisch; es war Noah.

»Noah? Wer war das Mädchen?«, fragte Selin, ihre Stimme bebte.

»Fahr einfach nach Hause. Ich kann dich nicht fahren«, antwortete er knapp, bevor die Verbindung abbrach.

Selin verließ das Hotel und trat in die beißende Kälte.

Der Regen peitschte ihr entgegen und durchnässte ihre Kleidung binnen Sekunden. Als sie zitternd auf ein Taxi wartete, sah sie sie.

Noah ging auf sein Auto zu und hielt Rach den Regenschirm – damit ihr nicht ein einziger Tropfen traf.

Der Anblick war wie ein scharfes Messer in Selins Brust; er war um das Wohl dieser Frau besorgter als um die Sicherheit seiner eigenen Ehefrau.

Rach blickte herüber und stockte, als sie den Bordstein erreichten.

»Oh, bist du das verirrte Mädchen von vorhin?«, spottete sie, ein selbstgefälliges Lächeln spielte um ihre Lippen.

»Weißt du, mein Noah ist so ein Gentleman. Du solltest dir wirklich einen eigenen Mann suchen.«

Selin schwieg.

Normalerweise hätte sie etwas gesagt, wäre vielleicht in Panik geraten, wenn sie eine andere Frau an der Seite ihres Ehemanns gesehen hätte.

Doch heute Nacht war das Feuer in ihr einer hohlen, ohrenbetäubenden Stille gewichen. Sie nickte nur.

Noah runzelte die Stirn und musterte sie. Was ist mit ihr los?, fragte er sich.

Ihr fehlender Widerspruch beunruhigte ihn. Er hatte einen Auftritt erwartet, eine Rüge oder Tränen – nicht diesen leeren Blick.

Ist das ein neuer Trick, um meine Aufmerksamkeit zu erregen?, redete er sich ein und härtete sein Herz ab.

»Lass uns gehen, Rach«, sagte Noah, schlang den Arm um ihre Schulter und öffnete ihr mit einer Höflichkeit, die er Selin nie entgegenbrachte, die Autotür. Dann fuhr er davon – und ließ seine Frau allein auf der dunklen, überfluteten Straße zurück.

Ist das der Fluch einer arrangierten Ehe?, fragte sich Selin, während ihre Tränen im Regen untergingen. Was fehlt mir?

Ihre Gedanken schweiften zu Fabi – ihrem Kindheitsfreund aus dem Waisenhaus.

Vor fünf Jahren hatte er ihr versprochen, sie zu heiraten, bevor er spurlos verschwand.

Wie wäre mein Leben verlaufen, wenn ich ihn gewählt hätte? Wenn ich nicht einen Mann geheiratet hätte, der mich wie Müll behandelt, nur um meiner Mutter zu gefallen? Da wurde ihr klar: Liebe lässt sich nicht lernen oder durch Gehorsam erzwingen. Wenn ein Mann eine andere will, ist eine Ehefrau so leicht austauschbar wie ein zerbrochenes Schmuckstück.

Am nächsten Morgen fiel Selin zurück in ihren roboterhaften Alltag. Sie bereitete Noahs Frühstück zu und legte seinen Anzug zurecht – doch jede Bewegung fiel ihr schwer.

»Selin, hast du mein Zimmer nicht geputzt?«, brüllte Noah aus dem Flur.

Selin blickte nicht auf.

»Noah, du hast mir vor Jahren verboten, dein Zimmer zu betreten. Warum sollte ich es jetzt putzen?«

Noah stockte. Sie hatte ihm noch nie widersprochen. Er musterte sie misstrauisch in der Türöffnung, ging dann aber weiter ins Esszimmer.

Er war nicht lange allein; seine Mutter Alicia und seine Schwester Anna kamen zu einem Überraschungsbesuch.

»Selin, mach uns Kaffee und bereite etwas zu essen vor«, befahl Anna, ohne sie auch nur zu grüßen.

Fünf Jahre lang war Selin ihre Bedienstete gewesen. Als sie in der Küche stand und der Dampf des Wasserkessels sie umgab, drangen ihre Stimmen aus dem Esszimmer zu ihr.

»Sohn, ist Rach für immer zurück?«, fragte Alicia eifrig.

»Oh mein Gott, Bruder! Heißt das, du heiratest sie endlich?«, quietschte Anna.

»Du musst Selin sofort scheiden. Ich kann es kaum erwarten, Rach als Schwägerin zu haben.«

»Mutter, so einfach ist das nicht«, seufzte Noah. »Großmutter würde einen Herzkasper bekommen.«

Selin klopfte das Herz bis zum Hals. Also ist Rach seine Jugendliebe?

»Noah, wir wissen alle, dass du Selin nur geheiratet hast, weil ihre Mutter deiner Großmutter eine Niere gespendet hat«, sagte Alicia mit verächtlichem Unterton.

»Sie war nur ein vorübergehender Ersatz für Rach. Eine bezahlte Schuld. Mehr nicht.«

Die Wahrheit legte sich wie Blei in Selins Magen. Ihre Mutter hatte einen Teil ihres Körpers geopfert, um Frau Millers Leben zu retten – und als Gegenleistung hatte sie um diese Ehe gebeten, damit Selin nach ihrem Tod versorgt war. Es war keine Verbindung aus Liebe, sondern ein Geschäft.

Später am Tag, noch immer schwindelig, suchte Selin das St.‑Raphael‑Krankenhaus auf.

»Herzlichen Glückwunsch, Frau Miller«, sagte der Arzt und reichte ihr eine Akte. »Sie sind in der dritten Woche schwanger.«

Selin legte die Hand auf ihren Bauch.

»Dritte Woche? Aber ich fühle mich schon so … aufgewühlt und schwindlig.«

»Jede Schwangerschaft verläuft anders«, lächelte der Arzt. »Manche Frauen bemerken Symptome sehr früh.«

Ein Hoffnungsschimmer zündete sich in ihr. Ein Baby. Ein Erbe. Sicher würde das alles ändern? Sicher würde Noah sie nun nicht mehr nur als irgendein Mädchen sehen?

Sie blieb bis 1:00 Uhr nachts wach und wartete auf ihn mit einem extra zubereiteten Abendessen. Als ihr Handy endlich klingelte, hob sie sofort ab.

»Noah? Kommst du nach Hause?«

»Nein, ich bin noch in einer Besprechung«, schnappte er.

Im Hintergrund kicherte eine Frauenstimme.

»Noah, wie sieht dieses Dessous aus? Steht es mir?«

 Selin wurde eiskalt. Es war Rach.

 »Noah … ist das Rach? Bist du gerade bei ihr?« 

»Das geht dich nichts an«, antwortete Noah eiskalt. »Erinnerst du dich an die Regeln, Selin? Wir mischen uns nicht in das Leben des anderen ein. Du hast deins – ich habe meins.«

 Er legte auf. Selin saß allein im dunklen Haus. Sie hatte keine Familie, zu der sie fliehen konnte, keinen Vater, der sie beschützte – und ein Herz, das Tag für Tag in Stücke brach. Sie blickte auf ihren Bauch. Sie konnte nicht weg

– sie hatte nirgendwo sonst einen Platz. Sie würde bleiben – für das Kind. Sogar wenn es bedeutete, in einem Haus zu leben, in dem sie nur ein Geist war.

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Higit pang Kabanata
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