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„DER PERFEKTE MOND DES WAHREN ALPHAS“
„DER PERFEKTE MOND DES WAHREN ALPHAS“
Author: Tuskey

Der Biss

Author: Tuskey
last update publish date: 2026-08-18 15:14:36

Kaelen hatte nie geglaubt, dass Monster wirklich existierten. Er war allein durch den fremden Wald gegangen, als er das Knurren hörte. Tief. Dunkel. Nah. Kaelen blieb stehen. Der fremde Wald war fast vollkommen still. Er konnte die Sprache der Menschen in der nahe gelegenen Stadt kaum verstehen und hatte keine Ahnung, wohin die Straße hinter ihm führte. Dann bewegte sich etwas zwischen den Bäumen. Zwei rote Augen erschienen. Kaelen stockte der Atem. Ein riesiger Wolf trat ins Mondlicht. Er war größer als jedes Tier, das Kaelen je gesehen hatte. Sein schwarzes Fell schien die Dunkelheit um ihn herum zu verschlucken. Kaelen wich langsam zurück. „Ganz ruhig“, flüsterte er. Der Wolf senkte den Kopf. Kaelen machte einen weiteren Schritt nach hinten. Der Wolf sprang auf ihn zu. Seine Krallen rissen durch Kaelens Hemd, und er stürzte zu Boden. Schmerz explodierte in seiner Schulter. Die Zähne des Wolfes bohrten sich in sein Fleisch. Kaelen schrie. Der Wolf ließ von ihm ab und verschwand so schnell zwischen den Bäumen, wie er aufgetaucht war. Mehrere Sekunden lang konnte Kaelen nur daliegen. Blut tränkte seine Kleidung. Sein Herz hämmerte gegen seine Rippen. Dann begann die Wunde zu brennen. Nicht wie eine gewöhnliche Verletzung. Es fühlte sich an, als würde Feuer direkt in seine Adern gegossen. Kaelen packte seine Schulter. „Was … hast du mir angetan?“ Seine Sicht verschwamm. Plötzlich begannen seine Knochen zu schmerzen. Er versuchte aufzustehen. Seine Knie gaben nach. Eine weitere Schmerzwelle riss durch seinen Körper. Kaelen schrie erneut. Seine Finger verkrampften sich gewaltsam. Seine Wirbelsäule bog sich durch. Etwas in seinem Inneren veränderte sich. Er konnte hören, wie seine Knochen knackten. Sein Herzschlag wurde lauter. Schneller. Seine Sinne schärften sich, bis der Wald überwältigend wurde. Er konnte Insekten hören, die unter den Blättern krochen. Er konnte den Regen irgendwo hinter den Bergen riechen. Er konnte sogar Schritte in der Ferne hören. Dann wurde alles schwarz.

Als Kaelen die Augen öffnete, hatte sich die Welt verändert. Der Mond war heller. Die Bäume waren schärfer. Jedes Geräusch schien schmerzhaft deutlich. Langsam richtete er sich auf. Die Wunde an seiner Schulter war verschwunden. Kaelen starrte auf seine Haut. Nicht einmal eine Narbe war zu sehen. „Was ist mit mir passiert?“ Eine Stimme antwortete hinter ihm. „Du lebst.“ Kaelen wirbelte herum. Drei Wölfe standen zwischen den Bäumen. Sein Körper spannte sich sofort an. Der größte von ihnen trat vor. Anders als die Kreatur, die ihn angegriffen hatte, hatte dieser Wolf goldene Augen. Die beiden anderen hatten blaue Augen. Kaelen starrte sie an. Dann wurde ihm etwas Schreckliches bewusst. Er konnte sie verstehen. „Du kannst sprechen?“, fragte Kaelen. Der Wolf mit den goldenen Augen verwandelte sich. Knochen knackten. Das Fell verschwand. Innerhalb weniger Sekunden stand dort ein nackter Mann. Kaelen stolperte rückwärts. Der Mann nahm eine Hose vom Boden und zog sie an. „Mein Name ist Darius“, sagte er. „Und nein, wir sind keine Menschen.“ Kaelen starrte ihn an. Darius musterte ihn aufmerksam. „Wer hat dich verwandelt?“ „Ich weiß es nicht.“ „Welches Rudel?“ „Ich habe kein Rudel.“ Darius' Gesichtsausdruck veränderte sich. „Das ist unmöglich.“ Kaelen runzelte die Stirn. „Wovon redest du?“ Darius kam langsam näher. „Du wurdest von einem Alpha gebissen.“ Kaelen berührte seine Schulter. „Der Wolf, der mich angegriffen hat?“ „Ja.“ „Was bin ich dann?“ Darius sah ihm direkt in die Augen. Sein Gesicht wurde ernst. „Ein Omega.“ Kaelen blinzelte. „Was ist ein Omega?“ Bevor Darius antworten konnte, trat einer der blauäugigen Wölfe vor. „Er weiß nicht einmal, was er ist.“ Darius nickte. „Offensichtlich nicht.“ Kaelen sah von einem Gesicht zum anderen. „Ich will Antworten.“ Darius seufzte. „Wölfe haben eine Hierarchie. Omegas stehen ganz unten. Betas dienen unter den Alphas. Lunas stehen an der Seite der Alphas.“ „Und Alphas?“ Darius' Augen wurden dunkler. „Alphas herrschen.“

Kaelen schluckte. „Und der Wolf, der mich gebissen hat?“ Darius zögerte. „Nach deiner Verwandlung zu urteilen, war er mächtig.“ „Wer war er?“ „Ich weiß es nicht.“ Kaelens Frustration wuchs. „Also greift mich jemand an, verwandelt mich in dieses … Ding und verschwindet?“ Darius sah ihn aufmerksam an. „Normalerweise läuft es so.“ Kaelen blickte auf seine Hände. Er sah noch immer menschlich aus. Aber er fühlte sich nicht mehr menschlich. Sein Gehör war anders. Sein Geruchssinn war anders. Sein Herzschlag fühlte sich anders an. Plötzlich hörte er etwas. Einen Herzschlag. Dann einen weiteren. Dann mehrere. Kaelen blickte in Richtung des Waldes. „Jemand kommt.“ Darius' Kopf schnellte in Richtung der Bäume. Die anderen Wölfe wurden sofort aufmerksam. „Hast du das gehört?“, fragte Darius. Kaelen nickte. Eine seltsame Stille folgte. Dann tauchten Wölfe zwischen den Bäumen auf. Fünf. Dann acht. Dann noch mehr. In ihrer Mitte stand ein Mann mit goldenen Augen. Er sah Darius an. „Warum ist hier ein Omega?“ Darius antwortete vorsichtig. „Er wurde erst kürzlich verwandelt.“ Der Blick des Mannes wanderte zu Kaelen. „Von wem?“ „Wir wissen es nicht.“ Der Mann musterte Kaelen mehrere Sekunden lang. Dann verengten sich seine Augen. „Bringt ihn weg.“ Kaelens Brust zog sich zusammen. „Ich kann für mich selbst sprechen“, sagte er. Mehrere Wölfe knurrten. Darius sah ihn an. „Fordere sie nicht heraus.“ Kaelen ballte die Fäuste. „Ich weiß nicht einmal, wo ich bin.“ Der Mann mit den goldenen Augen trat näher. „Du bist auf dem Gebiet von Blackwood.“ Kaelen runzelte die Stirn. „Und was passiert jetzt?“ Der Mann lächelte kalt. „Omegas ohne Rudel überleben hier nicht lange.“

Bevor Kaelen antworten konnte, hallte ein furchterregendes Heulen durch den Wald. Jeder Wolf erstarrte. Darius' Gesicht wurde blass. Der Gesichtsausdruck des Mannes mit den goldenen Augen veränderte sich vollständig. „Nein.“ Kaelen spürte, wie etwas tief in ihm auf das Geräusch reagierte. Sein Herz begann zu rasen. Die anderen Wölfe wichen zurück. Kaelen drehte sich zur Dunkelheit um. Zwei rote Augen erschienen zwischen den Bäumen. Dieselben Augen. Derselbe Wolf. Die Kreatur, die ihn gebissen hatte. Sie trat ins Mondlicht. Die Wölfe senkten sofort ihre Köpfe. Sogar der Mann mit den goldenen Augen verbeugte sich. Kaelen starrte den gewaltigen Alpha an. Der Blick des Tieres traf seinen. Mehrere Sekunden lang bewegte sich keiner von ihnen. Dann verwandelte sich der Alpha. Ein großer, breitschultriger Mann trat aus der Dunkelheit. Blut befleckte eine Seite seines schwarzen Hemdes. Seine roten Augen ließen Kaelen nicht los. Er ging direkt auf ihn zu. Darius flüsterte: „Kaelen … beweg dich nicht.“ Doch Kaelen konnte es nicht. Der Alpha blieb nur wenige Zentimeter vor ihm stehen. Er beugte sich näher und sog seinen Geruch ein. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich plötzlich. Schock. Zum ersten Mal erschien Angst in seinen roten Augen. „Du“, flüsterte der Alpha. Kaelens Herz blieb stehen. Der Alpha packte sein Handgelenk. „Was bist du?“ Kaelen starrte ihn an. „Das wollte ich gerade dich fragen.“ Der Griff des Alphas wurde fester. Dann flüsterte er Worte, die jeden Wolf auf der Lichtung verstummen ließen. „Ich habe einen Fehler gemacht.“ Kaelen lief es eiskalt den Rücken hinunter. „Welchen Fehler?“ Der Alpha sah in seine blauen Augen. „Ich hätte dich nicht verwandeln dürfen.“ Dann blickte der Alpha zum Himmel. Der Mond begann sich rot zu färben. Und jeder Wolf im Gebiet von Blackwood begann zu heulen.

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Comments (2)
goodnovel comment avatar
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amazing ...
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Tuskey
it's fire ... I love it ...
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