LYRAIch stehe vor dem Spiegel, richte geistesabwesend meinen leichten Mantel und betrachte mein Spiegelbild, eine Mischung aus scheinbarer Ruhe und innerem Sturm. Vier Monate. Vier Monate habe ich auf diesen Anruf gewartet, vier Monate, in denen jeder Tag das Gewicht von Fragen trug, die zu schwer waren, um ignoriert zu werden, in denen jedes mit Alexandre gewechselte Lächeln, jeder Blick von Lucas, jedes liebe Wort meiner Eltern wie ein Pflaster auf alten, fragilen, aber lebendigen Wunden war.Ich schließe für einen Moment die Augen und erinnere mich, trotz mir, an jenen Tag, der meine Angst geformt hat: den 20. Juli vor zwanzig Jahren, als ich allem, was ich kannte, entrissen wurde, in eine kalte und grausame Welt geworfen, von einer armen und gewalttätigen Familie aufgenommen, in der jeder Tag ein Kampf war, um nicht zu verschwinden, um den Schatten nicht gewinnen zu lassen. Diese Erinnerungen haben mich nie verlassen; manchmal ta
Last Updated : 2026-03-30 Read more