AlexandreDie Stille eines Gefängnisses hat etwas unmenschlich Langsames.Ein ausgesetzter Schlag, eine Zeit, die nicht mehr vergeht.Die Schritte hallen im Flur wider, gezählt, präzise.Der Wärter führt mich vor sich her, sein Schlüsselbund klappert bei jedem Schritt, wie eine Erinnerung an die Welt da draußen.Ich war seit dem Tag ihrer Verhaftung nicht mehr hierher zurückgekehrt.Zwei Monate sind vergangen, aber die Erinnerung ist geblieben: die Tür, die Blitzlichter, ihre Stimme, dieser Schrei, den sie mir wie eine Klinge entgegenschleuderte.Heute ist alles ruhiger.Aber Ruhe ist nur eine andere Form des Krieges.Der Besuchsraum ist klein, kahl.Ein Metaltisch, zwei Stühle, eine kalte Neonröhre.Sie kommt einige Minuten später herein, in Handschellen, flankiert von zwei Aufseherinnen.Als sie mich sieht, bleibt sie stehen.Ihr Gesicht hat sich verändert.Die Züge gespannt, die Haare grau, die Augen von Schlaflosigkeit tief in den Höhlen.Aber in ihrem Blick ist dieselbe eisige St
Última actualización : 2026-04-09 Leer más