POV ElaraDie Luft war dick vom Geruch nach Bohnerwachs, altem Pergament und dem scharfen, medizinischen Beigeschmack von Hestias Tinkturen. Diener bewegten sich mit einer hektischen, gedämpften Energie; ihre weichen Sohlen trippelten über die Steinböden wie ein unruhiger Herzschlag. Sie packten für eine Reise, die normalerweise zwei Tage harten Rittes beanspruchte, doch da sich der Winterhimmel bereits in der Farbe von gequetschtem Schiefer färbte, wusste jeder, dass die Bergpässe einem Spießrutenlauf gleichen würden.Ich lehnte mich gegen den schweren Bettpfosten; jeder Atemzug fühlte sich mühsam an – eine ständige Erinnerung an den silberbestäubten Stahl, der mich beinahe geholt hätte. Mein Wolf war still, unterdrückt vom Trauma, doch das Blut, das Rhys in meine Venen gezwungen hatte, war ruhelos; ein heißer, pochender Strom, der den Raum zu eng wirken ließ.„Du da“, sagte ich mit trockener, krächzender Stimme.Ein junges Dienstmädchen, kaum zwanzig und zitternd wie Espenlaub, hiel
Last Updated : 2026-04-13 Read more