Isabella Die Männer am Steg waren keine hundert Meter mehr entfernt. Das Licht ihrer taktischen Taschenlampen schnitt durch die Dunkelheit, kalte, weiße Finger, die über das Wasser tasteten. Der Van wartete mit gähnender Schiebetür. Ein schwarzes Loch, bereit, uns zu schlucken. „Leg dich flach“, sagte ich. Meine Stimme war trocken wie Sandpapier. Enzo sackte auf den Boden des Cockpits. Das GFK des Bootes war rutschig von seinem Blut. Er biss sich auf die Unterlippe, bis sie aufplatzte. Ich packte die Glasscherbe, die er mir gereicht hatte. Sie war gezackt, ein Überrest der Windschutzscheibe, scharf genug, um Fleisch wie Papier zu teilen. Ich riss den Verband ab. Die Wunde sah im fahlen Licht der Hafenbeleuchtung hässlich aus. Geschwollen, dunkelrot, das Fleisch drumherum fast schwarz. Ich suchte nicht nach einer medizinischen Symmetrie. Ich suchte nach dem Fremdkörper. „Es wird wehtun“, flüsterte ich. „Scheiß drauf. Mach einfach“, presste er hervor. Er griff nach der Reling, sei
Zuletzt aktualisiert : 2026-04-27 Mehr lesen