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Kapitel 43

Author: Lina
last update publish date: 2026-04-28 00:04:47

Isabella

Der rote Punkt des Lasers tanzte über den verstaubten Couchtisch, kroch die Lehne hoch und blieb direkt auf Enzos Schläfe liegen. Ich hielt den Atem an. Das Herz hämmerte gegen meine Rippen wie ein Kolben im roten Bereich. Das Summen der Drohne draußen war jetzt ein aggressives, hohes Kreischen.

Ich packte Enzo am Kragen und riss ihn mit einer einzigen, verzweifelten Bewegung von der Couch auf den Boden.

Im selben Moment barst das Sicherheitsglas der Fensterfront. Keine Scherben, di
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    Enzo Die Welt bestand nur noch aus Schatten und dem rhythmischen Knacken von Holz. Jedes Mal, wenn Isabella das Paddel eintauchte, fühlte es sich an, als würde jemand einen glühenden Nagel in meine Seite treiben. Ich lag im Dreck des Bootsbodens, das Gesicht gegen das raue Holz gepresst. Der Geruch von stehendem Wasser und dem Rost des alten Kahns war das Einzige, was mich noch in der Realität hielt. Ich wollte sprechen, aber meine Zunge klebte am Gaumen wie trockenes Leder. Ich sah Isabellas Umrisse gegen das Grau des Nebels. Sie wirkte wie eine Statue aus Stein, unermüdlich, besessen. Ich wollte ihr sagen, dass sie mich am Ufer lassen soll. Dass sie schneller ist, wenn sie mich loswird. Aber als ich den Mund öffnete, kam nur ein feuchtes Gurgeln heraus. Meine Sicht begann zu flackern. Schwarze Punkte tanzten vor meinen Augen, fraßen die Ränder der Welt auf. Nicht jetzt, verdammt noch mal. Ich konzentrierte mich auf das Gefühl der Kälte. Das Wasser, das durch die Ritzen des Kana

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    Isabella Der rote Punkt des Lasers tanzte über den verstaubten Couchtisch, kroch die Lehne hoch und blieb direkt auf Enzos Schläfe liegen. Ich hielt den Atem an. Das Herz hämmerte gegen meine Rippen wie ein Kolben im roten Bereich. Das Summen der Drohne draußen war jetzt ein aggressives, hohes Kreischen. Ich packte Enzo am Kragen und riss ihn mit einer einzigen, verzweifelten Bewegung von der Couch auf den Boden. Im selben Moment barst das Sicherheitsglas der Fensterfront. Keine Scherben, die flogen – das Glas zerfiel einfach in Millionen kleiner Krümel, als die Salve einer schallgedämpften MP die Scheibe durchlöcherte. Staub wirbelte auf. Die Kaltlicht-Strahler der Drohnen fluteten den Raum mit einem unnatürlichen, bläulichen Weiß. „Beweg dich nicht“, zischte ich Enzo ins Ohr. Er gab ein heiseres Keuchen von sich, seine Hand krallte sich in mein Shirt. Das Fieber hatte ihn fast weggetreten, aber der Überlebensinstinkt hielt seine Augen offen. Ich kroch auf dem Bauch über das Pa

  • Silent Echoes of Rome    Kapitel 42

    Isabella Die Männer am Steg waren keine hundert Meter mehr entfernt. Das Licht ihrer taktischen Taschenlampen schnitt durch die Dunkelheit, kalte, weiße Finger, die über das Wasser tasteten. Der Van wartete mit gähnender Schiebetür. Ein schwarzes Loch, bereit, uns zu schlucken. „Leg dich flach“, sagte ich. Meine Stimme war trocken wie Sandpapier. Enzo sackte auf den Boden des Cockpits. Das GFK des Bootes war rutschig von seinem Blut. Er biss sich auf die Unterlippe, bis sie aufplatzte. Ich packte die Glasscherbe, die er mir gereicht hatte. Sie war gezackt, ein Überrest der Windschutzscheibe, scharf genug, um Fleisch wie Papier zu teilen. Ich riss den Verband ab. Die Wunde sah im fahlen Licht der Hafenbeleuchtung hässlich aus. Geschwollen, dunkelrot, das Fleisch drumherum fast schwarz. Ich suchte nicht nach einer medizinischen Symmetrie. Ich suchte nach dem Fremdkörper. „Es wird wehtun“, flüsterte ich. „Scheiß drauf. Mach einfach“, presste er hervor. Er griff nach der Reling, sei

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    IsabellaIch zerrte Enzo über den Kiesweg zum Boot. Er sackte immer wieder weg, seine Stiefel hinterließen tiefe Furchen im perfekten Rasen. Die Sirenen in der Ferne waren kein Standard-Alarm der Zürcher Polizei. Das war das tiefe, aggressive Heulen der privaten Sicherheitskonzerne. Sie kamen nicht, um Fragen zu stellen. Sie kamen, um ihre Investition zu sichern.„Lass mich...“, keuchte Enzo. Sein Kopf hing kraftlos auf meine Schulter.„Halt die Fresse, Enzo. Nicht jetzt.“Ich hievte ihn über die Reling des Speedboots. Das Metall war glatt und kalt. Ich sprang hinterher, riss die Abdeckung des Zündschlosses ab und schloss die Kabel kurz. Der Motor brüllte auf, ein satter, dunkler Ton, der durch Mark und Bein ging. Ich warf die Leinen los und riss den Gashebel nach vorn. Das Boot schoss mit einem harten Ruck vom Steg weg, die Nase hob sich steil aus dem schwarzen Wasser des Zürichsees.Hinter uns, in der Villa, flackerten jetzt Taschenlampen auf. Gestalten in taktischer Ausrüstung stür

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    IsabellaDie Villa am Zürichsee sah aus wie ein Festungsbau aus weißem Sichtbeton. Keine Fenster im Erdgeschoss, nur schmale Schießscharten und Kameras, die jede Bewegung im Radius von fünfhundert Metern scannten. Moretti saß da drin wie eine Spinne in einem sterilen Netz. Er wusste, dass wir kommen. Er hatte den Feuerschein des Penthouses sicher von seiner Terrasse aus beobachtet.„Er hat die Zufahrt mit Straßensperren dichtgemacht“, sagte Enzo. Er lehnte schwer gegen das Lenkrad des gestohlenen Audis. Das Display im Cockpit zeigte Warnmeldungen in Dauerschleife – Treibstoffmangel, Systemfehler, Reifendruck. Der Wagen war Schrott, genau wie wir.„Wir nehmen nicht die Straße“, sagte ich. Ich checkte das Magazin der Glock. Nur noch fünf Schuss. „Wir kommen über den See.“Ich sah zu ihm rüber. Sein Gesicht war blass, fast transparent im fahlen Licht der Armaturen. Das Blut an seiner Seite war getrocknet, eine dunkle, harte Kruste. Er sah mich an, und in seinen Augen lag eine Ruhe, die m

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    Isabella Das weiße Glühen des Kurzschlusses fraß die Dunkelheit im Penthouse für einen Wimpernschlag. Dann herrschte totale Finsternis, nur unterbrochen vom roten Pulsieren der Notlichter an den Server-Racks. Aris fluchte irgendwo vor mir. Er klang nicht mehr wie ein Gott, sondern wie ein feiger Buchhalter, dem gerade die Bilanzen um die Ohren flogen. Ich rannte los. Mein Körper kannte den Weg, bevor meine Augen sich an das Licht gewöhnt hatten. Einer der Söldner feuerte blind. Die Kugel pfiff an meinem Kopf vorbei und zerschlug eine Glasvitrine hinter mir. Ich warf mich zu Boden, rollte mich über die Schulter ab und kam direkt vor seinen Beinen zum Stehen. Ich rammte ihm den Lauf der Glock unter das Kinn und drückte ab. Der Rückstoß vibrierte durch meinen ganzen Arm. Sein Körper sackte schwer auf mich, ein massives Gewicht aus Kevlar und totem Fleisch. Ich stieß ihn weg und wirbelte herum. Der zweite Söldner hatte ein Nachtsichtgerät heruntergeklappt, das grünlich in der Dunkelhe

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