Der Sommer in Rom war warm und golden, und im Haus auf dem Palatin kehrte eine tiefe, ruhige Normalität ein. Valeria Aurelia Luna war jetzt sechs Jahre alt geworden. Sie war kein kleines Kind mehr, das nur spielte – sie war ein aufgewecktes, neugieriges Mädchen mit einem scharfen Verstand und einer Magie, die sich von Woche zu Woche weiterentwickelte. Ihre schwarzen Locken reichten ihr inzwischen bis zur Mitte des Rückens, und ihre Augen leuchteten in einem lebendigen Goldblau, das je nach Stimmung heller oder dunkler wurde. An einem sonnigen Morgen saß Valeria im Garten auf einer Decke und übte konzentriert. Vor ihr schwebten mehrere purpurne Lichtkugeln. Sie waren nicht mehr wild und chaotisch wie früher. Sie bewegten sich elegant, formten Muster, tanzten in Kreisen und verwandelten sich auf ihren Wunsch hin in kleine Vögel, Schmetterlinge oder Blumen. „Sieh her, Mama!“, rief sie stolz. Livia saß im Schatten eines Olivenbaums und beobachtete sie lächelnd. „Das ist wunderschön, m
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