Die Abendsonne tauchte die Villa in warmes Gold. Und doch fühlte sich das Licht kalt an. Der schwarze Eisenring lag noch immer auf dem großen Eichentisch. Niemand hatte ihn berührt, seit Lucius ihn dort abgelegt hatte. Es war, als würde allein seine Anwesenheit den Raum verändern. Luna betrachtete ihn schweigend. „Er sieht gar nicht gefährlich aus.“ Cassia trat neben sie. „Das Gefährlichste sieht selten gefährlich aus.“ Das Mädchen hob den Blick. „Habt Ihr damals gegen sie gekämpft?“ Cassia schwieg lange. Schließlich nickte sie. „Nein.“ „Warum nicht?“ Ein trauriges Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. „Weil ich nie wusste, gegen wen.“ Marcus schenkte Wein in mehrere Becher. Doch selbst er trank heute kaum. „Erzähl uns alles.“ Cassia strich mit den Fingern über den Rand ihres Bechers. „Vor vielen Jahren...“ begann sie langsam, „...verschwanden plötzlich ganze Familien.“ Titus hörte aufmerksam zu. „Entführt?“ „Nein.“ „Sie stritten sich.“ „Worüber?“ „Über alle
Read more