Rom, 42 v. Chr. – Die Kalenden des MärzDie Nacht lag schwer über dem Palatin, als hätte Venus selbst ihren Schleier aus purpurner Seide über die Stadt geworfen. Fackeln flackerten in goldenen Haltern, ihr Licht brach sich in den Marmorsäulen der Villa des Senators Lucius Cornelius und verwandelte jeden Tropfen Wein in flüssiges Feuer. Die Luft war gesättigt vom Duft von Myrrhe, Rosenöl und dem süßlichen Rauch der Räucherpfannen. Musik – tiefe Lyren und helle Flöten – wob sich durch die Gärten wie unsichtbare Finger, die über nackte Haut strichen.Livia Valeria stand am Rande des Säulengangs, halb verborgen hinter einem Vorhang aus Efeu und weißen Rosen. Ihr pechschwarzes Haar war zu kunstvollen Locken gelegt, durchzogen von feinen goldenen Bändern, doch eine einzelne Strähne hatte sich gelöst und fiel ihr über die Schulter. Das Gewand aus tiefrotem Tyros-Purpur umschmeichelte ihren Körper, als wäre es aus der Nacht selbst gewoben. Es betonte die schmale Taille, die sanfte Rundung ihr
ปรับปรุงล่าสุด : 2026-05-08 อ่านเพิ่มเติม