Marcus trug Livia, so weit seine Kräfte reichten. Ihr Körper fühlte sich leicht an in seinen Armen, doch das purpurne Band zwischen ihnen wog schwer wie Blei. Jeder ihrer flachen Atemzüge hallte in seiner eigenen Brust wider. Sie hatte zu viel gegeben. Zu viel von sich selbst in ihn hineingeflossen.Der Wald wurde dichter, wilder. Die Pinien wichen hohen, moosbedeckten Felsen. Ein schmaler Bachlauf führte sie zu einer verborgenen Schlucht. Dort, halb verdeckt von wildem Efeu und herabhängenden Wurzeln, klaffte der Eingang einer Höhle – alt, dunkel, vergessen. Die Steine um den Eingang waren mit verblassten Reliefs bedeckt: Venus und Mars, Hand in Hand, umgeben von Flammen und Tauben. Ein uralter Schrein, den selbst die Hirten mieden.„Hier“, keuchte Marcus. „Die Götter führen uns.“Er trug sie hinein. Die Höhle öffnete sich nach wenigen Metern zu einer großen, von einer natürlichen Lichtöffnung in der Decke erhellten Kammer. In der Mitte plätscherte eine kleine, warme Quelle aus dem F
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