Die Jahre im Tal hatten Kael gelehrt, den Rhythmus der Erde zu verstehen, doch er hatte nie verlernt, auf die Zwischentöne der Stille zu achten. Das einfache Leben hatte seinen Körper gestärkt, aber seine Instinkte blieben die eines Raubtiers.Es war eine mondlose Nacht, als die Stille des Tals sich veränderte.Kael schreckte aus dem Schlaf auf. Neben ihm im Bett war der Platz leer, die Decke zurückgeschlagen und bereits abgekühlt. Er brauchte keine mentalen Worte, um zu wissen, wo sie war. Er spürte es an der plötzlichen Kälte, die durch die Ritzen der hölzernen Schlafzimmertür kroch – eine Kälte, die nicht vom herbstlichen Wind stammte.Er zog seine alte Jäger-Hose an, griff nach der modifizierten Klinge, die er seit Monaten nicht mehr poliert hatte, und trat leise hinaus auf die Veranda.Draußen stand Seraphina am Rand der Klippe, den Blick starr nach Westen gerichtet. Ihre langen, dunklen Haare peitschten im Wind, und um ihre Gestalt lag ein feiner, goldener Nebel, der die Dunkelh
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