***VERA***Esther hörte nicht auf zu zittern. Ihre Hände, ihre Schultern, sogar ihr Atem—alles bebte, als wollten ihre Knochen aus ihrem Körper fliehen. Ich packte ihre Handgelenke, um sie zu beruhigen, aber sie sah immer noch aus wie ein verängstigtes Reh, das auf einen Raubtier starrte, den ich nicht sehen konnte.„Esther. Atme“, sagte ich leise.Sie tat es nicht. Sie blinzelte nur schnell, ihre Brust hob sich viel zu rasch, Panik wirbelte in ihren Augen.„Sieh mich an“, versuchte ich es erneut.Schließlich tat sie es—kaum. Es fühlte sich an, als würde sie mich gar nicht wirklich sehen, sondern durch mich hindurch auf etwas weitaus Schlimmeres starren.„Sag mir, was passiert ist“, sagte ich.Esther fuhr sich mit den Handflächen über das Gesicht. Ihre Finger zitterten. Mehrere Sekunden lang weigerte sich ihre Stimme, herauszukommen.Dann—„Wir müssen das Schloss verlassen“, flüsterte sie. „Vera… wir müssen gehen. Jetzt.“Mein Herz stolperte. „Warum?“Sie lief einmal hin und her, dann
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