KAPITEL 19|| Ruth Valehunters Perspektive ||Seris kommt so blass durch das Tor, dass ich nach ihr greife, noch bevor sie spricht.Sie ist nicht die Art von Mädchen, die in einen Innenhof läuft und ihre Angst herausposaunt. Seris trägt Angst so, wie manche Frauen Glas tragen: vorsichtig, mit beiden Händen ruhig, mit einem Gesicht, das so beherrscht ist, dass niemand sonst erkennen kann, wie nah der Boden unter ihnen ist. Aber heute liegt keine Weichheit in ihrem Ausdruck und keine Farbe auf ihren Wangen. In dem Moment, als ich sie sehe, weiß ich, noch bevor sie ein Wort sagt, dass das, was sie da mit sich herumträgt, Zähne hat.Ich überquere den Hof so schnell, dass einer der Wachleute besorgt aufblickt. Es ist mir egal. Meine Hand findet ihren Ärmel und dann ihr Handgelenk, zuerst sanft und dann fester, als ich spüre, wie kalt ihre Haut ist. Ihre lavendelfarbenen Augen treffen die meinen mit einer seltsamen, fernen Stetigkeit, und für einen Herzschlag lang denke ich, sie könnte ohnm
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