LOGINRuth Valehunter überlebte ihre zerrüttete Ehe und hätte nie gedacht, dass ihr leichtsinniger One-Night-Stand sie in die Arme des Feindes ihres Gefährten, Kaiser Leviathanhowl, treiben würde. Bekannt als der unbarmherzige Lykaner, bekam Kaiser Leviathanhowl immer, was er wollte. Aber wird Kaiser immer noch dieselbe Frau wollen, die sein Bruder teilt? Oder ist Ruth dazu bestimmt, ihre Ehe erneut zu verlieren?
View More## KAPITEL 1: Zeit für mich
|| Ruths Sicht ||
Bist du jemals auf die bestmögliche Art gefickt worden? So gründlich gefickt, dass der Gedanke, dich nie wieder von dieser Stelle zu bewegen, nicht nur logisch, sondern wie der einzig vernünftige Weg erscheint?
Ich streckte mich mit einem köstlichen Ziehen zwischen meinen Beinen und ein langsamer, träger Blick zur Seite bestätigte die Quelle dieses wunderbaren Schmerzes. Und oh, was für eine Quelle er war!
Er schlief noch, die Laken um seine Hüften geschlungen, was einen Rücken mit genug Muskeln enthüllte, um einen Bildhauer zum Weinen zu bringen.
Die Erinnerungen an die Nacht blitzten vor meinen Augen auf wie ein plötzliches, schmutziges und herrliches Theaterstück, dem ich zusah. Die Art, wie seine Hände meine Hüften gepackt hatten, das tiefe Knurren in seinem Ohr und dieses absolute, zehenaufrollende, atemberaubende…
Mein Gehirn kam kreischend zum Stillstand. Richtig. Er war nicht mein Ehemann.
Das warme, wohlige Gefühl verflog und wurde durch einen kalten Schock der Realität ersetzt. Die ersten Streifen der Dämmerung erhellten bereits den Himmel draußen vor dem schmutzigen Fenster des Gasthauses, also musste ich jetzt handeln.
Ich glitt aus dem Bett mit der Anmut einer Diebin, die ich, wie ich vermutete, technisch gesehen auch war. Ich schnappte mir meine Kleider von dort, wo sie hingeworfen worden waren... über den Stuhl, auf die Lampe... und zog mich schneller an, als ich es je in meinem Leben getan hatte.
Ich warf dem schlafenden Fremden einen letzten Blick zu… ein prachtvoller Fehler… ein glorreicher, skandalöser, potenziell einen Rudelkrieg auslösender Fehler.
Kaiser Leviathanhowl.
Ich schlüpfte durch die Tür und hielt den Atem an, bis die Klinke mit dem leisesten Seufzen ins Schloss fiel.
Der Flur des Blackfen Inn war leer, als ich praktisch die Treppe hinunterflog und hinaus in die Morgenluft der Außenbezirke eilte.
Meine Geschichte war natürlich, dass ich meine Eltern und meine jüngere Schwester zwei Territorien weiter besuchte. Meine wahre Geschichte war, dass ich eine Nacht gebraucht hatte… eine Nacht weg von den endlosen Pflichten, den wachsamen Augen und der erdrückenden, seelenzerstörenden Langeweile meiner Ehe.
Also war ich direkt hierher in das Nirgendwo gekommen, hatte ein paar starke Drinks hinuntergekippt und irgendwie die Blicke mit ihm quer durch die überfüllte Taverne gekreuzt. Der Rest war, wie man so schön sagt, Geschichte – eine, die ich mit ins Grab nehmen würde.
Als die imposanten Tore des Grimclaw-Dominiums in Sicht kamen, zog sich mein Magen vor Schuldgefühlen und verblassender Glückseligkeit zusammen. Die zwei Wachen am Tor fuhren kerzengerade herum und senkten die Köpfe, als ich vorbeiging.
„Luna Ruth Valehunter“, murmelte einer, seine Augen weit aufgerissen.
Ich hatte sie offensichtlich beim Dösen erwischt. Normalerweise hätte ich etwas gesagt, aber heute ging ich einfach wortlos an ihnen vorbei. Ich hatte keine Energie für Disziplinarvorträge. Ich musste eine Lüge aufrechterhalten.
Das Schloss war ruhig und meine Stiefel hallten auf den Steinböden, als ich durch die vertrauten Korridore eilte. Ich musste es nur bis in meine Gemächer schaffen. Musste nur seinen Geruch abwaschen. Musste nur…
„Wie war deine Reise?“
Ich durchquerte gerade die Haupthalle… den dämlichen Thronsaal… als eine Stimme durch die Stille schnitt, tief und kalt genug, um mein Blut gefrieren zu lassen.
Ich chrak auf, meine Hand flog an meine Brust. Als ich in die Schatten an der gegenüberliegenden Wand spähte, konnte ich gerade noch die Gestalt eines Mannes ausmachen, der in einem hochlehnigen Sessel lümmelte. Nicht irgendein Mann… mein Mann… Alpha Ralph.
Er erhob sich geschmeidig aus den Schatten mit seinem üblichen steinernen Gesichtsausdruck.
„Ralph!“, quietschte ich, meine Stimme eine Oktave zu hoch. „Du hast mich erschreckt. Ich habe dich da drüben nicht gesehen.“
„Offensichtlich“, sagte er mit flacher Stimme.
Er machte einen Schritt näher, und ich betete zur Mondgöttin, dass das Geruchsmaskierungselixier, mit dem ich mich im Gasthaus überschüttet hatte, immer noch Überstunden leistete, um Kaisers Geruch an mir zu verbergen.
„Ich vertraue darauf, dass es deiner Familie gut geht?“, fragte er kalt.
„Oh, ja! Sehr gut. Mutter lässt grüßen.“ Die Lügen sprudelten nur so heraus, glatt und geübt.
Er blieb ein paar Schritte entfernt stehen, seine dunklen Augen bohrten sich in mich.
„Stell dir meine Besorgnis vor“, begann er, wobei seine Stimme in dieses tiefe, gefährliche Register sank, das meine Knie aus all den falschen Gründen immer weich werden ließ, „als die Eskorte, die ich angewiesen hatte, meine Luna zu begleiten, zurückkehrte, um mir zu sagen, sie hätten dich an der Kreuzung verloren. Dass du darauf bestanden hättest, allein weiterzugehen.“
Ich erzwang ein süßes, entwaffnendes Lächeln.
„Mein Geliebter, ich brauchte einfach etwas Zeit für mich. Es war eine kurze Reise. Ich bin vollkommen dazu fähig.“
„Du bist die Luna des Grimclaw-Dominiums“, stieß er hervor. „Du bist nicht ‚fähig‘. Du wirst beschützt. Dieses Verhalten ist nicht nur leichtsinnig, es ist unter deiner Würde.“
Ich streckte die Hand aus und legte sie auf seinen Arm.
„Es tut mir leid, Ralph. Wirklich. Ich musste einfach meinen Kopf freibekommen. Ich habe dich vermisst.“ Der letzte Teil war eine glatte Lüge und das wussten wir beide.
Er zog sich nicht zurück, aber sein Blick wurde nicht weicher. Er schwieg für einen langen Moment, starrte mich einfach an… und dann bebten seine Nasenflügel… ganz leicht.
Mein Blut wurde zu Eis.
„Warum“, sagte er langsam, „trägst du einen Geruchsmaskierer?“
Oh, Mist.
„Einzelgänger“, platzte ich heraus. „Ich war allein unterwegs. Ich wollte keine ungewollte Aufmerksamkeit erregen.“ Es klang selbst in meinen eigenen Ohren fadenscheinig.
Ralphs Augen verengten sich zu Schlitzen. Ich wusste, dass er mir nicht glaubte… keine Sekunde lang.
„Wie vorteilhaft, dass du so… strategisch gedacht hast“, sagte er, seine Stimme triefte vor Sarkasmus. Schließlich schüttelte er meine Hand ab. „Geh ins Bett, Ruth.“
Temporäre und zerbrechliche Erleichterung schwemmte über mich hinweg, als ich mich zum Gehen umwandte.
„Ich habe einen Boten zu deinen Eltern geschickt“, seine Stimme ließ mich wie angewurzelt stehenbleiben. „Um deine sichere Ankunft und Rückkehr zu bestätigen. Sie sollten bis zum Morgengrauen mit einer Antwort zurück sein.“
Ich drehte mich nicht um… ich konnte ihn die pure Panik in meinem Gesicht nicht sehen lassen.
„Und die Mondgöttin stehe dir bei“, fügte er hinzu, die Worte ein leises, tödliches Versprechen, „wenn du mich anlügst.“
Den Rest des Weges zu meinen Zimmern rannte ich fast.
Ich ließ mich in das große, kalte, leere Bett fallen und starrte mit rasendem Herzen an den Baldachin. Was tun, was tun, was tun?
Ich könnte eine Krankheit vortäuschen. Ich könnte sagen, meine Eltern seien weg, um Verwandte zu besuchen… aber jeder Plan, den ich ausheckte, klang dümmer als der vorherige.
Ich lag eine Ewigkeit lang da, schwankte zwischen purer Todesangst und verzweifelter Strategiefindung, bis das Sonnenlicht, das durch mein Fenster strömte, sich wie ein anklagendes Rampenlicht anfühlte.
Dann ein lautes Klopfen an der Tür.
Ich saß kerzengerade im Bett, als die schüchterne Stimme einer Dienstmagd durch die Tür drang.
„Luna Ruth Valehunter?“
„Ja?“, krächzte ich.
„Der Alpha bittet um Ihre sofortige Anwesenheit im Thronsaal.“
Mein Magen rutschte mir glatt durch den Boden… der Bote war zurück. Die Sonne war aufgegangen und mit ihr mein Urteil…!
KAPITEL 171|| Ruths Perspektive ||Ich fand Riven am nächsten Morgen im Ostflügel. Die Bastion war ruhiger, als sie es seit Monaten gewesen war. Nicht still, denn Stille existierte nicht an einem Ort voller Wölfe, die versuchten, ihr Leben wieder aufzubauen, aber ruhiger. Der Krieg war vorbei, und die Leute begannen sich zu erinnern, wie sich ganz normale Morgen anfühlten. Heiler bewegten sich durch die Flure und trugen Vorräte, anstatt sich auf Massen von Verletzten vorzubereiten.Boten überbrachten Berichte über Reparaturen anstelle von Feindbewegungen. Die gesamte Bastion fühlte sich an, als würde sie lernen, wieder zu atmen. Riven saß nahe einem der östlichen Fenster, als ich ihn fand. Eine Tasse Tee stand unberührt neben ihm. Morgenlicht ergoss sich über den Boden und erfasste die Seite seines Gesichts. Er sah gesünder aus als am Tag zuvor, obwohl das nicht viel hieß. Gestern hatte er ausgesehen wie ein Mann, der nur durch Sturheit und eine Ansammlung von Verletzungen zusammenge
KAPITEL 170|| Rivens Perspektive ||Ich wohnte jeder Verhandlung bei. Nicht, weil mich jemand darum gebeten hätte. Nicht, weil meine Anwesenheit erforderlich gewesen wäre. Das formelle Verfahren hätte perfekt funktioniert, ohne dass ich im hinteren Teil des Raumes saß und Wölfen dabei zusah, wie sie ihre Entscheidungen vor Räten erklärten, die vom Krieg bereits erschöpft waren. Dennoch nahm ich an drei Tagen jeden Morgen denselben Platz ein, blieb durch jede Verhandlung hindurch und ging erst, wenn der letzte Name aufgerufen worden war. Die meisten Leute nahmen an, ich würde Informationen sammeln. Ich ließ sie gewähren.Die Annahme war verständlich. Die Wahrheit war einfacher. Ich hielt Ausschau nach einem einzigen Gesicht. Die Erkenntnis setzte sich mit jedem verstrichenen Tag tiefer fest. Während der Krieg die Aufmerksamkeit aller in Anspruch nahm, während Morwenna und Balthrek jeden verfügbaren Teil des strategischen Denkens besetzten, blieb eine unerledigte Sache zurück, die sich
KAPITEL 169|| Ralphs Perspektive ||Ich kam als Letzter durch die Tore. Es hatte sich einfach so ergeben. Kaiser hatte den Innenhof zuerst erreicht, und Ruth hatte ihn erreicht. Riven war sofort von drei Heilern und zwei Wölfen abgefangen worden, die erfolglos versuchten zu verbergen, wie besorgt sie waren.Zu der Zeit, als ich unter dem Torbogen hindurchging, hatte sich der Großteil der Aufmerksamkeit bereits auf die Leute verlagert, die sie mehr brauchten. Was völlig in Ordnung war. Ich hatte genug Jahre damit verbracht, beobachtet zu werden, um es zu schätzen, ignoriert zu werden. Das Problem war, dass ich nicht ignoriert wurde. Das Rudel sah zu. Ich spürte es sofort. Hunderte von Augen folgten meiner Bewegung über den Innenhof, wartend, abschätzend, versuchend zu verstehen, was genau durch diese Tore zurückgekehrt war.Die alte Version von mir hätte sich automatisch angepasst. Die Haltung gestrafft. Den Gesichtsausdruck kontrolliert. Die vertraute Maske wieder aufgebaut, bevor ir
KAPITEL 168|| Ruths Perspektive ||Ich war im Hof, als sich die Tore öffneten. Nicht, weil mir jemand gesagt hatte, dass ich dort stehen sollte, und nicht, weil meine Arbeit im medizinischen Trakt auf irgendeine saubere oder vollständige Weise beendet war. Die am schwersten Verwundeten waren jetzt stabil, die Heiler hatten ihren Rhythmus gefunden, und es gab endlich genug Platz im Raum, dass ich wegtreten konnte, ohne das Gefühl zu haben, jemanden im Stich zu lassen, der noch meine Hände brauchte.Ich ging also nach draußen, weil die Nachricht besagte, dass sie zurückkehrten, und weil das Warten hinter Steinmauern plötzlich unmöglich geworden war. Der Hof füllte sich bereits, als ich ankam. Wölfe sammelten sich in ungleichmäßigen Gruppen, einige verwundet, einige erschöpft, einige standen einfach nur da, weil sie sich nicht dazu bringen konnten zu sitzen, während die Tore geschlossen blieben. Der Krieg mochte auf dem Papier vorbei sein, aber der Körper glaubte nicht an Sicherheit, b
KAPITEL 5: Flüstern in der DunkelheitPerspektive des AutorsEine einsame Gestalt, gehüllt in einen dunklen Kapuzenmantel, bewegte sich durch das Innere des Waldes; ihre Schritte waren schnell und unsicher.Sie stolperte über eine knorrige Wurzel, ein scharfer Keuchen wurde von der dicken Nacht
## KAPITEL 4: Der Garten der Geheimnisse|| Ralphs Sicht ||Die reizende Luna..!Die Worte echoten in meinem Schädel, während jeder Instinkt danach schrie, über den schweren Tisch zu hechten und dieses süffisante Grinsen mit meinen Fäusten aus seinem Gesicht zu prügeln.. ihm genau zu zeigen, was mi
KAPITEL 3|| Ralphs Perspektive ||Götter, ich hasste das..!Die Luft im Thronsaal, die normalerweise voll von meiner eigenen Autorität war, stank nun nach.. nach ihm.Kaiser.. Mein Bruder..Das Wort selbst war eine bittere Pille, die ich nie wieder hatte schlucken wollen. Er stand da, als gehöre d
## KAPITEL 2: Der Bote und die Maske|| Ruths Sicht ||Eine lange, schreckliche Minute lang lag ich einfach so auf dem kalten [Boden] und starrte den Baldachin an, während ich mir hundert verschiedene Ausgänge ausmalte, einer katastrophaler als der andere.Exil. Öffentliche Schande. Für ein Jahrhun











