Kapitel Vier: Gezeiten der BindungDie Nacht drückte um uns herum, der Silbergrat warf Schatten wie gezackte Zähne über das Tal darunter. Der Mond hing hoch und voll, eine silberne Scheibe, die auf den Felsen zu leben schien. Ich hielt Abstand von Lucien, doch ich konnte das Ziehen der Bindung unter meiner Haut spüren, das an mir zerrte, unerbittlich und beharrlich. Jeder Herzschlag, jeder flache Atem hauchte seine Präsenz, selbst wenn seine grauen Augen von Erschöpfung gefüllt waren.Er stand einige Schritte entfernt, angespannt, die Schultern eingenommen, obwohl Müdigkeit sein Gesicht zeichnete. Ich sah das leichte Zittern in seinen Händen, wie sein Wolf unter der Haut regte, aber sich weigerte, hervorzubrechen. Der Fluch hatte seinen Tribut gefordert, und doch trug er noch immer jene gebieterische Haltung, die er immer gehabt hatte. Diese Alpha-Dominanz, die ich einst gefürchtet hatte, mischte sich nun mit etwas Zerbrechlichem, Verletzlichem und unwahrscheinlich Menschlichem.„Ich
Zuletzt aktualisiert : 2026-06-19 Mehr lesen