Kapitel Elf: Gebrochene SchattenDer Wald war ruhelos, auf eine Weise lebendig, die meine Haut kribbeln ließ. Jedes Rascheln der Blätter, jedes leise Knacken eines Astes schien absichtlich, berechnet, als würden die Bäume selbst Geheimnisse flüstern, die sie nicht laut auszusprechen wagten. Der Mond hatte sich hinter Wolken geschoben und hinterließ nur ein schwaches, unsicheres Licht, das den Waldboden in gedämpfte graue Muster tauchte. Schatten dehnten und verzerrten sich auf unnatürliche Weise, und ich spürte, wie sie gegen mich drückten, mich sondierten, prüften und mich herausforderten, einen Fehltritt zu begehen.Er bewegte sich vor mir, fließend und bedacht, jeder Schritt beinahe lautlos; seine Präsenz war ein Anker, an den ich mich klammern konnte. Mein Herz raste, aber es war nicht nur Angst, die es zum Hämmern brachte – es war Vorfreude, ein Gefühl, dass wir uns einem Moment näherten, der alles verändern würde. Er hatte mich wiederholt gewarnt, mit leiser, kontrollierter Stim
Last Updated : 2026-07-04 Read more