Clara zählte die Sekunden zwischen den Schritten des Wächters.Siebenunddreißig. Achtunddreißig. Neununddreißig.Der Rhythmus war zu ihrer Uhr geworden, zu ihrer Karte, zu dem Einzigen, worauf sie sich verlassen konnte in diesem fensterlosen Raum, der nach Beton und schwachem Bleichmittel roch. Sie saß mit dem Rücken an der kalten Wand, die Knie angezogen, und lauschte. Die Schritte verlangsamten sich immer kurz vor ihrer Tür, hielten drei Schläge lang inne und gingen dann weiter. Ein kleines Zögern. Menschlich. Nicht maschinell.Sie war lange genug hier, um Muster zu erkennen. Drei Tage? Vier? Die Zeit verschwamm ohne Fenster, aber sie weigerte sich, sich davon verschlucken zu lassen. Jedes Detail war eine Waffe. Jede Stille ein Werkzeug.Das Schloss klickte.Elias trat ein, ein Tablett in den Händen – wieder einfaches Essen, Brot, irgendein Eintopf, Wasser. Er sah sie nicht sofort an. Jung, vielleicht Ende zwanzig, mit müden Augen, die schon zu viel gesehen hatten, aber unter der Hä
Dernière mise à jour : 2026-07-21 Read More