Es vergingen noch fünf Tage.Fünf Tage, in denen sie zusammen aßen. In denen sie über den Einkauf sprachen, über einen undichten Wasserhahn im Gästezimmer, über die Tatsache, dass Victor seinen Terminkalender um zwei Meetings gekürzt hatte, ohne es groß anzukündigen. In denen er nicht nachfragte, wann sie zurückkommen würde, und sie nicht erklärte, warum sie den Abstand noch brauchte.Am sechsten Abend saßen sie wieder in der Küche. Das Essen war einfach – gebratenes Gemüse, Reis, nichts, das Aufmerksamkeit verlangte. Clara legte die Gabel beiseite, stützte die Ellbogen auf den Tisch und sah ihn an.„Ich komme heute Nacht rüber.“Victor hörte auf zu kauen. Nur für einen Moment. Dann legte er die Gabel ruhig ab.„In Ordnung.“Keine Frage. Kein „Bist du sicher?“. Kein Aufstehen, um frische Bettwäsche zu holen oder das Licht besonders zu dimmen. Er nickte nur, als hätte sie gesagt, dass sie noch einen Tee trinken wollte.Clara spürte, wie etwas in ihrer Brust sich gleichzeitig löste und
Zuletzt aktualisiert : 2026-08-22 Mehr lesen