Es war ein Donnerstag Abend, genau vier Wochen nach dem Tag, an dem Clara die Regeln ausgesprochen hatte.Draußen regnete es nicht. Der Himmel war klar, die Luft kühl und still. Das Haus roch nach dem einfachen Essen, das sie zusammen zubereitet hatten – Kartoffeln, Gemüse, nichts, das Aufmerksamkeit verlangte. Sie hatten in der Küche gestanden, nebeneinander, und kaum gesprochen. Nicht weil es nichts zu sagen gab. Sondern weil das Schweigen inzwischen tragen konnte.Nach dem Abwasch blieb Victor in der Küche zurück, als Clara schon ins Wohnzimmer ging. Sie hörte, wie er noch einen Moment stand, dann die Treppe hochkam. Als er ins Zimmer trat, hatte er nichts in der Hand. Keine Schachtel. Kein Umschlag. Nur sich selbst.Clara saß auf dem Sofa, die Beine angezogen, ein Buch auf dem Schoß, das sie nicht las. Sie sah auf, als er stehen blieb.„Kann ich mich setzen?“, fragte er.„Ja.“Er setzte sich nicht neben sie. Er setzte sich auf den Sessel gegenüber. Genug Abstand, dass sie den Raum
Zuletzt aktualisiert : 2026-08-30 Mehr lesen