Kapitel EinhundertsiebenNinas PerspektiveIhr Parfüm eilte ihr voraus – derselbe schwere, süßliche Duft, der mich im Modehaus beinahe erstickt hatte. Das Klacken ihrer Absätze auf dem klebrigen Flur klang wie das Ticken einer Zeitbombe.„Ich brauche etwas, das richtig heraussticht!“, rief sie ihren Begleiterinnen zu. „Mein Vater hat heute Abend ein Treffen mit den Investoren, und ich werde sicher nicht aussehen wie eine von diesen billigen Tänzerinnen hier!“Ich presste meinen Rücken so fest gegen das Regal mit den Designerhandtaschen, dass das Leder in mein Rückgrat drückte. Nikolais Jacke war fest um mein Gesicht gezogen, nur ein schmaler Sehschlitz blieb frei. Meine Finger gruben sich tief in meine Hosentasche, umklammerten das frische Bargeld, als könnte es sich jeden Augenblick in Rauch auflösen.Nicht jetzt. Bitte, Gott, nicht jetzt.Sie stürzte förmlich in den kleinen Verkaufsraum, gehüllt in ein enges, glitzerndes Kleid, das viel zu kurz für die kühle Abendluft war. Ihre drei
Última actualización : 2026-09-14 Leer más