
Seine geheime Frau, schwanger im 8. MonatIm achten Monat schwanger – mein Mann, der Ermittlungspolizeichef, hatte endlich Zeit gefunden, mich zum ersten Mal zur Vorsorgeuntersuchung ins Krankenhaus zu begleiten.
Doch kaum hatten wir das Krankenhaus betreten, da vibrierte sein satellitengesichertes Notfalltelefon heftig.
Der Name des Anrufers flackerte nur kurz auf – doch mein sonst so gelassener Mann erstarrte sofort.
„Schatz, roter Alarm. Ein international gesuchter Flüchtiger ist ins Land eingedrungen. Es tut mir leid … ich …“
Voller Angst und mit jener unnachgiebigen Entschlossenheit, die nur jemand mit hoher Autorität besitzt, entschuldigte er sich hastig und verschwand.
Ich starrte dem Heck seines Geländewagens nach, bis er davonbrauste. Meine Fingernägel hatten längst den Untersuchungsbericht zerkrümelt.
Mit hochgeschwollenem Bauch hielt ich ein Taxi an und sagte schnell:
„Fahrer, dem Wagen da voraus.“
Hä? Roter Alarm? Was für eine lächerliche Lüge.
Selbst das Staatssicherheitsamt, in dem mein Vater arbeitet, hatte keine entsprechende Meldung erhalten. Was für einen dringenden „Flüchtigen“ soll ein bloßer Hilfsermittler bitte eigenhändig jagen?
Ich will nur sehen, welcher „hohe Vorgesetzte“ es so eilig hat, ihm „Befehle“ zu erteilen.