Das zweite Leben der machtlosen Donna
Ich wachte auf und war wieder 28 Jahre alt.
Ich hatte Santino zwei Erben geboren, Zwillinge. Und mein Mann war Santino Genovese, der gefürchtetste Don der Mafia in Veridia.
Er stand an der Spitze der Kommission der Fünf Familien.
Sein markantes Profil prangte über mehrere Ausgaben hinweg auf dem Cover des exklusivsten Magazins der Unterwelt.
Sogar die ältesten valerianischen Familien standen Schlange, um ihm ihre Töchter anzubieten.
Alle Frauen in Altoria beneideten mich um mein Glück.
Doch das Erste, was ich nach dem Aufwachen tat, war, die Scheidungspapiere zu nehmen. Die Tinte darauf war noch nicht einmal ganz trocken. Dann legte ich sie Jessy hin, seiner Jugendliebe.
„Mein Anwalt kümmert sich um die Scheidung. Die Immobilien und das Vermögen gehören dir. Santino gehört dir. Die Kinder auch.“
Jessy saß mir gegenüber und konnte es nicht fassen. Ihre Augen waren vor Schock weit aufgerissen.
„Bist du verrückt, Alessia? Ist das irgendein Trick?“
„Wie kann eine Frau, die seit sechs Jahren Donna ist, das alles so einfach aufgeben?“
Ich senkte den Blick. Meine Stimme blieb ruhig. „Da ohnehin alle dich bevorzugen, fand ich, dass es Zeit war, Platz zu machen.“
„Lass Santino einfach unterschreiben und seinen Siegelring in das Wachs drücken.“
„Sobald die Scheidung rechtskräftig ist, werde ich Veridia für immer verlassen.“
Diesmal würde ich nicht noch einmal denselben Fehler machen.
Ich würde nie wieder eine Donna nur im Namen sein.