Er, der bereute
Acht Jahre nach der Scheidung hätte Niklas Braun nicht erwartet, seiner Ex-Frau in einem Krankenhaus zu begegnen.
Diana Weber, einst ein verwöhntes Götterkind, das nie einen Finger krumm machen musste, war nun Ärztin – und sie hinkte.
„Wer ist das?“, fragte sein siebenjähriger Sohn.
Niklas zögerte eine Weile. „Ein alter Bekannter, den ich lange nicht gesehen habe.“
Niklas war stets kalt und gefühllos. Getrieben von Rache, hatte er im erbarmungslosen Geschäftsleben schon viele schmutzige Dinge getan.
Nie hatte er Gewissensbisse. Nie hatte es ihn gereut. Niemals.
Doch eine Erinnerung verfolgte ihn stets: wie sie ihn damals mit einer Glasscherbe in die Schulter stach und ihm schluchzend ihren Hass entgegenschrie.
...
Vor acht Jahren war Diana von ihrer Familie verstoßen und von ihrer Liebe verraten worden. Sie floh aus der Stadt.
Acht Jahre später kehrte sie zurück. Und traf erneut auf Niklas.
Er hatte jetzt ein Kind. Und trug einen neuen Ehering.
Sie hatte inzwischen einen neuen Partner und ein Kind.
Hass, Liebe, all die Verstrickungen – es war vorbei.
Bis Diana sein Geheimnis entdeckte: Das Kind war ihr Kind. Und der Ehering an seinem Finger war jener, den sie vor acht Jahren ins Meer geworfen hatte.
Er war verrückt, besessen und störrisch – ein Mann, der in der Vergangenheit lebte.
Vom streunenden Hund des Waisenhauses hatte er sich zum Herrscher der Geschäftswelt hochgekämpft, ohne je zurückzuweichen.
Doch an jenem eisigen Wintertag, als der Wind heulte, verschwand jede Fassade von Selbstbeherrschung. Um sie zu halten, wurde er rücksichtslos, warf alles über den Haufen – und ging schließlich vor Diana auf die Knie.
Es reute ihn.
„Es reut mich“, sagte er.