LOGINDie Kindheit der meisten Menschen ist eine schöne Erinnerung. Eine sanfte Liebkosung. Eine väterliche Lektion. Das Bild einer glücklichen Familie. Ein Lächeln und ein Kuss. Meine war nicht anders. Ich wuchs als Einzelkind auf und verbrachte meine Tage mit meiner Familie und meinen Freunden. Zumindest, bis ich acht wurde.
An einem Tag wie jedem anderen ging mein Vater zur Arbeit. Aber er kam nie zurück. „W
Die Kindheit der meisten Menschen ist eine schöne Erinnerung. Eine sanfte Liebkosung. Eine väterliche Lektion. Das Bild einer glücklichen Familie. Ein Lächeln und ein Kuss. Meine war nicht anders. Ich wuchs als Einzelkind auf und verbrachte meine Tage mit meiner Familie und meinen Freunden. Zumindest, bis ich acht wurde.An einem Tag wie jedem anderen ging mein Vater zur Arbeit. Aber er kam nie zurück. „Wo ist Papa?“, fragte ich meine Mutter, jeden einzelnen Tag. „Er kommt wieder, mach dir keine Sorgen…“, antwortete sie mir immer. Dasselbe Lächeln, die Augen warm vor Liebe. Gewissheit. Ich dachte immer, er würde eines Tages zurückkehren. Meine Mutter war sich schließlich sicher.Tag um Tag wartete ich. Eines Nachts wachte ich auf und fand meine Mutter allein im Wohnzimmer. Sie weinte. Hilflos, einsam und voller Angst.
Als ich sehe, wie Kazuya Ayase das Messer an die Kehle drückt und ihr Gesicht vor Angst verzerrt ist, spüre ich, wie etwas Kaltes nach meinem Herzen greift. Angst.„Kazuya! Was zum Teufel tust du da?!“, fahre ich ihn an, mein Kopf rast. Auch Mayu tritt vor, ihre Stimme gezeichnet von Unglauben. „Kazuya… was soll das bedeuten?“„Gebt mir die Schlüssel! Gebt sie mir einfach her!“, zischt Kazuya, sein Gesicht eine Mischung aus Schmerz und Entschlossenheit.Was zum Teufel ist hier los?!Ein Ausdruck der Überraschung huscht kurz über sein Gesicht. „Sie hat es euch nicht gesagt, oder? Und ich hab mich schon gewundert, WARUM ihr alle so ruhig seid!“„Was meinst du? Wer ist… ‚sie‘?“, fragt Norik
„Da steckst du also!“ Mit einem hysterischen Lachen, das mit jedem Schritt näher kommt, marschiert der Lehrer auf mich zu. In meinem Kopf schrillt eine Sirene, die mich dazu bringt, mich vom Boden abzustoßen und humpelnd um den Labortisch in der Mitte des Raumes zu flüchten.„Verschwinde! Geh weg von mir!“ Ich lehne mich über den Tisch und greife nach dem erstbesten Gegenstand, den ich finden kann, bevor ich ihn blindlings in seine Richtung schleudere. Ein Fläschchen fliegt aus meiner Hand und zerschellt an seinem erhobenen Arm.„Du bist unartig. Ich werde dich bestrafen müssen, junger Mann!“ Sein Grinsen verwandelt sich in ein finsteres Stirnrunzeln, und seine Augen verengen sich gefährlich. „Weglaufen ist zwecklos, denn ich habe das hier…“ Sein Blick wird wieder hämisch, als er einen vertrauten Sc
Blasen steigen aus meinem Mund auf und ein betäubender Schmerz schießt durch meinen Körper. Ich ersticke und kann nichts anderes tun als zu warten. Wie fühlt sich der Tod an? Halt den Mund! Ich weigere mich, es so enden zu lassen… ich weigere mich… Doch Willenskraft ist alles, was ich habe. Kein Plan, gar nichts. Werde ich wirklich hier sterben? Meine Lunge zieht sich immer weiter zusammen, während ein stechender Schmerz durch meine Brust schießt. Es tut weh… Das war’s…Gerade als ich kurz davor bin, alles aufzugeben und auf den Grund dieser eiskalten Wassergrube zu sinken, spüre ich, wie die Wasseroberfläche über meinen Armen sinkt. Was? Sofort begreife ich, dass der Wasserspiegel fällt, und ich schwimme verzweifelt nach oben, um Luft zu schnappen. Durch irgendein Wunder schaffe ich es
„AAAAAH!!“ Ich schreie, während ich im freien Fall in den Raum stürze, da der Boden unter mir weggebrochen ist. Dabei blicke ich direkt in den flammenden Abgrund, der bereit ist, mich ganz zu verschlingen. Verdammt! Verdammt! Ich kneife die Augen fest zu und warte… Ich hoffe, die anderen schaffen es raus… Ich hoffe, sie sind in Sicherheit… Ayase und Mayu auch…RUMS!„UFFFF!“ Es tut weh. Es tut höllisch weh! Aber es ist nicht mein ganzer Körper… nur mein Kopf. Es ist kein Feuer. Es ist nur… Schmerz.„Aua! Was zum—“ Ich setze mich auf und öffne die Augen für etwas Unerklärliches. Ich stehe an der Seitenwand. Ich stehe, während der Rest des Raums auf dem Kopf steht. Die Tische sind rechts
„Heh.“ Ein vertrautes Kichern dringt an mein Ohr, während Ayase mir beruhigend die Hand auf die Schulter legt. „Ich erinnere mich zufällig an jeden einzelnen Eintrag!“Als hätte sie gerade Gold gewonnen, schenkt sie mir ein triumphierendes Lächeln.„Echt?!“, kann ich nur ausrufen, bevor Mayu sofort begeistert mit einstimmt.„ECHT JETZT?!“„Nun ja, ich hatte schon immer die Gabe, mir Dinge ohne große Mühe zu merken. Der Text war auch ziemlich kurz – kein Vergleich zu unserem Geschichtsbuch, wenn ihr mich fragt!“Normalerweise würde ich sie dafür necken, dass sie so arrogant ist, aber im Moment kann sie so eingebildet sein, wie sie will, denn wir könnten tatsächlich gerettet sein!