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5 – DER KRIEG

Penulis: Faith Pearl
last update Tanggal publikasi: 2026-08-27 00:31:58

„Meine Damen und Herren von der Presse, vielen Dank, dass Sie so kurzfristig erschienen sind.“

Cassius Sterling stand hinter dem Rednerpult im prächtigen Ballsaal des Plaza Hotels. Seine Hände umklammerten die Kanten so fest, dass seine Knöchel weiß hervortraten. Dutzende Kameraobjektive waren auf ihn gerichtet, während Blitzlichter in unaufhörlichen Salven aufflammten.

Hinter ihm saß Vivienne auf einem Stuhl in einem Spitzenkleid. Ihre Haltung war steif, ihre Hände fest um ein Mikrofon geschlossen, das sie bisher noch nicht benutzt hatte.

„Die verleumderischen Gerüchte, die in den letzten zwölf Stunden über Sterling Enterprises kursiert sind, sind vollständig erfunden“, verkündete Cassius. Seine Stimme dröhnte durch die Lautsprecheranlage, obwohl sich nervöser Schweiß an seinem Haaransatz sammelte. „Meine ehemalige Ehefrau, Serafina Croft, hat vor unserer rechtlichen Trennung unbefugte Finanztransaktionen vorgenommen, um diese Firma zu sabotieren. Der Vorstand hat bereits ein umfassendes Strafverfahren gegen sie eingeleitet. Darüber hinaus—“

Die Türen am hinteren Ende des Ballsaals flogen auf. Der laute Knall hallte von der hohen Decke wider.

Ein kollektives Keuchen ging durch den Raum.

Die Kameras schwenkten gleichzeitig herum. Das Licht spiegelte sich auf den sechs breitschultrigen Männern in dunklen Anzügen, die als Erste den Saal betraten und sich aggressiv einen etwa ein Meter breiten Weg durch den dicht gedrängten Mittelgang bahnten.

Sera schritt mitten durch die entstandene Öffnung. Den Kopf hoch erhoben, trug sie ein smaragdgrünes Seidenkleid, das bis zum Boden reichte und sich wie flüssiges Feuer um ihren Körper legte.

Ihre Hand lag entspannt auf dem Unterarm des Mannes neben ihr.

Valerius Vance trug einen nachtblauen Zweireiher. Sein dunkles Haar war nach hinten gekämmt, und er strahlte eine tödliche Präsenz aus, die den gesamten Raum augenblicklich verstummen ließ.

Er sah nicht wie ein Assistent aus.

Er sah aus wie ein Kaiser, der ein erobertes Reich inspizierte.

„Du bist zu spät zu deiner eigenen Beerdigung, Cassius“, rief Valen. Seine Stimme war ruhig und trug mühelos über das leise Raunen der Menge hinweg.

Cassius erstarrte. Seine Augen weiteten sich, als er das Paar den Mittelgang entlang auf sich zukommen sah.

„Was soll das? Security! Schafft diese verdammten Leute aus meinem Veranstaltungsort!“

Keiner der Sicherheitsleute des Hotels rührte sich.

Zwei Vance-Vollstrecker traten an das Rednerpult, lösten seelenruhig die Funkgeräte der Sicherheitsleute und drängten sie mit flachen, demonstrativ beiläufigen Handbewegungen gegen die Vorhänge zurück.

„Dein Veranstaltungsort?“, fragte Valen amüsiert.

Er blieb einige Schritte vor der Bühne stehen, während Viktor nach vorn trat und ein verschlüsseltes Tablet direkt neben Cassius’ Notizen auf das Rednerpult legte.

„Seit heute Morgen um sechs Uhr dreißig besitzt Vance Global Holdings zweiundachtzig Prozent der ausstehenden Schuldverschreibungen auf dieses Gebäude.“

Valen lächelte kühl.

„Du solltest es inzwischen also wissen. Du stehst auf meinem Teppich, Sterling.“

Ein Reporter der Post sprang auf und hielt Valen ein Mikrofon entgegen.

„Mr. Vance! In welcher offiziellen Beziehung stehen Sie zu Mrs. Sterling?“

Valen legte seinen linken Arm um Seras Taille und zog sie eng an seine Seite.

Der gewaltige schwarze Zehnkaräter an Seras linker Hand fing das grelle Licht der Pressekameras ein und warf dunkle Reflexionen über die erste Reihe.

„Sie heißt jetzt Mrs. Vance“, erklärte Valen deutlich und sah direkt in die Ansammlung der Kameras der großen Fernsehsender.

„Und was meinen offiziellen Titel betrifft, scheint Cassius ihn während seiner Jahre miserabler Geschäftsführung vergessen zu haben.“

Er machte eine kurze Pause.

„Ich bin der Vorsitzende von Vance Global Holdings.“

Seine Stimme wurde noch kälter.

„Und der Oberbefehlshaber des Vance-Syndikats.“

Eine heftige Welle gedämpften Flüsterns ging durch den Raum.

Cassius wich jede Farbe aus dem Gesicht.

Sein Mund öffnete sich, doch kein Laut kam heraus.

Er sah Valen an – und die Erkenntnis traf ihn wie ein körperlicher Schlag.

Der bescheidene persönliche Assistent, der fünf Jahre lang seinen Aktenkoffer getragen, seine Termine organisiert und demütig den Kopf gesenkt hatte, war der Schattenkönig gewesen, der sein Unternehmen von innen heraus langsam erwürgt hatte.

„Du …“, stammelte Cassius. Seine Finger zitterten, als er auf Valen zeigte. „Du warst … du hast für die Rivalen meines Vaters gearbeitet. Du hast die Bundesermittler zu meiner Tür geführt.“

„Dein Vater hat vor zwanzig Jahren meine Familie bestohlen, Cassius“, sagte Valen.

Seine Stimme sank zu einem leisen, eisigen Flüstern, das die erste Reihe erschaudern ließ.

„Ich habe die Ermittler nicht zu dir geführt. Ich habe ihnen nur die Karten gegeben, die zeigen, wo du die Leichen vergraben hast.“

Vivienne erhob sich von ihrem Stuhl. Ihr Gesicht war von blanker Panik verzerrt, während sie von Cassius zurückwich.

„Cassius, wovon redet er? Was hast du mit den Konten gemacht?“

Sera trat vor. Ihre dunklen Augen bohrten sich in Viviennes verängstigtes Gesicht.

„Er hat vor drei Stunden das Geld für deinen Ehering für seine Strafverteidiger ausgegeben, Vivienne. Ich würde ihm die Smaragdkette zurückgeben, bevor die Marshals sie dir vom Hals beschlagnahmen.“

„Du Schlampe!“, schrie Cassius. Seine Selbstbeherrschung war endgültig gerissen.

Seine Augen waren blutunterlaufen und von einer enthemmten, gewalttätigen Wut erfüllt, als seine Hand in die linke Brusttasche seines Smokings fuhr.

Seras Blick erfasste den schwarzen Griff eines kleinen Revolvers, der unter seiner Jacke verborgen war.

„Cassius, nein!“, kreischte Vivienne und schlug sich beide Hände über die Ohren.

Noch bevor auch nur der erste Reporter von seinem Sitz aufspringen konnte, richtete Cassius den Lauf direkt auf Seras Gesicht.

Sein Finger riss in blinder, hysterischer Panik den Abzug durch.

BANG!

Der Schuss donnerte wie eine Kanonenkugel durch den geschlossenen Ballsaal und ließ den gläsernen Kronleuchter über ihnen bersten.

In dem Sekundenbruchteil, bevor die Kugel ihr Ziel erreichte, packte Valen Sera an der Schulter, wirbelte sie mit brutaler Kraft hinter seinen breiten Körper und schirmte sie vollständig mit seinem eigenen Körper ab.

Der zweite Schuss hallte durch die schreiende Menge!

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