INICIAR SESIÓNMein Mann hat unsere Tochter verkauft, um sein eigenes Überleben zu sichern. Als ich die Wahrheit herausfand, starb ich mit ihrem Namen auf den Lippen. Dann erwachte ich neunzig Tage vor der Apokalypse. Dieses Mal werde ich meine Tochter retten, eine Festung errichten, die niemand durchbrechen kann, und jeden vernichten, der uns verraten hat. Doch die Apokalypse birgt ein Geheimnis, das nicht einmal ich in meinem früheren Leben kannte, und der Mann, der mir beim Überleben hilft, könnte mit den Menschen in Verbindung stehen, die mein Kind getötet haben. Sie glaubten, das Ende der Welt würde sie unantastbar machen. Sie irrten sich. Die Welt steht kurz davor zu brennen, und dieses Mal werden meine Feinde mit ihr verbrennen.
Ver más**Serenas Perspektive**
Die Hitze war das Erste, was versuchte, mich zu töten.
Hinter den massiven Glastüren des Labors sah der Himmel aus wie ein brennender Schmelzofen. Die Sonne hatte die zerstörte Ozonschicht endgültig durchbrochen und den Himmel in ein grelles, schmerzhaftes Violett getaucht. Die Straßen unten waren voller verlassener Autos und grauer Asche, und die Luft roch stechend nach Schwefel und verbranntem Plastik.
Die Hitze war mir egal. Es war mir egal, dass meine Kehle trocken und rau war oder dass die Haut an meinen Armen voller Blasen war und sich schälte, von dem giftigen Regen, der vor drei Tagen gefallen war.
Ich stieß die schweren Türen auf, meine Stiefel zermalmten Glasscherben unter den Sohlen, und ich sah auf das Dokument in meinen Händen hinab. Das Papier war zerknittert und von meinem Blut und Schweiß befleckt, doch die Worte ganz oben waren deutlich genug, um sich für immer in mein Gedächtnis zu brennen.
FORSCHUNGSEINRICHTUNG 04 — ABTEILUNG FÜR BIOLOGISCHE RESSOURCEN.
Meine Finger zitterten so heftig, dass ich das Klemmbrett kaum halten konnte. Elf Tage lang hatte ich die sterbenden Überreste der Stadt durchsucht, hatte von lauwarmem Wasser aus Pfützen gelebt und mich mit nichts als einem Küchenmesser verteidigt. In all diesen elf Tagen hatte ich mich an eines geklammert, das mir einen Grund gab weiterzumachen: ein kleines, abgegriffenes Foto meiner fünfjährigen Tochter.
Adrian hatte mir versprochen, dass sie in Sicherheit sein würde. An jenem Morgen hatte er mir einen Kuss auf die Stirn gegeben, mir sanft das Haar aus dem Gesicht gestrichen und mir versichert, er habe veranlasst, dass Lily in ein sicheres Medizinzentrum verlegt wurde, wo alles sauber und frei von Kontamination war. Er hatte gesagt, die Ärzte dort könnten ihr rätselhaftes Fieber behandeln und ihr die Pflege geben, die sie brauchte.
Er hatte mir gesagt, ich solle zu Hause bleiben und auf ihn warten. Er hatte versprochen, dass er unsere Tochter zu mir zurückbringen würde.
Aber er hatte mich belogen.
Ich blätterte um und suchte mich durch die Reihen medizinischer Aufzeichnungen, bis meine Augen den unteren Rand des Berichts erreichten.
PROBAND 047: BEENDET.
Ich las diese zwei Worte einmal, dann ein zweites Mal und schließlich ein drittes Mal, in der Hoffnung, ich hätte irgendwie missverstanden, was sie bedeuteten. Doch die Worte blieben dieselben, und die schwarze Tinte verschwamm vor meinen Augen, bis ich sie nicht mehr klar lesen konnte.
Dann sah ich weiter unten auf der Seite nach, wo ich die Genehmigungsunterschrift fand, geschrieben in ordentlicher, vertrauter schwarzer Tinte.
Adrian Cross.
Mein Mann. Der Mann, der sein gesamtes Pharmaimperium darauf aufgebaut hatte, Menschenleben zu retten. Der Mann, der jahrelang die Welt davon überzeugt hatte, ein Held zu sein, nur um seine eigene Tochter für eine Überlebenschance zu opfern.
Er hatte Lilys Leben gegen einen Sonderausweis eingetauscht, der ihm Zutritt zu den unterirdischen Schutzbunkern der Regierung verschaffte, wo die Reichen und Mächtigen der Katastrophe entkommen konnten, die die Welt über ihnen zerstörte.
Er hatte unser kleines Mädchen weggegeben, als wäre sein Leben nicht mehr wert als Geld, das man gegen etwas Besseres tauschen konnte.
Ein furchtbarer Laut entwich meiner Kehle, aber es war kein Schrei. Es war ein gebrochenes, leeres Keuchen, wie der letzte Atemzug, der die Lunge eines Verwundeten verlässt. Einen Moment lang konnte ich mich nicht rühren, ich wusste nicht einmal mehr, wie man atmet, während sich die Wahrheit über mich legte.
Schritte hallten durch den sauberen, stillen Flur hinter mir. Ich drehte mich um und sah mehrere Wachleute näher kommen, oder das, was nach der Katastrophe von ihnen übrig war. Sie trugen dicke Schutzanzüge und Gasmasken, die ihre Gesichter verdeckten, und jeder von ihnen hielt einen elektrischen Viehtreiber in der Hand.
Keiner von ihnen wirkte wütend, als er mich mit dem Bericht dort stehen sah. Stattdessen starrten sie mich mit demselben kalten, gleichgültigen Ausdruck an, den Arbeiter in einem Schlachthaus bei ihrer Tätigkeit tragen.
Für sie war ich keine trauernde Mutter, die gerade entdeckt hatte, dass ihre Tochter tot war. Ich war einfach ein weiteres Problem, das man ihnen zu beseitigen befohlen hatte.
„Eindringling in Sperrbereich vier“, verkündete eine Stimme über Funk. „Eindringling sofort eliminieren.“
Ich versuchte nicht zu fliehen, denn ich konnte mich nicht bewegen. Meine Knie gaben nach, und ich fiel auf den kalten Fliesenboden, während ich Lilys zerknitterte gelbe Buntstiftzeichnung fest an meine Brust presste. Das Papier zeigte ein schlichtes Bild einer lächelnden Familie neben einem blauen Haus, demselben Haus, das eine Woche zuvor abgebrannt war.
Als die schweren Stiefel der Wachen näher kamen, schrillte über mir plötzlich ein weiterer Alarm. Funken fielen von einem gebrochenen Gasrohr an der Decke und landeten auf einer Reihe von Regalen mit Chemikalien, die sofort Feuer fingen.
Die Hitze umschloss mich fast augenblicklich, als sich die Flammen über den Boden ausbreiteten, meine Kleidung erreichten und meine Haut verbrannten. Der Schmerz war so entsetzlich, dass ich kaum denken konnte, und jeder Atemzug fühlte sich an, als würde er mir qualvoll aus der Lunge gerissen.
Während das Feuer mein Haar, meine Haut und meine Knochen verzehrte, wurden meine Gedanken klar, und nur ein Schwur blieb in meinem Kopf.
„Wenn es eine Hölle gibt, werde ich mich aus ihr herauskämpfen“, dachte ich, während ich durch die Flammen auf Lilys Zeichnung starrte. „Ich werde jeden Einzelnen, der meiner Tochter wehgetan hat, den Tag bereuen lassen, an dem er geboren wurde.“
Dann wurde alles vollkommen schwarz.
Sonnenlicht fiel sanft auf mein Gesicht.
Es war nicht das grelle violette Sonnenlicht einer sterbenden Welt. Es war warm und golden und drang weich durch die dünnen Leinenvorhänge vor den Fenstern.
Ich schnappte nach Luft, fuhr hoch und tastete panisch mit den Händen meine Brust ab. Ich hatte erwartet, verbrannte Haut zu spüren, den Geruch von versengtem Haar zu riechen und den entsetzlichen Schmerz zu erleiden, wie mein Fleisch dahinschmolz. Stattdessen berührten meine Finger den glatten Baumwollstoff meines Nachthemds. Meine Haut fühlte sich kühl an, und mein Körper war vollkommen unversehrt.
Meine Brust hob und senkte sich schnell, als ich tief die saubere, frische Luft einatmete.
Ich blinzelte mehrmals, sah auf meine Hände hinunter und drehte sie um, um jeden Teil davon zu überprüfen. Keine Verbrennungen, kein Blut, keine Narben.
Mein Herz hämmerte gegen meine Rippen wie ein gefangener Vogel. Langsam wandte ich mich dem Nachttisch zu und starrte auf mein Smartphone, das hell auf der dunklen Holzfläche leuchtete.
Das Datum auf dem Display war der 3. März.
Die Apokalypse würde erst in neunzig Tagen beginnen.
Bevor ich begreifen konnte, was geschah, zog der Duft frisch zubereiteten Frühstücks die Treppe herauf. Einen Augenblick später hörte ich eine fröhliche Stimme aus der Küche unten rufen.
„Serena! Das Frühstück ist fertig!“, rief Adrian aus der Küche.
Es war Adrians Stimme, weich und ruhig, genau wie sie immer gewesen war. Er klang wie ein gewöhnlicher Ehemann, der das Frühstück für seine Familie zubereitete, nicht wie der Mann, der seine eigene Tochter an eine geheime Forschungsorganisation verkauft hatte.
Er klang wie ein liebevoller Ehemann, doch ich wusste, dass sich hinter seinem vertrauten Gesicht ein Monster verbarg.
Diesmal erstarrte ich nicht vor Angst, denn eine kalte Gewissheit breitete sich in meinem Körper aus, verdrängte meine Panik und ersetzte sie durch etwas weitaus Gefährlicheres.
Ich warf die Decke zurück, setzte meine nackten Füße auf den Holzboden und eilte den Flur entlang. Ich blieb nicht stehen, um mich umzusehen, denn ich hatte nur einen einzigen Gedanken. Ich stürmte zu Lilys Zimmer und stieß die Tür auf.
Da war sie.
Meine fünfjährige Tochter lag auf der Seite unter einer rosa Decke und hielt ihren abgewetzten Stoffhasen fest an die Brust gedrückt. Ihr kleiner Brustkorb hob und senkte sich gleichmäßig, während sie friedlich schlief, völlig ahnungslos von der furchtbaren Zukunft, die ihr einst das Leben genommen hatte.
Ein Schluchzen entwich meiner Kehle, doch ich presste sofort beide Hände auf den Mund und biss mir so fest auf die Unterlippe, bis ich Blut schmeckte. Ich kämpfte darum, den Laut in mir zu behalten, denn ich wollte Lily nicht wecken. Ich sank neben ihrem Bett auf die Knie und vergrub mein Gesicht an der Kante der Matratze, nahe ihren kleinen, warmen Füßen.
Sie atmete, und sie lebte.
„Serena?“, rief Adrian, als er die Schlafzimmertür öffnete, die leise in den Angeln knarrte. Ich hörte seine Schritte, als er über den Teppich auf das Bett zuging.
Ich drehte schnell den Kopf zur Tür. Adrian stand dort in einem lässigen Kaschmirpullover und hielt einen Becher heißen Kaffee in der Hand. Er sah frisch und attraktiv aus, als wäre ihm nie etwas Schreckliches widerfahren. Er sah aus wie ein Mann, der die Schrecken, die ich durchlitten hatte, nie erlebt hatte.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte Adrian, während er näher kam, die Stirn leicht vor Sorge gerunzelt. „Du zitterst. Hattest du einen Albtraum?“
Ich kam langsam auf die Beine und wischte mir mit dem Handrücken übers Gesicht. Dann sah ich dem Mann direkt in die Augen, der in meinem früheren Leben sowohl mich als auch unsere Tochter ermordet hatte.
„Nur einen schlimmen“, flüsterte ich und hielt meine Stimme so ruhig und fest, dass ich selbst überrascht war.
Adrian lächelte mich mit demselben charmanten Lächeln an, das mir einst immer ein Gefühl von Geborgenheit gegeben hatte. Er stellte seinen Kaffeebecher auf die Kommode und streckte die Hand aus, um mir sanft übers Haar zu streichen.
„Na ja, jetzt bist du in Sicherheit“, sagte Adrian leise. „Komm runter. Ich habe Pfannkuchen zum Frühstück gemacht, und Lily hat heute Nachmittag Malkurs.“
Malkurs.
Diese Worte jagten eine weitere Welle der Angst durch meinen Körper, als wäre mir plötzlich Eis durch die Adern geflossen. In meinem früheren Leben hatte Vivian, Adrians manipulative Schwester, Lily in diesem Malkurs zum ersten Mal den privaten medizinischen Gutachtern vorgestellt. Dort hatte alles begonnen, es war der Anfang der Falle gewesen, die schließlich zum Tod meiner Tochter führte.
„Ich komme gleich runter“, antwortete ich und zwang mich, Adrian so natürlich wie möglich anzulächeln. „Ich muss nur erst Lily wecken.“
Adrian nickte, ohne etwas zu ahnen, und wandte sich zur Schlafzimmertür.
„Lass dir nicht zu lange Zeit“, erinnerte er mich, während er hinausging. „Der Kaffee wird kalt.“
Er schloss die Tür hinter sich, und ich konnte endlich ein wenig freier atmen. Doch bevor ich überlegen konnte, was ich als Nächstes tun sollte, vibrierte mein Telefon plötzlich laut auf dem Nachttisch.
Ich nahm es in die Hand und sah auf den Bildschirm. Eine Nachricht von einer unbekannten, verschlüsselten Nummer erschien, und die Worte fesselten sofort meine Aufmerksamkeit.
Deine Tochter wurde bereits ausgewählt. Neunzig Tage bis zur Abholung.
Ich starrte auf die Nachricht, während mein Herz laut in meiner Brust pochte und mir das Blut in den Ohren rauschte. Jemand beobachtete uns bereits, und wer immer diese Nachricht geschickt hatte, wusste von Lily.
Ich sah wieder auf meine Tochter hinab, gerade als sie sich unter ihrer rosa Decke zu regen begann. Langsam öffnete sie die Augen und rieb sie mit ihren kleinen Händen, noch schlaftrunken und ahnungslos von der Gefahr, die auf sie wartete.
„Mami?“, murmelte Lily mit ihrer weichen, süßen Stimme, während sie zu mir aufsah. „Ist es schon Morgen?“
„Ja, mein Schatz“, flüsterte ich und strich ihr sanft ein paar Strähnen ihres weichen braunen Haars aus der Stirn. Als ich ihr unschuldiges Gesicht ansah, stieg in mir eine grimmige Entschlossenheit auf und verbrannte die letzten Reste meiner Angst. „Es ist Morgen, und diesmal nimmt dich niemand von mir weg.“
**Serenas Perspektive**„Mami! Mami, lass nicht zu, dass sie mich mitnehmen!"Lilys Schrei drang aus irgendeiner Ecke des dunklen Hauses, und es fühlte sich an, als hätte mir jemand das Herz herausgerissen.Ich rannte vom offenen Fenster und der beängstigenden Nachricht weg, die jemand auf dem Kissen hinterlassen hatte. Ich eilte den hinteren Flur entlang und stieß die Tür zur Abstellkammer auf.Dort fand ich Frau Gable, unsere Haushälterin, versteckt hinter einem Stapel Ersatzbettwäsche. Sie hielt Lily fest in den Armen. Lily hatte ihr Gesicht in der Schürze der alten Frau vergraben, und ihr kleiner Körper zitterte.„Lily!", rief ich, ließ mich auf die Knie fallen und zog sie in meine Arme. Ich vergrub mein Gesicht in ihrem Haar und tastete hastig ihre Arme, ihren Kopf und ihr Gesicht ab, um sicherzugehen, dass sie nicht verletzt war. Kein Blut, keine Blutergüsse. „Oh Gott, mein Schatz. Mami ist da. Ich hab dich."Lily klammerte sich an meinen Pullover, während sie weinte. „Mami, da
**Serenas Perspektive**Ich hielt das Telefon fest ans Ohr gepresst, doch Adrian fühlte sich so weit entfernt an, als stünde eine Wand aus brennendem Glas zwischen uns.„Ich habe dir eine Frage gestellt, Serena“, sagte Adrian durch das Telefon. Seine Stimme war leise und ruhig, doch hinter seinen Worten lag eine unmissverständliche Drohung. „Warum triffst du dich mit einem gesuchten Mann wie Roman Thorne?“„Die gleiche Frage könnte ich dir zu deiner Schwester stellen“, erwiderte ich kalt, während ich beobachtete, wie der schwarze SUV davonfuhr. „Oder hat Vivian vergessen, dir zu erzählen, dass sie gerade mit ihm geflüstert hat?“Adrian schwieg einen Moment. Als er wieder sprach, war jede Wärme aus seiner Stimme verschwunden.„Komm zurück zum Haus. Sofort“, befahl Adrian. „Wir müssen darüber reden, was du dir einbildest zu tun.“Das Gespräch endete, bevor ich antworten konnte.Ich verschwendete keine weitere Sekunde. Ich rannte zu meinem Wagen, stieg ein und startete den Motor. Dann fu
**Serenas Perspektive**Die Nachricht, die auf meinem Telefonbildschirm leuchtete, fühlte sich an wie ein als Warnung getarntes Todesurteil: *Du solltest dich nicht erinnern, Serena.*Ich verschwendete keine Zeit mit Panik, denn Panik hatte in der alten, aschebedeckten Welt keinen Platz. Sie machte die Menschen nur nachlässig und brachte sie um. Wenn jemand mich beobachtete, und wenn die geheime Gruppe, die mit Adrian und Vivian zusammenarbeitete, wusste, dass ich mich an alles aus meinem früheren Leben erinnerte, musste ich schneller handeln, als sie mich aufhalten konnten.Mein Daumen glitt rasch über den Bildschirm, während ich die Informationen durchging, an die ich mich aus meinem früheren Leben erinnerte. Ich musste Dr. Roman Thorne finden.In der Zeitlinie, die in Feuer und Zerstörung geendet hatte, war Thorne fast unmöglich aufzuspüren gewesen. Er war ein brillanter ehemaliger Militärarzt und leitender Forscher, der jahrelang an geheimen staatlichen und privaten medizinischen
**Serenas Perspektive**Die Textnachricht auf meinem Telefon leuchtete noch immer im dämmrigen Schlafzimmer.*Deine Tochter wurde bereits ausgewählt. Neunzig Tage bis zur Abholung.*Ich ließ das Telefon auf den Nachttisch fallen, und meine Finger zitterten, nicht aus Angst, sondern weil mich eine kalte, furchtbare Wut erfüllte. Sie beobachteten uns bereits. Noch bevor die Sonne unerträglich heiß wurde und die Welt unter Asche begraben lag, hatten sie ihre Augen schon auf mein kleines Mädchen gerichtet.Unter der rosa Decke regte sich Lily leicht und ballte ihre kleine Hand zu einer Faust an ihrer Wange.„Mami?“, murmelte sie, während sie langsam die Augen öffnete.Die Nachricht und das Telefon waren mir gleichgültig geworden. Ich kletterte aufs Bett und zog sie rasch in meine Arme, hielt sie so fest, dass sie ein kleines, überraschtes Keuchen von sich gab. Ich vergrub mein Gesicht in ihrem weichen Haar und atmete den vertrauten Duft von Babyshampoo und sauberer Baumwolle ein. Der glei





