تسجيل الدخولAm Nachmittag gehen wir in den Gärten spazieren. Caelan läuft vor uns, jagt Schmetterlinge, pflückt Blumen, fällt hin und steht wieder auf, ohne je zu weinen. Cassian und ich gehen Hand in Hand und sprechen über alles und nichts. Über die laufenden Reformen, die Neuigkeiten aus dem Königreich, die Briefe von Kael, der wieder auf Reisen ist, über unser Leben, unsere Liebe, unsere Zukunft. — Erinnerst du dich, sage ich, an den ersten Spaziergang, den wir in diesen Gärten gemacht haben? — Ich erinnere mich. Du warst meine Gefangene, und du hast mich gehasst. — Und du warst ein Tyrann, und du hast mir Angst gemacht. — Und jetzt? — Jetzt bist du mein Mann, der Vater meines Sohnes, der Mann, den ich liebe. Er bleibt stehen und nimmt mich in seine Arme. — Und du bist meine Frau, die Mutter meines Sohnes, die Frau, die ich liebe. Und
Aelys Die glücklichen Tage sind keine außergewöhnlichen Tage. Es sind keine Tage des Festes, der Feier, der großen Ereignisse. Es sind einfache Tage, gewöhnliche Tage, Tage, die dahinfließen wie das Wasser eines ruhigen Flusses. Und in dieser Einfachheit finde ich das reinste Glück. Es ist jetzt drei Jahre her, dass Caelan geboren wurde. Drei Jahre schlafloser Nächte, Windelnwechseln, Fieberpflegen, erster Schritte, erster Worte, erster Lächeln. Drei Jahre intensiven Glücks, manchmal erschöpfend, immer wunderbar. An diesem Morgen wache ich vor der Morgendämmerung auf. Cassian schläft noch neben mir, seinen Arm um meine Taille gelegt, sein Gesicht entspannt, friedlich. Ich bleibe lange liegen und betrachte ihn, höre seinen langsamen, regelmäßigen Atem, spüre die Wärme seines Körpers gegen meinen. Er hat sich verändert in diesen drei Jahren. Die Falten um seine Augen haben sich vertieft, silberne Fäden durchzi
Ich reiche ihr das Kind, und sie nimmt es an sich. Sie betrachtet es, und ich sehe Tränen über ihre Wangen laufen. Tränen der Freude, der Erleichterung, der Liebe. — Wie sollen wir ihn nennen? fragt sie. — Ich weiß nicht. Ich habe nicht daran gedacht. — Ich auch nicht. Wir lachen, ein schwaches Lachen, ein bewegtes Lachen, ein Lachen von Eltern, die noch nicht wissen, wie sie ihr Kind nennen sollen. — Caelan, sage ich plötzlich. Wie mein Vater, aber besser. Wie ein Neuanfang. — Caelan, wiederholt Aelys. Das gefällt mir. Ich beuge mich zu ihr und küsse ihre Stirn, ihre Wangen, ihre Lippen. — Danke, murmle ich. Danke, dass du mir diesen Sohn geschenkt hast. — Danke, dass du mir diese Liebe geschenkt hast. Ich betrachte meinen Sohn, und ich weine. Ich halte meine Tränen nicht zurück, ich versuche nicht, sie zu verbergen. Ich weine v
Cassian und ich haben lange über die Wahl des Paten diskutiert. Wir hätten einen einflussreichen Adligen wählen können, einen politischen Verbündeten, einen ausländischen König. Aber wir haben Kael gewählt. Weil er Familie ist. Weil er sich verändert hat. Weil wir wollen, dass Caelan umgeben von Liebe aufwächst, nicht von Politik. Der Priester nimmt Weihwasser und gießt es sanft auf Caelans Stirn. Das Kind regt sich ein wenig, aber es weint nicht. Es öffnet die Augen, und sein Blick trifft den des Priesters. — Caelan, ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Möge dieses Wasser deine Sünden abwaschen, und mögest du in die Gemeinschaft der Gläubigen eintreten als ein reines und unschuldiges Wesen. Er zeichnet ein Zeichen auf die Stirn des Babys mit heiligem Öl und wendet sich dann der Versammlung zu. — Mögen alle hier Anwesenden sich
Seine Hände wandern an meinen Schenkeln empor, und ich spüre die Hitze sich in meinem Bauch ausbreiten. Er hat recht. Wir haben genug gearbeitet. Ich wende mich ihm zu, und unsere Lippen finden sich. Der Kuss ist langsam, tief, leidenschaftlich. Seine Finger lösen mein Kleid, und der Stoff gleitet von meinen Schultern. Meine Finger knöpfen seine Tunika auf, und ich küsse seine nackte Haut, seinen Oberkörper, seine Narben. — Liebe mich, murmle ich gegen seine Haut. Hier. Jetzt. Er hebt mich hoch und legt mich auf den Tisch, mitten zwischen die Pergamente und Register. Die Kerzen flackern und werfen tanzende Schatten auf die Wände, und ich sehe in seinen Augen das Verlangen brennen, intensiv, verschlingend. Er dringt ohne Vorspiel in mich ein, und ich schreie, ein Lustschrei, der im Kabinett widerhallt. Er bewegt sich schnell, hart, leidenschaftlich, und ich klammere mich an seine Schultern, meine Nägel graben sich in s
Ich atme tief ein und finde endlich die Kraft zu sprechen. — Ich wähle zu bleiben. Ich wähle, bei dir zu bleiben, Cassian. Nicht aus Pflicht. Nicht aus Schuldigkeit. Aus Liebe. Weil ich dich liebe. Weil du mein Leben bist, mein Herz, meine Seele. Weil ich ohne dich nichts bin. Er erhebt sich und nimmt mich in seine Arme. Er drückt mich an sich, und ich spüre sein Herz gegen meines schlagen, einen starken, regelmäßigen, beruhigenden Rhythmus. — Ich bin dein, murmle ich gegen seine Brust. Nicht aus Pflicht. Aus Liebe. — Und ich bin dein, antwortet er. Für immer. Kael nähert sich und legt eine Hand auf unsere vereinten Schultern. — Ich bin Zeuge, sagt er. Zeuge dieses Liebesschwurs, der weit mehr wert ist als alle Blutschwüre der Welt. Wir bleiben so stehen, alle drei, vereint in diesem Thronsaal, der so viele Schwüre gehört hat, so viele Ketten geschmiedet, so viele Lebe







