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AUF DIE KNIE, HERR LORENZEN
AUF DIE KNIE, HERR LORENZEN
Autor: Lael

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Autor: Lael
last update Data de publicação: 2026-10-09 02:12:53

NASTYA

Von allen Orten, an denen wir uns wieder hätten begegnen können, musste es ausgerechnet ein Sexclub sein.

Ich stand auf dem schmalen Laufsteg, das Licht blendete mir in die Augen, und ich fragte mich zum hundertsten Mal, was zum Teufel er hier zu suchen hatte.

„Darf ich euch allen unsere neueste Étoile vorstellen“, schnurrte Kitty ins Mikrofon. „Es ist ihre allererste Schicht, meine Herren. Sie ist völlig unberührt, was sie zu etwas Seltenem und Einzigartigem macht.“

Ein leises, ehrfürchtiges Raunen ging durch den Raum. Ich spürte die Hitze der Blicke auf meiner Haut. Meine Lungen vergaßen für einen Moment, wie man atmet.

Am Ende des Laufstegs stand ein mir sehr vertrautes Gesicht – eines, von dem ich mir gewünscht hätte, es könnte mich in diesem Licht nicht sehen.

Herr Lorenzen.

Quentin Lorenzen.

Für einen Herzschlag geriet die Welt aus den Fugen. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich subtil und doch unübersehbar; der Kiefer spannte sich an, beherrscht und gefährlich zugleich.

Ich dachte, er wäre ein anständiger Mann. Gott, war ich doch ein Idiot.

Seine Augen verengten sich leicht – nicht vor Begierde wie bei den anderen. Ich weigerte mich, als Erste wegzuschauen.

Wage es ja nicht, mich so anzusehen, als wäre ich die Schande. Du stehst im selben Raum.

„Skye ist ebenso intelligent wie schön“, fuhr Kitty geschmeidig fort. „Da sind sich sicher alle einig.“

Ein paar anerkennende Lacher stiegen aus der Menge empor. Die Männer traten näher an die Bühne heran, kreisten langsam um mich und musterten mich mit offenem Interesse.

Ich straffte den Rücken, hob das Kinn und setzte mein einstudiertes Lächeln auf – selbstbewusst, unnahbar. Innerlich fühlte ich mich alles andere als gefestigt. Wenn ich schon untergehen musste, dann wenigstens spektakulär.

„Meine Herren“, sagte Kitty mit einem scharfen Lächeln, „wer möchte der erste Mann sein, mit dem Skye die Nacht verbringt?“

Sie zögerten nicht. Einer nach dem anderen trat in maßgeschneiderten Anzügen und polierten Schuhen vor, teure Uhren fingen das Licht ein. Sie stellten sich mit lässiger Selbstsicherheit und berechnendem Charme vor.

„Jonathan“, sagte ein blonder Mann, hob meine Hand und presste die Lippen auf meine Fingerknöchel. Sein Blick hielt den meinen etwas länger als nötig. „Es ist mir eine Freude.“

„Gleichfalls.“

„Schulz“, sagte ein anderer mit selbstbewusstem Lächeln.

„Es freut mich sehr.“

Danach verschwammen die Namen. Es waren gepflegte, attraktive, wohlhabende Männer, die es gewohnt waren, genau das zu bekommen, was sie wollten, weil sie es sich leisten konnten.

Alle bis auf einen.

Quentin Lorenzen hatte sich nicht von seinem Platz am Rand des Raums gerührt. Er stand abseits, ein Glas Scotch in der Hand, die Haltung steif, der Blick irgendwo vor sich gerichtet, als versuche er, sich von dem Geschehen zu distanzieren. Als hätte das alles nichts mit ihm zu tun.

„Ich werde die Auktion eröffnen“, rief eine Stimme aus dem Hintergrund. „Dreißigtausend Dollar.“

Einige der Männer lachten leise.

„Fünfzigtausend.“

„Fünfundsiebzigtausend, um die Nacht mit mir zu verbringen“, rief ein anderer selbstbewusst.

Man hatte mir von diesem Teil erzählt. Ich würde fünfundzwanzig Prozent des Endpreises zusätzlich zu meinem Lohn erhalten, wenn ich einen von ihnen akzeptierte. Damals hatte es abstrakt geklungen. Jetzt fühlte es sich sehr real an.

„Fünfundachtzig.“

„Hundert!“, rief ein weiterer Mann.

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Quentin seinen Scotch mit stiller Entschlossenheit abstellte und sich zum Ausgang wandte.

Er ging.

Er ging tatsächlich.

„Er!“, rief ich, bevor ich mich zurückhalten konnte.

Quentin ging weiter.

„Der Mann dort.“ Ich hob die Hand und zeigte direkt auf seinen sich entfernenden Rücken. „Der, der zur Tür geht. Den will ich.“

Quentin blieb stehen.

Er drehte sich nicht um. Die Stille zog sich so lange hin, dass ich schon glaubte, den schlimmsten Fehler meines Lebens begangen zu haben – bis er sagte:

„Du hast keine Ahnung, was du da tust, Skye.“

Kitty hob lächelnd das Mikrofon. „Skye hat Sie ausgewählt, Mr. Lorenzen“, verkündete sie. Im Raum wurde es so still, dass ich meinen eigenen Puls hören konnte.

Jeder Mann, der mitgeboten hatte, drehte sich um und starrte denjenigen an, der es nicht getan hatte. Ich hatte gerade öffentlich den einzigen Mann ausgewählt, der mich offensichtlich verachtete. Noch nie hatte ich mir so sehr gewünscht, der Boden möge sich öffnen und mich verschlingen. Ich fühlte mich wie ein nicht abgeholter Mantel an einer sehr teuren Garderobe.

Dann drehte er sich langsam um und sah Kitty an. Nicht mich. Niemals mich.

„Ich möchte ihr Angebot ablehnen.“

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  • AUF DIE KNIE, HERR LORENZEN   6

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  • AUF DIE KNIE, HERR LORENZEN   2

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  • AUF DIE KNIE, HERR LORENZEN   1

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