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Autor: Lael
last update Data de publicação: 2026-10-09 02:36:46

NASTYA

„Herzlichen Glückwunsch, Herr Silver, dass Sie Pia heute Abend für sich haben.“

Meine Hand rutschte ab. Ich wäre fast gestürzt, hätte die Stange mich nicht gehalten. Für einen Moment hatte ich mir eingebildet, er hätte seine Meinung geändert und wäre zu mir zurückgekommen. Er hätte mir gehören sollen. Wie konnte er sich nur für Pia entscheiden?

Quentin fuhr sich mit der Zunge über die Zähne, das Kinn zur Decke gerichtet, als würde er einen Sieg auskosten. Kitty strahlte ihn an. „Herr Silver, Sie sind heute Abend ein glücklicher Mann.“

Er nahm Pias Hand und führte sie von der Bühne, ohne auch nur einen Blick zurückzuwerfen. Ich senkte den Kopf und ließ mein Haar wie einen Vorhang herabfallen. Es konnte das Brennen hinter meinen Augen nicht verbergen. Was zum Teufel war gerade passiert?

„Und darf ich Ihnen Skye vorstellen!“, erklang Kittys Stimme wieder, fröhlich und ohne jede Ahnung von dem Riss, der gerade meine Welt durchzog. „Es ist erst ihre zweite Schicht, meine Herren, also wer wird ihr zweites Date sein?“

Die Männer rückten näher und bildeten einen Kreis um mich, wie Wölfe, die ihre Beute umkreisen. Die Gebote flogen nur so dahin – fünfzigtausend, dann fünfundsechzig. Zahlen, die sich wie Erlösung hätten anfühlen sollen, mich aber wie Beleidigungen trafen. Ich blickte zum Ausgang hinüber. Quentin und Pia verschwanden im Flur. Er beugte sich zu ihr hinunter und flüsterte ihr etwas ins Ohr. Sie lachte – leise, vertraut, triumphierend. Mein Blick verschwamm an den Rändern.

Ich zwang mich, die Männer anzusehen, als hinge mein Überleben davon ab – denn das tat es. Der freundlichste von ihnen war Mr. Keegan. Sanfte Augen, kein anzüglicher Blick. Ich dachte, er würde eine Ablehnung ohne Grausamkeit hinnehmen und mir die zerbrechliche Rüstung lassen, die mir noch geblieben war.

„Mr. Keegan“, flüsterte ich.

Er trat einen Schritt vor, hob meine Hand und presste trockene Lippen auf meine Fingerknöchel. „Skye.“ Sein Parfüm war rein und unscheinbar – ganz anders als Quentins dunkles, würziges Aroma, das noch immer auf meiner Haut nachhallte. Er führte mich den Laufsteg entlang zum Aufzug und in ein Zimmer, das ich nicht wollte.

Während die Aufzugstüren sich schlossen, konnte ich nicht aufhören, es mir vorzustellen: wie Quentin Pia bereits küsste, seine Finger unter ihrem Kleid, sein Mund an ihrem Hals, und sie sich wölbte und seinen Namen stöhnte – so wie ich es einst getan hatte. So wie ich geschworen hatte, es nie wieder zu tun. Meine Oberschenkel spannten sich unwillkürlich an. Hitze wickelte sich tief in meinem Bauch zusammen. Ich hasste meinen Körper dafür, dass er sich erinnerte.

Die Stille im Aufzug drückte auf mich, dick wie das Parfüm, das an meiner Haut haftete.

„Du bist still“, sagte Mr. Keegan leise.

Ich zwang mich zu einem Lächeln. „Ich nehme nur alles in mich auf.“

Er nickte und hakte nicht nach. Sein Daumen strich über meinen Handrücken, und mir lief trotzdem ein Schauer über den Rücken. Als sich die Türen öffneten, gingen wir den Flur entlang zur Suite. Sie war luxuriös und schattig. Auf dem Tisch kühlte bereits Champagner.

„Champagner?“, fragte er.

„Gerne.“

Ich ging zum raumhohen Fenster und starrte auf Torontos gleichgültige Lichter, die unter mir dahinkrochen. Kein Geld der Welt war diese Erniedrigung wert. Er schenkte ein Glas ein und reichte es mir. Unsere Finger berührten sich. Ich nahm einen Schluck – spritzig, kalt, fast schon reinigend, wenn auch nicht ganz.

Ich trank zu schnell. Die Alternative war Nachdenken. Als ich mich vom Fenster abwandte, hatte er es sich mit seinem eigenen Glas auf dem Sofa bequem gemacht und beobachtete mich mit einem geduldigen Ausdruck, den ich fälschlicherweise für Freundlichkeit hielt. Ich setzte mich ans andere Ende, die Knie von ihm abgewandt, und redete mir ein, dass ich das hier noch überstehen könnte, wenn ich es locker anginge.

„Erzähl mir etwas über dich“, sagte er.

Für ein paar Minuten funktionierte es fast. Ich erzählte ihm, dass ich mit einem Stipendium studierte und tagsüber in einem Café arbeitete. Er nickte an den richtigen Stellen und füllte mein Glas nach, ohne dass ich ihn darum gebeten hatte. Der Champagner wärmte meine Brust und löste den Knoten in meinen Schultern. Ich begann zu glauben, dass ich ihn auf die bestmögliche Weise falsch eingeschätzt hatte.

Dann legte sich seine Hand auf mein Knie.

Ich verkrampfte mich, lächelte aber und ließ sie dort ruhen. Einen Moment später glitt sie höher und drückte meinen Oberschenkel so fest, dass mir das Lächeln aus dem Gesicht verschwand. Ich hielt sein Handgelenk so sanft wie möglich fest.

„Ich hatte gehofft, wir könnten uns erst einmal eine Weile unterhalten“, sagte ich und hielt meine Stimme ruhig. „Bevor wir zur Sache kommen, meine ich. Ich bin noch nicht wirklich bereit.“

„Zum Reden ist die Lobby da.“ Sein Daumen grub sich in meine Haut. Die Sanftheit in seinen Augen war verschwunden, ersetzt von einem leeren, ungeduldigen Blick. „Ich bin nicht hierhergekommen, um Händchen zu halten, Skye.“

„Dann solltest du loslassen.“

Ich versuchte aufzustehen. Er zog mich mit einer Kraft, die mich erschreckte, zurück auf die Kissen. Seine andere Hand schloss sich grob um meine Taille. Sein Mund landete auf meinem Hals – feucht und aufdringlich –, während ich mich wegdrehte und gegen seine Brust drückte.

„Hör auf“, sagte ich, jetzt lauter. „Ich habe Nein gesagt, und das meine ich auch so. Also hör auf, mich anzufassen.“

„Aufhören?“ Er lachte, und der Klang ließ mir den Magen umdrehen. „Ich habe für dich bezahlt, Schätzchen. Und ich habe eine Menge Geld geboten. Also habe ich vor, jeden Cent von dem zu genießen, was ich gekauft habe.“

„So läuft das hier nicht.“ Ich zitierte die Regel, die Kitty uns an meinem ersten Abend eingetrichtert hatte. „Die Mädchen entscheiden. Und die Mädchen können Nein sagen.“

„Die Mädchen reden viel.“

Er drückte mir mit einer Hand die Handgelenke über den Kopf und zog mir mit der anderen den Träger meines Kleides von der Schulter. Das Champagnerglas glitt mir aus den Fingern und zersprang auf dem Boden. Ich schrie – ein rauer, abgehackter Schrei, der an den dicken Wänden eines Raums verhallte, der dafür gebaut war, jeden Laut im Inneren einzuschließen. Ich trat nach ihm und wand mich, bis mein Absatz an etwas Festem hängen blieb und er bösartig fluchte.

„Es kommt niemand“, sagte er und atmete schwer an meinem Ohr, während sein Gewicht mich tiefer in das Sofa drückte. „Es kommt nie jemand.“

Dann barst die Tür nach innen auf.

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