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Autor: Lael
last update Data de publicação: 2026-10-09 02:36:30

NASTYA

„Wenn Sie durch diese Tür gehen, Herr Lorenzen, verlassen Sie diesen Club ein für alle Mal.“

Ihr Lächeln blieb unbewegt. Es war das Furchterregendste, was ich je gesehen hatte.

„Ein Kunde lehnt eine Étoile nicht ab. Nicht hier. Niemals.“

„Drohen Sie mir?“

„Das würde ich nicht wagen.“ Sie neigte den Kopf. „Sie sind ein Mann, der Regeln respektiert, Herr Lorenzen. Das sind unsere.“

Sein Kiefer zuckte. Er kam auf mich zu, bis nur noch wenige Zentimeter zwischen uns lagen. Hinter uns rief jemand „Einhundertdreißig!“, doch keiner von uns zuckte mit der Wimper. Die Wut zwischen uns war still und elektrisierend. Es ging nicht um die Auktion. Es ging darum, dass er hier war – und dass ich einst geglaubt hatte, er sei jemand Besonderes.

Ich hob eine Augenbraue. Er unterbrach den Blickkontakt nicht. Dann streckte er mir die Hand entgegen, still und bedächtig. Ich ergriff sie. Eine Ablehnung hätte bedeutet, zuzugeben, dass es mir etwas bedeutete.

„Hier entlang“, murmelte er. „Bringen wir es hinter uns.“

Die Tür schloss sich hinter uns mit einem leisen Klicken. Sofort änderte sich seine Stimme. Sie war scharf und kalt.

„Was zum Teufel hast du dir dabei gedacht, an einen Ort wie diesen zu kommen?“

So viel zu dem Gentleman, den ich zu kennen glaubte. Ich erinnerte mich noch an unser erstes Treffen in dem Café, in dem ich nebenbei jobte. Er hatte mir das Doppelte an Trinkgeld gegeben und mich nach meinem Tag gefragt, als ob ihn die Antwort wirklich interessierte.

„Das könnte ich dich genauso gut fragen“, sagte ich und ließ mich auf das Sofa fallen. Die Beine übereinanderzuschlagen half, das Zittern meiner Hände zu verbergen. „Ich dachte, du verbringst deine Tage nur in Sitzungssälen, Mr. Lorenzen, und deine Nächte damit, schwarzen Kaffee bei Mädchen wie mir zu bestellen.“

„Du urteilst ziemlich schnell für jemanden, der sich verkauft.“

„Und du urteilst schnell für einen Mann, der für Sex bezahlt.“ Ein sarkastisches Lächeln zuckte um meine Lippen.

Er grinste leicht, als hätte ich etwas Amüsantes gesagt. „Ich bezahle lieber, als mich zu verkaufen.“

„Das ist doch dasselbe.“ Ich ließ die Worte in der Luft hängen. „Aber ich bin jetzt bezahlt worden. Du kannst jederzeit durch diese Tür hinausgehen.“

Er rührte sich nicht. Wut und Begierde vermischten sich in seinem Blick, bis der Raum zwischen uns gefährlich aufgeladen war. Als er endlich sprach, war seine Stimme leise.

„Was willst du eigentlich wirklich?“

Ich stand auf und trat näher, nah genug, dass sein Atem meine Lippen streifte – Whisky und Hitze. „Ich bin hierhergekommen, um etwas Gutes zu erleben“, sagte ich. „Ich bin mir nur nicht sicher, ob du das liefern kannst.“

Sein Kiefer spannte sich. In einer einzigen Bewegung streifte er die Jacke ab. Mein Puls hämmerte gegen die Rippen und verriet jede Gelassenheit, die ich vorgetäuscht hatte.

„Willst du das auf die Probe stellen?“

Bevor ich antworten konnte, packte er mein Handgelenk und führte meine Handfläche zu der Hitze hinter seinem Reißverschluss. Die Berührung raubte mir den Atem. Meine Finger krümmten sich instinktiv, streichelten einmal langsam, dann fester. Jeder vernünftige Gedanke flehte mich an, mich zurückzuziehen. Mein Körper ignorierte sie alle.

Ein wissendes Lächeln breitete sich auf seinen Lippen aus. Er lockerte die Krawatte, ließ sie fallen und knöpfte das Hemd auf, Knopf für Knopf, bis Muskeln und blasse Narben im schwachen Licht sichtbar wurden. Ich konnte den Blick nicht abwenden.

Er drehte mich um, zog den Reißverschluss meines Kleides herunter und ließ den Stoff zu meinen Füßen gleiten. Seine Daumen hakten sich in das letzte Stück Stoff und zogen es so langsam herunter, dass kühle Luft meine Haut streifte, bevor seine warmen Hände zurückkehrten. Als seine Finger spürten, wie bereit ich bereits war, entfuhr mir ein scharfes Einatmen. Meine Hüften neigten sich ihm entgegen, ohne dass ich es wollte.

Er rollte mit geübter Leichtigkeit ein Kondom über, setzte sich auf das Sofa und zog mich über sich. Ich saß rittlings auf seinem Schoß. Als er in mich eindrang, spürte ich einen kurzen, stechenden Schmerz. Seine Hände umklammerten meine Hüften fester. Etwas huschte über sein Gesicht – eine Frage, die er nicht stellte –, während er wartete, bis der Schmerz in eine langsame, sich ausbreitende Fülle überging.

„Oh … verdammt“, flüsterte ich.

Unsere Blicke trafen sich. Für einen Moment verschwand der Rest der Welt. Ich beugte mich vor und küsste ihn, zunächst zögerlich, dann verzweifelt. Er stöhnte gegen meinen Mund, als die Spannung in mir immer fester wurde und schließlich zerbarst. Ich dämpfte meinen Schrei an seinen Lippen.

Ohne den Rhythmus zu verlieren, hob er mich hoch und drehte mich am Rand des Sofas auf die Knie. Der tiefere Winkel ließ Funken durch meinen Körper schießen. Meine Fingernägel kratzten über das Leder. Scham ballte sich in meiner Brust zusammen – er hatte dafür bezahlt –, und doch drückte ich mich gierig gegen ihn.

„Ich bin wieder kurz davor“, keuchte ich.

„Dann komm für mich.“ Seine Stimme war rau. Seine Finger glitten in mein Haar und neigten meinen Kopf zurück. „Lass dich ganz gehen.“

Ein letzter tiefer Stoß, und er verharrte tief in mir, während mein Höhepunkt über mich hereinbrach. Als er schließlich nachließ, waren meine Glieder schwer. Schweiß klebte an unserer Haut.

„Mein Gott“, murmelte er.

Einen Moment später griff er nach meiner Hand. „Duschen.“

Dampf erfüllte das Badezimmer. Er zog das Kondom ab, öffnete behutsam meinen BH. Im Spiegel sah ich uns beide – seine scharfen Konturen und meine gerötete Haut, meine zerzausten Haare. Fünfzehn Minuten in diesem Raum, und jede Grenze, die ich mir geschworen hatte nicht zu überschreiten, war verschwunden.

Er strich mir die Haare aus dem Nacken und streifte mit den Lippen über die empfindliche Haut. „Du warst unwirklich“, hauchte er.

Ich legte eine Hand auf seine Wange, traf seinen Blick im Spiegel, drehte mich um und küsste ihn. Der Kuss vertiefte sich schnell. Er drückte mich gegen die Fliesen. Meine Beine schlangen sich um seine Taille, und er hob mich hoch und drang erneut in mich ein – sanft, präzise, umwerfend. Etwas verdrehte sich schmerzhaft in meiner Brust, als ob dies genau der Ort wäre, an dem wir hingehörten.

„Scheiße“, flüsterte er mir in den Mund.

Dann wurde er ganz still.

Er zog sich abrupt zurück und ließ mich mit zitternden Händen auf die Füße sinken. „Was ist los?“, fragte ich. Meine Stimme klang dünn.

Er fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht. Seine Augen waren dunkel und abwesend. „Ich kann das nicht. Nicht so.“

„Quentin –“

Er schnappte sich ein Handtuch, wickelte es um die Hüften und ging wortlos hinaus. Wahrscheinlich holt er nur ein Kondom, sagte ich mir und trat wieder unter den heißen Strahl. Ein zittriges, verwirrtes Lächeln lag auf meinen Lippen. Diese Nacht ergab keinen Sinn.

Als er zurückkam, war er vollständig angezogen. Hemd in die Hose gesteckt, Jacke über dem Arm.

„Ich muss gehen.“

„Was?“

Sein Blick bohrte sich in meinen, aber er gab keine Erklärung. „Wir haben doch die ganze Nacht Zeit“, sagte ich. „Was machst du da?“

„Wir sehen uns später.“

Ohne ein weiteres Wort stürmte er aus dem Zimmer. Ich drehte die Dusche ab, schnappte mir ein Handtuch und rannte ihm hinterher, das Wasser lief mir die Beine hinunter.

„Warum? Wo gehst du hin?“

„Nach Hause.“

Mir sank das Herz. Die Puzzleteile fügten sich zusammen – das Schuldgefühl in dem Moment, als er stehen geblieben war, die Art, wie er mich nicht ansehen konnte, die Art, wie er dieses eine Wort aussprach.

„Willst du mich verarschen?“, fuhr ich ihn an. Meine Stimme war schriller, als ich beabsichtigt hatte.

Er antwortete nicht. Seine Hand umklammerte den Riemen der Jacke fester. Er starrte auf den Boden wie jemand, der bei etwas auf frischer Tat ertappt worden war.

„Quentin. Bist du verheiratet?“

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