LOGINHUNDERTDREIUNDSECHZIGDie großen Eisentüren der großen Halle im hinteren Bereich schlugen zu und unterbrachen Alpha Dereks verzweifelte, gedämpfte Schreie, als die Ketten seine Stiefel über den Stein schleiften.Die Stille im großen Saal war erdrückend.Um den schwarzen Granittisch saßen die Ratsältesten wie erstarrt da, ihre faltigen Gesichter bleich in der hellen Morgensonne. Lady Deborah kauerte auf den Stufen des Podiums, ihr purpurroter Seidenrock um ihre zitternden Knie gerafft, und weinte leise in ihre Hände. Selena stand wie ein Schatten hinter ihr, ihre Lippen ein blutleerer Strich, ihr Blick kalt und berechnend, während sie den Hof beobachtete.Prinz Kane beachtete di
HUNDERTZWEIUNDSECHZIGDas Wasser strömte aus Dereks dunklem Haar und fiel in stetigen, kläglichen Tropfen auf den kalten grauen Marmor zwischen seinen zitternden Händen.Er kniete da, die Tunika durchnässt, und hielt sich die Brust, als rang er nach Luft. Wild warf er den Kopf hin und her. Sein Blick wanderte zum halbmondförmigen Tisch der Ältesten des Rates, zu den Reihen kampferprobter Rudelführer, die ihn mit zusammengezogenen Brauen finster anstarrten, und schließlich zu König Duke, dessen eiserne Stiefel nur wenige Zentimeter vor seinem Gesicht standen. „Was … was ist hier los?“, keuchte Derek mit zitternder Stimme, völlig ratlos. „Warum seht ihr mich so an? Was habe ich getan?“ 
HUNDERTEINUNDSECHZIG!Deborah warf sich nach vorn, ihre roten Röcke raschelten leise auf dem Stein.„Eure Majestät, glaubt diesem Wahnsinnigen kein Wort!“, rief Deborah, ihre Stimme überschlug sich zu einem panischen, durchdringenden Schrei. Sie sank vor dem Podium auf die Knie, ihre manikürten Hände zitterten, als sie sich an den Rand ihres bestickten Mantels klammerten. „Derek lügt! Er hat mich die ganze Zeit manipuliert! Er hat mich in den dunklen Gängen in die Enge getrieben, mir üble Drohungen ins Ohr geflüstert und gesagt, er würde mir etwas antun und den Namen meiner Familie ruinieren, wenn ich nicht täte, was er mir befahl! Ich war nur ein Opfer seiner Bosheit!“Ein neues, grobes Gemurmel erfü
HUNDERTSECHZIG!Die große Halle verstummte, als König Duke seinen schweren Eisenhandschuh hob. Die Stirn des alten Königs legte sich in tiefe Falten. Von seinem hohen Thron blickte er herab, seine scharfen, bernsteinfarbenen Augen huschten zwischen meiner steifen Haltung und Dereks unsicherem Gang hin und her.„Ruhe in diesem Saal!“, befahl der König, seine Stimme hallte wie Donner durch die Steinbögen. „Wenn hier Hochverrat vorgebracht wird, wird die Krone davon hören. Sprich, Alice. Aber wisse: Wenn du die Zeit dieses Rates mit haltlosen Anschuldigungen verschwendest, wird deine Strafe schnell kommen.“„Ich akzeptiere Eure Bedingungen, Eure Majestät“, sagte ich mit ruhiger Stimme, die bis in die entfernteste Ecke der Galerie deutlich zu hör
HUNDERTNEUNUNDFÜNFZIGDer große Ratssaal des Draven-Palastes war überfüllt.Vernarbte Lykanergeneräle, uralte Ratsälteste und hochrangige Rudelführer der nördlichen Bergkämme saßen um den halbmondförmigen Tisch aus poliertem schwarzem Granit. Sonnenlicht strömte durch die hohen Buntglasfenster und beleuchtete die Banner mit silbernen Drachenaugen, die von der gewölbten Decke hingen.König Duke saß am Kopfende des Saals auf seinem massiven eisernen Thron, der auf einem Podest aus dunklem Marmor stand. Prinzessin Isabella stand neben ihm, ihr Gesichtsausdruck ernst und wachsam, ihre dunklen Augen huschten nervös durch die Versammlung. Prinz Zane saß auf einem niedrigen, geschnitzten Stuhl zur Rechten des Königs. Sein Gesicht war noch immer fahl von dem Gift, das
HUNDERTACHUNDFÜNFZIG!Die Morgensonne lugte durch die Samtvorhänge und tauchte die polierten Dielen in ein fahles Gelb. Derek stöhnte schwer und trocken und rührte sich auf der Matratze. Seine Lider flatterten und zwangen sich gegen das helle Licht auf. Er streckte die Hand über die Seidenlaken aus, in der Erwartung, warme Haut neben sich zu spüren, doch seine Finger berührten nur kaltes Leinen. Er stützte sich auf einen Ellbogen, sein Kopf pochte, als hätte man ihm einen Eisennagel zwischen die Ohren getrieben. Als er über die Kante des Holzrahmens hinunterblickte, erstarrte er. Ich lag auf einer dicken Wolldecke auf dem Boden direkt neben dem Bett. Meine Knie waren angezogen, mein dunkles Haar fiel mir über die Schultern, mein Gesicht war dem fahlen Sonnenlicht zugewandt.&nb







