เข้าสู่ระบบDie Zelle war kalt und klein. Irgendwo hinter der Wand tropfte Wasser. Isolde saß auf der niedrigen Steinbank mit dem Rücken an den feuchten Ziegeln und starrte auf die gegenüberliegende Wand. Sie hatte vor Stunden aufgehört zu weinen. Die Tränen hatten ihre Augen angeschwollen und ihre Kehle roh hinterlassen. Nun war nur noch eine hohle Stille in ihrer Brust.Helena war fort. Die Axt war gefallen und ihre Mutter war nicht wieder aufgestanden. Isolde konnte immer noch das Blut sehen, das sich über den Schmutz ausbreitete. Sie konnte immer noch ihre eigene Stimme hören, die schrie, bis sie brach.Jonas’ Männer hatten sie von dem Körper weggezerrt, während sie trat und kratzte. Sie zogen sie über den Hof, die Stufen hinunter und warfen sie in diese Zelle. Einer von ihnen hatte gelacht, als ihre Knie den Stein trafen. Sie erinnerte sich an den Laut klarer, als sie wollte.Ein Schlüssel drehte sich im Schloss. Die Tür öffnete sich. Ein Wächter trat ein mit einer hölzernen Schüssel und ein
Jonas saß auf dem hohen Stuhl, einen Stiefel auf die Kante des Tisches gestellt. Seine Männer standen an den Wänden. Isolde kniete ein paar Schritte entfernt auf dem Steinboden, die Handgelenke vor sich gefesselt. Sie hatte nicht geschlafen. Ihr Haar hing lose um ihr Gesicht. Sie hielt den Blick auf den Boden gerichtet, weil es die Angst nur schlimmer machte, wenn sie aufsah.Helena stand zwischen ihnen. Sie war erst vor wenigen Augenblicken hereingebracht worden. Der Ärmel ihres Kleides war zerrissen. Staub bedeckte den Saum. Sie sah weder die Wachen noch die Waffen an. Ihr Blick galt einzig Jonas.„Bitte“, sagte sie. Ihre Stimme zitterte, doch sie zwang sie, ruhig zu bleiben. „Lass meine Tochter frei. Sie ist unschuldig. Sie hat alles getan, was du verlangt hast.“Jonas drehte den Becher in seiner Hand. Er trank nicht. „Sie hat versagt. Die Königin lebt noch. Das Kind lebt noch. Dafür habe ich nicht bezahlt.“Helena machte einen Schritt nach vorn. Eine Wache bewegte sich, doch Jonas
Die Nacht war dicht und vollkommen sternenlos.Azrael stand am schweren, gewölbten Fenster seines privaten Gemachs, die Hände flach auf dem kalten steinernen Sims ruhend. Unten waren die Innenhöfe des Schlosses still, doch die Stille fühlte sich wie eine körperliche Last an, die auf seine Brust drückte.Zum ersten Mal, seit er die Krone übernommen hatte, fühlte er sich vollkommen allein. Alles um ihn herum zerbrach. Die vorgetäuschte Schwangerschaft, der blutige Verrat im Tempel, das verschwundene Kind und die plötzliche Erkenntnis, dass Garret, sein engster Verbündeter, im Verborgenen agierte – es war zu viel, um es allein zu tragen.Als Alpha-König bestand seine erste und einzige Pflicht darin, ein unzerbrechlicher Schild für sein Volk zu sein. Doch während er in die Dunkelheit hinausblickte, fühlte er sich seiner Macht beraubt. Er hatte das Reich im Stich gelassen. Er hatte die Menschen enttäuscht, die von ihm absolute Sicherheit erwarteten.
Die Welt kehrte zu Isolde in Stücken zurück. Zuerst ein schweres, hämmerndes Pochen hinter ihren Augen. Dann die rhythmische, knochenerschütternde Vibration hölzerner Planken unter ihrem Rücken.Für eine schöne, flüchtige Sekunde lächelte sie. Sie fühlte sich leicht, schwebend durch einen dunstigen, schmerzlosen Nebel. Ich bin tot, dachte sie. Es ist vorbei. Ich bin bei Roderick. Sie streckte die Hand in die Dunkelheit aus und erwartete, dass ihre Finger seine vertraute Wärme trafen, erwartete, dass er sie in seine Arme zöge und ihr sagte, sie seien sicher vor dem Hof, sicher vor dem Alpha, sicher vor allem.Stattdessen schabten ihre Knöchel an rauem Segeltuch. Der Nebel in ihrem Kopf verdampfte und wurde durch einen scharfen, sauren Gestank ersetzt, der ihren Magen heftig aufsteigen ließ. Es roch nach nassem Heu, verfaultem Getreide und frischem Kuhmist.Die Vibration unter ihr war kein friedlicher Übergang ins Jenseits. Es war ein Wagenrad, das in eine tiefe Spur auf der Schotterstr
Azrael stand in den Kerkern. Berichte waren zu ihm gelangt, dass einer der Gefangenen konkrete Informationen darüber haben könnte, was mit Lady Ying geschehen war.Er fühlte sich schuldig und gequält, dass so etwas unter seiner Aufsicht hatte geschehen können.Sein dunkler Umhang hing reglos von seinen breiten Schultern herab, und seine bernsteinfarbenen Augen strahlten mit einer gefährlichen, räuberischen Ruhe. Die Kerkerwachen arbeiteten mit einer verzweifelten, hektischen Effizienz, in der Angst, dass ein einziger Fehler den Zorn des Alpha-Königs auf sie herabziehen könnte. Azrael anzusehen bedeutete, einen Mann zu betrachten, der nicht nur durch Titel herrschte, sondern durch die pure, unbestreitbare Kraft der Natur.An den Ketten von der Decke in der Mitte der Kammer hing ein gebrochener Mann, dessen Zehen kaum noch über die nassen Dielen schleiften. Er blutete aus einem Dutzend flacher Schnittwunden, sein Atem rasselnd.In der dämmrigen, flackernden Ecke der Zelle, gerade außerh
Der Schlamm unter Isolde war kalt, aber Roderick war kälter.Sie saß im feuchten Gras, die Knie fest an die Brust gezogen, und hielt ihn. Ihre Arme waren um seinen Oberkörper geschlungen und drückten ihn so fest, dass ihre Muskeln schmerzten, als könnte bloße körperliche Kraft das Leben zurück in seine Lungen pressen. Sie wiegte ihn hin und her. Es war eine langsame, rhythmische, verzweifelte Bewegung, die Art von beruhigender Geste, die man einem Kind gibt, das einen bösen Traum hatte. Aber Roderick würde aus diesem nicht mehr aufwachen. Das schwere, unnachgiebige Gewicht seines Körpers in ihren Armen änderte sich nicht, egal wie sehr sie sich wiegte.„Wach auf“, flüsterte sie gegen seinen Hals.Ihre Stimme war winzig, ein zerbrechliches Ding, das im Wind auseinanderbrach. Es war kein Befehl einer Prinzessin. Es war nur die Bitte eines Mädchens, das plötzlich sehr verloren war. „Bitte, Roderick. Öffne einfach die Augen. Sieh mich an.“Sein Gesicht blieb vollkommen still. Der scharfe
LUCIENNEIch sah, wie mein Mate jemanden tötete.In der Nacht unserer Hochzeit.Der metallische Geruch von Blut traf mich zuerst—dick, faulig, kroch in meine Nase wie etwas Lebendiges. Dann sah ich ihn. Jonas. Er stand über dem Körper, während scharlachrotes Blut von seinen Händen tropfte, und das
AZRAELDer Fluch war wieder da.Lauter als sonst.Vier Jahre davon. Vier Jahre, in denen ich gegen meinen eigenen Wolf, gegen meinen eigenen Verstand kämpfte, jede gottverdammte Sekunde.Ich saß auf meinem schwarzen Hengst, die Wüstensonne brannte auf das weiße Leinen meiner Gewänder—geschichtet, f
LUCIENNEFreiheit fühlte sich anders an, als ich erwartet hatte.Nach allem, was passiert war, wusste ich nicht einmal mehr, wohin ich eigentlich lief.Wir rannten stundenlang—meine Lungen brannten, die Füße bluteten durch meine dünnen Pantoffeln, Äste rissen an meinen schmutzigen Kleidern. Marcus
LUCIENNESie warteten auf mich wie Wölfe, die ein Lamm umkreisen.Die große Halle erstreckte sich unter uns, weit und kalt, erleuchtet von Fackeln, deren Flammen tanzende Schatten über die Steinwände warfen. Rudelmitglieder füllten den Raum—Krieger mit den Händen an ihren Waffen, Älteste mit ernste







