เข้าสู่ระบบLiam Bennett erinnerte sich deutlich an die wichtigsten Ereignisse aus seinem früheren Leben.
Im März 2036 hatte sich plötzlich eine schwere Dürre über die ganze Welt ausgebreitet. Sie dauerte mehr als fünf Monate. Ende August sagten Wetterstationen in ganz Australien nach der langen Trockenperiode heftige Regenfälle voraus. Die Vorhersage war richtig, doch der Regen brachte der Menschheit eine Katastrophe. Am 27. August 2036 endete die Dürre mit einem Wolkenbruch aus giftigem Regen. So nannten die Überlebenden ihn später nach der Apokalypse. Jeder, der dem Regen ausgesetzt war, wurde mit einem unbekannten Virus infiziert und starb schließlich. Bis zum 1. September begannen Menschen, die an dem Virus gestorben waren, als Zombies wieder zum Leben zu erwachen. Getrieben von einem unkontrollierbaren Hunger nach Menschenfleisch griffen die Zombies jeden an, dem sie begegneten. Menschen, die von ihnen gebissen oder gekratzt wurden, infizierten sich ebenfalls und verwandelten sich in Zombies. Und so begann die Apokalypse. Die Katastrophe breitete sich über die ganze Welt aus. Unter dem extremen Druck der Apokalypse begannen jedoch einige Menschen, besondere Superkräfte zu entwickeln. Leider waren die Zombies nicht das einzige Problem der Menschheit. Die Welt wurde auch von einer Naturkatastrophe nach der anderen heimgesucht. Eisige Winter, unerträgliche Hitzewellen, heftige Stürme, Erdbeben und giftige Überschwemmungen wechselten sich dabei ab, das ohnehin schon verwüstete Land weiter zu zerstören. Die Überlebenden kämpften darum, am Leben zu bleiben und sich ein neues Leben aufzubauen. Mehr als zwei Jahre nach Beginn der Apokalypse gelang dem Forschungsinstitut der Sydney-Basis schließlich ein Durchbruch bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Zombievirus. Nachdem Experten aus verschiedenen Basen zu Beratungen in der Sydney-Basis zusammengekommen waren, verkündeten sie, dass der Impfstoff innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden könnte. Selbst Menschen, die bereits infiziert waren, konnten noch gerettet werden, solange sie nicht vollständig den Verstand verloren hatten. Nach dieser Ankündigung begann die Sydney-Basis, im ganzen Land nach qualifizierten Überlebenden zu suchen. Sobald der Impfstoff fertiggestellt war, wollten sie die Umwelt reinigen und das verseuchte Land zurückerobern. Menschen mit Macht, Geld und nützlichen Fähigkeiten begannen nach und nach, sich in Richtung der Sydney-Basis zu bewegen. Das galt besonders für diejenigen, die in kleineren Siedlungen lebten, welche oft als Erste aufgegeben wurden. Liams Familie hatte in seinem früheren Leben dasselbe getan. Er hatte mehr als zwei Jahre der Apokalypse überlebt und den größten Teil dieser Zeit eingesperrt im Keller der Brisbane-Basis verbracht. Ob die Nachrichten gut oder schlecht waren, er hatte alles von anderen Menschen erfahren. So hatte er gelebt, bis seine Familie ihn zurückließ, damit er sterben konnte. „Wuu ...“ Plötzlich füllten sich Liams Augen mit Tränen. Er senkte den Kopf, vergrub sein Gesicht in der Bettdecke und begann zu schluchzen. Sein leises Weinen verwandelte sich bald in lautes, abgehacktes Schluchzen. All der Schmerz, der Groll, die Angst, die Hilflosigkeit und die Wut, die er jahrelang in sich vergraben hatte, brachen aus ihm heraus. Sein kleines Mietzimmer füllte sich mit dem Klang seiner verzweifelten Schreie, während Erinnerungen an sein früheres Leben in seinen Gedanken aufstiegen. Es waren die Sommerferien gewesen. Er stand kurz davor, sein letztes Studienjahr an der Universität zu beginnen, hatte jedoch fast die gesamten Ferien damit verbracht, sich um seine schwer kranke Mutter zu kümmern. Nachdem sie gestorben war, erholte Liam sich schließlich von seiner eigenen Krankheit und fuhr in die südlichen Vororte von Melbourne, um seinen Vater zu suchen. Während der Krankheit seiner Mutter hatte sein Vater ihm zwanzigtausend australische Dollar geliehen und ihm gesagt, er könne das Geld zurückzahlen, sobald er es sich leisten könne. Da er nirgendwo anders unterkommen konnte, zog Liam vorübergehend bei seinem Vater ein. Er hatte vor, dort zu bleiben, bis das neue Universiesemester begann. Dann kam die Apokalypse. Obwohl seine Eltern in derselben Stadt gelebt hatten, ließen sie sich scheiden, als er noch nicht einmal ein Jahr alt war. Liam war bei seiner Mutter geblieben, die ihn seitdem allein großgezogen hatte. Seine Mutter war stark und unabhängig gewesen. Sie hatte seinen Vater nicht einmal um Unterhalt gebeten. Sein Vater hatte gelegentlich Kontakt zu ihm aufgenommen, nachdem er die Highschool begonnen hatte, doch Liam hatte sich nie in ihre alten Streitigkeiten eingemischt. Er verstand, dass Erwachsene ihre eigenen Probleme hatten. Trotzdem hatte sich ihre Beziehung immer eher wie die zwischen Fremden als wie die zwischen Familienmitgliedern angefühlt. Sein Vater hatte kurz nach der Scheidung erneut geheiratet. Obwohl er später geschäftlich erfolgreich geworden war, hatte er auch eine neue Familie gegründet und Zwillinge bekommen: Chloe und Ethan Bennett, die nur zwei Jahre jünger als Liam waren. Als die Apokalypse ausbrach, begann in genau diesem Haus Liams Albtraum. In seinem früheren Leben hatte er am Tag nach dem giftigen Regen plötzlich hohes Fieber bekommen. Nach drei Tagen mit Fieber tauchten die Zombies auf. Zu diesem Zeitpunkt erwachte auch seine Superkraft. Bald verkündeten Notfallmeldungen und Satellitenberichte, dass Menschen auf der ganzen Welt übernatürliche Fähigkeiten entwickelten. In dem Moment, als Liam seine eigene Fähigkeit entdeckte, erzählte er seiner Familie davon. Leider schien seine Reinigungsfähigkeit im Vergleich zu Kampffähigkeiten, mit denen man Zombies töten oder Überlebende beschützen konnte, nahezu nutzlos zu sein. Damals verstand niemand ihren wahren Wert. Erst später, als seine Familie mit einem Rettungsteam auf dem Weg zu einer sicheren Basis war, änderte sich alles. Unterwegs wurden sie von einer Zombiehorde überfallen, und Ethan wurde gekratzt. Verzweifelt darum bemüht, seinen Halbbruder zu retten, versuchte Liam, seine Reinigungsfähigkeit auf die Wunde anzuwenden. Er hatte sich nicht viel davon versprochen, doch dann geschah etwas Wunderbares. Obwohl die Wunde nicht heilte, verlangsamte sich die Ausbreitung des Zombievirus. Von diesem Moment an war Liam der Einzige, der Ethan am Leben halten konnte. Mit der Hilfe von Ethans Freundin Sophie Bennett gelang es der Familie, in den zentralen Bezirk der Brisbane-Basis zu gelangen, ohne die üblichen Gesundheitskontrollen durchlaufen zu müssen. Um Ethan zu schützen, verheimlichten sie, dass er eine Superkraft entwickelt hatte. Sophie nutzte sogar die Beziehungen ihrer Familie, um ein privates Ärzteteam für ihn zu organisieren. Die Ärzte untersuchten heimlich seinen Zustand und versuchten, Medikamente zu entwickeln, die ihm bei seiner Genesung helfen könnten. Anfangs hatte Liam freiwillig mitgemacht. Schließlich war Ethan sein Halbbruder. Sie hatten denselben Vater, und Liam hatte nie gewollt, dass er starb. Doch als er erkannte, dass etwas nicht stimmte, war es bereits zu spät. Sein Vater und seine Stiefmutter schwiegen, während Sophies Familie die Experimente unterstützte. Schon bald war Liam zu Ethans persönlichem Versuchsobjekt geworden. Er wurde im Keller eingesperrt und gezwungen, ein Experiment nach dem anderen über sich ergehen zu lassen. Bluttests. Medikamentenversuche. Injektionen. Gewebeproben. Das Leiden schien niemals zu enden. Schließlich gelang es den Forschern, einen Superkraftkern von einer Person auf eine andere zu übertragen. Etwa zur gleichen Zeit verkündete die Sydney-Basis ihren Durchbruch bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Zombievirus. Liams Familie brauchte ihn nicht länger. Sie entfernten heimlich seinen Superkraftkern und übertrugen ihn auf Ethan. Nach allem, was er für sie getan hatte, warfen sie ihn wie Müll weg. „...“ Nachdem er so lange geweint hatte, bis er keine Tränen mehr übrig hatte, begann Liam sich endlich zu beruhigen. Er stand auf und ging ins Badezimmer, um sich das Gesicht zu waschen und die Zähne zu putzen. Als er den Kopf hob und sein Spiegelbild sah, erstarrte er. Der junge Mann, der ihn aus dem Spiegel anblickte, war einundzwanzig Jahre alt. Obwohl er müde aussah und nach seiner Krankheit und dem Tod seiner Mutter etwas Gewicht verloren hatte, war seine Haut immer noch gesund. Seine von Natur aus lächelnden, mandelförmigen Augen waren hell und voller Leben. Er war 183 Zentimeter groß und hatte ein sanftes, belesenes Aussehen, das ihn zugänglich wirken ließ. Er war nicht die Art von Mann, bei dessen Anblick jeder sprachlos wurde, aber er war groß, gut gebaut und charmant. Er hatte ein Gesicht, bei dem sich ältere Menschen sofort wohlfühlten und Kinder fast augenblicklich Vertrauen zu ihm fassten. Seit seiner Jugend hatte er nur selten die Aufmerksamkeit anderer vermisst. Vielleicht war Liam deshalb nie an Menschen interessiert gewesen, die offen um ihn warben. Stattdessen zog er es vor, denjenigen nachzujagen, die schwer zu gewinnen waren. Jack Sullivan war einer von ihnen gewesen. Jack war zwei Jahre älter als Liam. Sie hatten sich bei einem schulübergreifenden Sportwettbewerb kennengelernt, als Liam noch die Highschool besuchte. Damals war Liam jung, selbstbewusst und ein wenig arrogant gewesen. Als er erfuhr, dass Jack dafür bekannt war, distanziert zu sein und sich vom Charme anderer Menschen überhaupt nicht beeindrucken zu lassen, wurde Liam sofort neugierig auf ihn. Jack für sich zu gewinnen, wurde zu einer Herausforderung. Später schrieb sich Liam an derselben Universität in Melbourne ein wie Jack. Sie wurden offiziell ein Paar, kurz bevor Liam sein erstes Studienjahr begann. Zu diesem Zeitpunkt war Jack bereits im dritten Studienjahr. Er war aus dem Studentenwohnheim ausgezogen und hatte eine Wohnung zwischen ihren beiden Campusgeländen gemietet. Doch sobald Liam sein Herz endlich gewonnen hatte, verschwand Jacks kaltes und unnahbares Image sehr schnell. Aus dem zurückhaltenden, disziplinierten jungen Mann wurde jemand, der anhänglich, besitzergreifend und beinahe kontrollierend war. Kein Rauchen. Kein Trinken. Um zehn Uhr abends musste er zu Hause sein. Wenn an der Universität etwas passierte, erwartete Jack, dass Liam ihn im Voraus darüber informierte. Wenn Liam am Wochenende ausging, musste er sich regelmäßig bei ihm melden. Bars und Nachtclubs waren absolut tabu. Manchmal war Jack sogar strenger als Liams eigene Mutter. Abgesehen von diesen übertriebenen Regeln behandelte Jack ihn jedoch unglaublich gut. Er war aufmerksam, liebevoll und bereit, Liam bei jeder Gelegenheit zu verwöhnen. Leider hielt ihre Beziehung nicht lange, bevor Schwierigkeiten aufkamen. Bei Liams Mutter wurde Magenkrebs diagnostiziert. Er hatte gerade vorgehabt, Jack von ihrem Zustand zu erzählen, als Jack plötzlich selbst mit einer schockierenden Nachricht herausplatzte. Er wollte sein Studium unterbrechen, um sich beim australischen Militär zu verpflichten. Liam schluckte die Worte hinunter, die er gerade hatte aussprechen wollen. Er erzählte Jack nichts von der Krankheit seiner Mutter. Stattdessen wartete er, bis Jack zum ersten Mal während seiner militärischen Ausbildung anrief. Während dieses Telefonats verkündete Liam plötzlich, dass ihre Beziehung vorbei sei. Jack weigerte sich, die Trennung zu akzeptieren. Er war wütend und stritt immer wieder mit Liam am Telefon. Doch Liam hatte seine Entscheidung bereits getroffen. Er änderte seine Telefonnummer und verschwand aus Jacks Leben. Da er keine Möglichkeit mehr hatte, ihn zu kontaktieren, blieb Jack ohne jede Erklärung zurück. Ihre erste Liebe endete ohne einen ordentlichen Abschied. Als sich der Zustand seiner Mutter verschlechterte, stellte Liam eine Pflegekraft ein, die sich um sie kümmerte, während er zwischen verschiedenen Gelegenheitsjobs hin und her eilte, um ihren Haushalt am Laufen zu halten. Zwischen der Universität, der Arbeit und seinen täglichen Anrufen bei seiner Mutter blieb ihm kaum Zeit, an etwas anderes zu denken. Von Jack erfuhr er nur durch andere Menschen. Nachdem Jack seinen Militärdienst abgeschlossen hatte, kehrte er an die Universität zurück, um seinen Abschluss zu machen. Gleichzeitig gründete er mit mehreren gut vernetzten ehemaligen Militärkollegen ein privates Sicherheitsunternehmen. Das Geschäft wuchs schnell. Schon bald war Jack reich und einflussreich geworden und hatte viele seiner ehemaligen Kommilitonen weit hinter sich gelassen. Nach ihrer Trennung sahen Liam und Jack sich nie wieder. Selbst als seine Mutter starb, war Liams erster Impuls gewesen, Jack zu kontaktieren. Er wollte ihm erzählen, was geschehen war. Er wollte ihn wiedersehen. Doch letztendlich hatte er seine Gefühle hinuntergeschluckt und nichts unternommen. Ich hätte nie gedacht, dass unser nächstes Treffen zugleich unser endgültiger Abschied sein würde. In seinem früheren Leben war Liam im Alter von dreiundzwanzig Jahren gestorben. Jack war fünfundzwanzig gewesen und hatte selbst mitten in der Apokalypse den Eindruck gemacht, als ginge es ihm gut. Jetzt war Liam wieder einundzwanzig. Er stand kurz davor, sein letztes Studienjahr an der Universität zu beginnen, erschöpft von den Jahren, in denen er sich um seine kranke Mutter gekümmert hatte, und belastet von den Schulden, die sie hinterlassen hatte. Er war nicht mehr der unbeschwerte, mutige Teenager, der er einst gewesen war. Jack hingegen war dreiundzwanzig und bereits einer der erfolgreichsten ehemaligen Studenten der Universität. Im Alumni-Netzwerk wurde er häufig gelobt. Platsch! Liam spritzte sich kaltes Wasser ins Gesicht. Die Erinnerungen kamen endlich zur Ruhe. Er holte tief Luft und zwang sich, die Traurigkeit seines früheren Lebens beiseitezuschieben. Das Schicksal hatte ihm eine zweite Chance gegeben. Er würde sie nicht verschwenden. Er hatte diese Gelegenheit mit seinem Leben bezahlt und würde dafür sorgen, dass sie sich lohnte. Seine Mutter war fort, und es gab nichts, was er tun konnte, um sie zurückzubringen. Doch die Welt stand ohnehin kurz vor dem Untergang. Es hatte keinen Sinn, Zeit damit zu verschwenden, sich Sorgen darüber zu machen, was passieren könnte. Er würde Jack finden. Was auch immer danach geschehen mochte, er würde ihrer Beziehung eine weitere Chance geben. Nachdem er sich gewaschen hatte, ging Liam in die Küche und bereitete ein einfaches Frühstück aus Eiernudeln zu. Der vertraute Geschmack schenkte ihm ein wenig Glück. Für einen Moment vergaß er beinahe die Apokalypse. Dann erinnerte er sich an seine Mutter. Er würde nie wieder die Gelegenheit bekommen, sie zu sehen, ihre Stimme zu hören oder ihr zu sagen, wie sehr er sie liebte. Der Gedanke tat mehr weh, als er in Worte fassen konnte. Trotzdem konnte er die Vergangenheit nicht ändern. Nachdem er gefrühstückt und seine Gefühle wieder unter Kontrolle gebracht hatte, nahm Liam sein Telefon und wählte Jacks Nummer. Obwohl er ihre Beziehung vor zwei Jahren selbst beendet und seitdem sowohl seine Telefonnummer als auch sein Telefon gewechselt hatte, hatte er Jacks Kontaktdaten nie vergessen. Außerdem änderten ehrgeizige Menschen ihre Telefonnummer nur selten ohne guten Grund. Ihre Kontakte waren wichtig für die Arbeit und zukünftige Geschäftsmöglichkeiten. Liam beschloss, sein Glück zu versuchen. Vielleicht benutzte Jack noch immer dieselbe Nummer. Das Telefon klingelte dreimal, bevor jemand abnahm. Eine vertraute und doch seltsam distanzierte Stimme ertönte aus dem Lautsprecher. „Hallo, wer ist da?“ Liams Herz begann schneller zu schlagen. „Hi. Spreche ich mit Jack Sullivan?“ Instinktiv senkte er seine Stimme und versuchte, seine Aufregung und Nervosität zu verbergen. Am anderen Ende herrschte einen Moment lang Stille, als versuchte der Mann herauszufinden, wer ihn anrief. Dann antwortete er. „Ja, hier ist Jack. Wer spricht?“ „Ich bin es ... Liam Bennett.“ Liam versuchte, ruhig und gelassen zu klingen, doch seine zitternde Stimme verriet ihn. Sein Griff um das Telefon wurde fester, während er auf Jacks Antwort wartete.Danach unterhielten sich die drei ungezwungen. Liam beantwortete Hannahs übrige Fragen, während sie darauf warteten, dass Jack die Verschmelzung mit seinen neu erwachten Kräften abschloss.Im Badezimmer lief weiterhin Wasser, begleitet vom gelegentlichen Knistern elektrischer Entladungen. Unter der Tür waren noch immer flackernde Feuerscheine zu erkennen.Da Jack jedoch bei Bewusstsein blieb und weiterhin mit ihnen kommunizieren konnte, machten sich weder Liam noch Hannah allzu große Sorgen. Nachdem sie sich etwas zu essen geholt hatten, setzten sie ihre Arbeit fort und sortierten die Vorräte.Während sie arbeiteten, schlug Hannah vor, am nächsten Tag erneut einkaufen zu gehen. Sie drängte die beiden, sich zu beeilen und so viele Vorräte wie möglich zu besorgen, solange sie noch die Gelegenheit dazu hatten.Weitere zwei Stunden vergingen, und Mitternacht rückte näher. Jacks Zustand hatte sich endlich stabilisiert, weshalb er Hannah aufforderte, zunächst nach Hause zu gehen, am nächste
„Hannah!“„Miss Hannah!“Der plötzliche Vorfall erschreckte sowohl Jack als auch Liam. Hastig eilten sie zu ihr, um ihr aufzuhelfen.Hannah funkelte Jack wütend an.„Jack Sullivan, hast du den Verstand verloren? Du hast mich gerade unter Strom gesetzt!“„Was? Ich … das habe ich nicht!“Jack sah völlig verblüfft aus. Sie hatten doch nur wie Freunde herumgealbert. Es war nicht das erste Mal, dass sie sich auf diese Weise gegenseitig aufgezogen hatten, und er war noch nie so grob gewesen, dass er ihr wehtat. Ganz gleich, wie hart Hannah sich auch gab, sie war schließlich immer noch eine Frau.„…“Hannah rappelte sich mühsam auf und klopfte sich den Staub von der Kleidung, während sie leise vor sich hin murmelte.„Das hat sich angefühlt, als hätte mich ein verdammter Elektroschocker getroffen …“Sie warf einen Blick auf Jacks Hand. Darin befand sich nichts. Aber …„Moment mal … Jack hat doch gar nichts in der Hand.“Liam griff instinktiv nach Jacks Hand, um nachzusehen. In dem Moment, als
„Das … ist eine duale Blitz- und Feuermutation!“Hannah Walsh war schockiert, doch sie war nicht die Einzige. Selbst Liam Bennett hatte nicht erwartet, dass Jack Sullivan gleich zwei Fähigkeiten auf einmal erwecken würde.Eilig winkte er Jack zu, der noch immer von Hitze und Elektrizität umgeben war.„Bruder Jack, schnell ins Badezimmer! Deine Kräfte schaden dir vielleicht nicht, aber sie könnten andere verletzen oder alles in deiner Umgebung beschädigen. Da du auch Feuer kontrollierst, kannst du nicht zurück ins Schlafzimmer. Geh sofort ins Badezimmer!“Jack war von der intensiven Hitze bereits schwindelig. Kaum hatte Liam ausgesprochen, eilte er ins Badezimmer.Liam folgte ihm, drehte die Dusche auf und trat sofort wieder hinaus, bevor er die Tür hinter sich schloss.Draußen stehend, rief er durch die Tür.„Bleib ruhig! Wasser kann Feuer löschen und Strom leiten, also sei vorsichtig im Umgang mit deinen Kräften. Bruder Jack, bewahre einen klaren Kopf und bleib vernünftig. Wenn du di
Hannah Walsh begann langsam zu vermuten, dass mit Jack Sullivan irgendetwas nicht stimmte.Selbst bei Trainingsübungen gehörte es normalerweise nicht zu ihren Aufgaben als Logistikassistentin des Teams, Vorräte für die sicheren Unterkünfte vorzubereiten.Ihr Instinkt sagte ihr, dass das Ganze etwas mit diesem lästigen kleinen Hamster namens Liam Bennett zu tun hatte.Leider war Jacks Erklärung praktisch unangreifbar. Er behauptete, die Übung würde ihr helfen, ihre beruflichen Fähigkeiten zu verbessern, sodass sie keinen vernünftigen Grund hatte, sich zu weigern.Als Liam schließlich mit dem Essen zum Mitnehmen eintraf, waren Jack und Hannah bereits eifrig bei der Arbeit. Beide waren schweißgebadet.Abgesehen von den verstärkten Türen und Fenstern hatte sich im Inneren der Wohnung kaum etwas verändert, seit Liam und Jack dort zusammengelebt hatten.Der einzige auffällige Unterschied war der anhaltende Geruch nach Zigarettenrauch, den Yang Kai hinterlassen hatte – der Mann, der sich ein
Liam sagte nichts und hörte Jack einfach nur zu. Sein Herz raste vor Freude, die er kaum in Worte fassen konnte. Sein Hals schnürte sich zu, und die Wärme, die sich in seiner Brust ausbreitete, ließ seine Augen brennen.„Es gibt niemanden zwischen uns. Deshalb stimme ich der Trennung immer noch nicht zu.“Jack zog ihn fest in seine Arme und wiederholte seine Worte.„Es tut mir leid, dass ich nicht für dich da war, als du mich am dringendsten gebraucht hast.“Zwischen ihnen hatte es nie ein ernsthaftes Missverständnis gegeben, und sie empfanden immer noch etwas füreinander. Jetzt, da Jack wieder in Liams Leben getreten war, gab es keinen Grund mehr, Spielchen zu treiben oder jemanden absichtlich zu verletzen, der ohnehin schon am Boden war.Dieses ganze Hin und Her zwischen Liebe und Hass war sinnlos. Wie konnte man jemanden wirklich wertschätzen, wenn man bereit war, ihm wehzutun?Schließlich gab Liam nach und erwiderte die Umarmung.„Bruder Jack … ich habe mich falsch verhalten …“Vi
Am Abend des 24. August kehrte Jack Sullivan nach Melbourne zurück. Als er seine Arbeit im Büro erledigt hatte, war es bereits fast Mitternacht.Liam Bennett war mit dem Auto gekommen, um ihn abzuholen. Statt nach oben zu gehen, wartete er im Besucherbereich im Erdgeschoss. Er bestellte spätabendliche Snacks und lud sogar den diensthabenden Sicherheitsmitarbeiter dazu ein, mit ihm zu essen.Die Apokalypse stand kurz bevor. Liam wollte noch so viel gutes Essen wie möglich genießen, solange er konnte. Verpackte Meeresfrüchte wie Langusten waren perfekt, um gelegentlich seinen Heißhunger zu stillen. Deshalb hatte er extra welche gekauft, um sie für später aufzubewahren.Hannah Walsh, die Überstunden gemacht hatte, stieg zusammen mit Jack aus dem Aufzug. Als sie Liam inmitten all der Lebensmittel in der Lobby sitzen sah, konnte sie sich einen Scherz nicht verkneifen.„Dein kleiner Hamster hat die Lobby in sein persönliches Restaurant verwandelt. Er kauft ständig Essen und isst. Der ist wi







