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SEIN ZUHAUSE!

last update Veröffentlichungsdatum: 30.07.2026 03:59:31

Kapitel 2.

Die Fahrt vom Flughafen zu Axels Haus war lang, die Lichter der Stadt verschwommen im Vorbeifahren, während Hazel in Schweigen dasaß, ihre Gedanken in einer Mischung aus Gefühlen verloren. Als sie schließlich in die Einfahrt seines Anwesens einbogen, stockte ihr der Atem.

Sie stieg aus dem Land Cruiser Prado aus, als ein Wachmann ihr die Tür öffnete, und in dem Moment, als ihre Füße den Boden berührten, hob sich ihr Blick zu dem prachtvollen Bauwerk vor ihr.

Ihre Lippen öffneten sich leicht vor Staunen. Das Gebäude ragte wie ein moderner Wolkenkratzer vor ihr auf, seine schicken Glaswände schimmerten unter der Skyline von Washington. Obwohl sie aus einer wohlhabenden Familie stammte, konnte sie nicht anders, als das architektonische Meisterwerk vor ihr zu bewundern.

Ein tiefer Atemzug füllte ihre Lunge, während sie die gewaltige Sicherheitsanlage rund um das Anwesen in sich aufnahm. Die bloße Anzahl der im Areal stationierten Wachen ließ ihren Magen vor Unbehagen verkrampfen.

„Das Haus wird dich nicht ficken, Mama. Zerreiß nicht sein Glas.“

Axels Stimme durchbrach ihre Gedanken, sein neckender Ton schickte eine Welle der Reizung durch sie.

Sie schnaubte und rollte mit den Augen, bevor sie sich entschied, seine Wortwahl zu ignorieren.

„Dein Haus ist schön“, gab sie zu und beschloss, sich auf die beeindruckende Aussicht zu konzentrieren.

„Ist das ein Kompliment?“, grübelte er.

„Nenn es, wie du willst, Axel. Ich habe Hunger.“ Sie drückte eine Hand gegen ihren Magen und machte ihren Standpunkt klar.

Ein Grinsen stahl sich auf seine Lippen. „Du bist doch nicht über Nacht zum Vielfraß geworden, oder? Weil ich mit so einer nicht umgehen könnte.“

„Du kannst mich rausschmeißen, wenn du willst“, schoss sie kalt zurück, ihre Frustration kochte über. „Ich will nicht einmal hier bleiben.“

Axel gluckste, unbeeindruckt von ihrer Haltung. „Du weißt, dass dein Vater lieber möchte, dass ich derjenige bin, der jedes verdammte Mal deine Taille hält, als dass es ein anderer Mann tut.“ Er zwinkerte ihr zu, und sie schnaubte verzweifelt.

Sie hasste es, wie er immer eine Antwort bereit hatte, als könnte ihn nichts erschüttern.

„Lass uns gehen“, drängte er, und beide gingen auf den Eingang zu.

Axel war Mr. Marcos bester Freund gewesen, seit er seinen älteren Bruder im College verloren hatte. Obwohl Marco deutlich älter war, hatte er Axel wie einen Bruder aufgenommen und das Band geehrt, das er einst mit Alex... Axels verstorbenem Bruder... vor dessen vorzeitigem Tod durch eine unbekannte Krankheit geteilt hatte.

„Der Aufzug wäre viel besser, Mama. Die Treppe wird deinen Beinen wehtun“, bemerkte Axel und drückte den Knopf für die Etage, auf der sich ihr Zimmer befand.

„Warum baut man es so hoch, wenn du der Einzige bist, der hier wohnt?“, fragte sie und verschränkte die Arme.

„Und ein paar Wachen“, korrigierte er, sein selbstgefälliger Ausdruck ließ sie den Mund halten.

Sie rollte mit den Augen und weigerte sich, weiter zu widersprechen.

Als sie in den Aufzug stiegen, spannte sich Hazels Körper an. Ein Schauer lief durch sie hindurch, ihre Finger klammerten sich fest um den Stoff ihres Kleides.

Die vertraute Angst krallte sich in ihrer Brust fest.

Sie hatte Aufzüge schon immer gehasst... hatte enge Räume gehasst. Die Wände fühlten sich an, als würden sie sich schließen, und ihre Atmung wurde flach. Ihre Hände wurden feucht, ihre Sicht leicht verschwommen, als die Angst die Kontrolle übernahm. Sie hätte einfach widersprechen sollen, aber nein. Sie war viel zu dickköpfig.

Axel bemerkte die Veränderung sofort. Seine Augen verdunkelten sich, als ihm die Erkenntnis kam.

„Fuck“, fluchte er unter seinem Atem. Er hatte völlig vergessen, dass sie klaustrophobisch war.

Ohne Zögern griff er nach ihr und zog sie in einem festen, aber tröstenden Halt an sich.

Sie versteifte sich und versuchte, ihn wegzuschieben, aber seine Arme zogen sich um sie zusammen.

„Bleib hier, Mama“, murmelte er, seine Stimme jetzt sanfter.

Ein scharfer Ruck fuhr durch ihren Magen bei der Wärme seiner Berührung, ihr Körper verriet sie, als sich eine Welle unerwarteten Trostes über sie legte.

Ihre Wange drückte gegen seine feste Brust, der stetige Rhythmus seines Herzschlags seltsam beruhigend. Seine Hand glitt tiefer und ruhte an der Rundung ihrer Taille, seine Finger drückten leicht, als wollte er sie beruhigen, dass er da war.

Hazel hob zögernd ihren Blick, ihr Atem stockte, als sie seine dunklen Augen sah, die auf sie herabblickten. Sein Gesicht war unlesbar, aber die Spannung in seinem Kiefer und das Flackern von etwas Ungesagtem in seinen Augen ließen ihren Puls stolpern.

Sie versuchte wieder, sich wegzuziehen, aber sein Griff blieb fest.

„Ich bin hier, Mama“, flüsterte er gegen ihr Haar, seine tiefe Stimme schickte eine unbekannte Hitze durch ihre Adern.

Sie schluckte schwer.

Zum ersten Mal fühlte Hazel etwas, das sie nicht erklären konnte. Einen Trost, den sie nicht erwartet hatte. Eine Wärme, von der sie nie gedacht hätte, dass sie sie mit ihm verbinden würde... dem Mann, von dem sie sich eingeredet hatte, dass sie ihn nicht mochte.

Ja, er war immer da gewesen, eine Präsenz in ihrem Leben als bester Freund ihres Vaters, aber sie hatte ihn nie wirklich gesehen. Er war ein Idol, jemand, dem die Frauen nachjagten... etwas, das sie immer als abstoßend empfunden hatte.

Sie bevorzugte Männer, die nicht ständig im Rampenlicht standen. Axel war das komplette Gegenteil. Er war eine Ikone, der CEO eines weltberühmten Modeunternehmens, und die Frauen warfen sich ihm vor die Füße.

Der Aufzug brauchte zu lange.

Axel atmete aus und rückte unbehaglich zurecht. Er hasste die Art, wie sie so perfekt an ihn passte, hasste die Art, wie ihr Duft seine Lunge füllte, und am meisten hasste er die Art, wie sein Körper auf die Wärme ihrer Berührung reagierte.

Das war erst ihr erster Tag hier, und schon trieben die Dinge sie in gefährliches Terrain.

Bei ihrem Körper so nah, ihren Kurven an ihn gepresst, war er sich nicht sicher, wie lange er der Versuchung widerstehen konnte, sie zu berühren.

Schließlich glitten die Aufzugstüren auf, und beide stießen gleichzeitig einen Atemzug aus.

Axel ließ von ihr ab, und Hazel trat sofort hinaus, praktisch rennend vor der erstickenden Spannung zwischen ihnen.

Ein tiefes Glucksen grollte aus seiner Brust, als er ihr folgte.

Sie gingen für einige Momente in Schweigen, bevor sie vor einer wunderschön gestalteten Tür anhielten.

„Das wird dein Zimmer sein, Mama“, kündigte er glatt an.

„Hazel. Mein Name ist Hazel“, korrigierte sie mit einem verärgerten Funkeln in den Augen.

Axel schnaubte, ein Grinsen neckte seine Mundwinkel.

„Klingt das nicht komisch? Dich Hazel zu nennen? Es ist, als würde ich meinen eigenen Namen rufen. Ich frage mich, warum alles so ähnlich sein musste.“

Sie ignorierte sein Necken und öffnete die Tür.

Aber in dem Moment, als ihr Blick auf das Zimmer vor ihr fiel, erstarrte sie.

Ein Kloß bildete sich in ihrem Hals, ihre Sicht verschwamm leicht, als eine überwältigende Welle von Gefühlen sie traf.

Das Zimmer war identisch mit dem, das sie in Texas zurückgelassen hatte. Und Axel war über Grenzen gegangen, um es genau so zu dekorieren, in dem Moment, als er von ihrem Kommen erfuhr.

„Wie hast du das gemacht?“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern, ihre Augen glitzerten von ungestöhnten Tränen.

Die Vertrautheit des Raumes zog an etwas tief in ihrem Inneren. Sie hatte den Verlust ihres alten Zimmers betrauert, aber jetzt, wo sie hier stand, spürte sie ein Gefühl der Sicherheit, das sie nicht erwartet hatte.

Axel lehnte am Türrahmen und beobachtete ihre Reaktion mit ruhigen, aufmerksamen Augen.

„Würdest du mich bezahlen, wenn ich es dir erzähle?“, grübelte er, seine Stimme glatt.

Sie schnaubte und schüttelte den Kopf.

„Du bist unglaublich.“

Axel grinste nur und trat mit langsamen, bedachten Schritten in das Zimmer.

Hazel drehte sich um, ihr Herz krampfte sich zusammen, als ihr Blick auf das Porträt fiel, das sie am meisten schätzte... perfekt platziert, genau wie in ihrem alten Zimmer.

Sie atmete zittrig aus.

„Danke, Axel“, hauchte sie, ihre Stimme ehrlich.

Ein Flackern von etwas Unlesbarem ging durch seine Augen, bevor er ein leichtes Nicken gab.

„Frisch dich auf und komm nach unten. Ich lasse die Dienstmädchen dein Lieblingsessen zubereiten.“

Ihre Lippen öffneten sich leicht ob seiner Fürsorglichkeit.

„Danke“, flüsterte sie erneut, diesmal sanfter.

Axel starrte sie für eine verweilende Sekunde an, bevor er sich abwandte und sie allein ließ, um die Vertrautheit ihres neuen Raumes in sich aufzunehmen.

Zum ersten Mal seit ihrer Ankunft spürte sie etwas Unerwartetes... ein Gefühl von Zuhause.

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