LOGINIch muss irgendwann eingeschlafen sein, denn als ich als Nächstes aufwachte, war es fast Morgen, und ich konnte das entfernte Heulen von Wölfen und das Zwitschern von Vögeln draußen hören. Ich beneidete sie – ihre Freiheit, ihre Leichtigkeit, die Art, wie sie nicht das Gewicht der Erwartungen eines Rudels oder ein Herz voller Fragen trugen. Heute war die große Jubiläumszeremonie von Iron Fang, die sechsundneunzigste, und ich hatte keine Zeit, herumzuliegen. Ich schleppte mich aus dem Bett, meine Brust immer noch schwer von Gedanken an Adrian, Alexa und was als Nächstes passieren könnte. Ich eilte in die Küche, meine Füße bewegten sich schneller, als mein Kopf mithalten konnte.
Die Küche brummte bereits, als ich ankam. Zum ersten Mal halfen die anderen Köche und Omegas mit, alle rannten herum, schmückten Tische, ordneten Tabletts, sorgten dafür, dass jedes Detail für den großen Tag perfekt war. Katrina spielte natürlich ihre Rolle als laute, herrische Inspektorin, stolierte herum und brüllte Befehle an alle. Aber nicht an mich. Kein einziges Wort kam in meine Richtung, was meine Nerven auf die Probe stellte. Katrina ignorierte Leute nicht einfach – sie hatte immer einen Plan, und ihr Schweigen ließ mich darüber sorgen, was sie diesmal ausheckte. Gäste aus anderen Rudeln begannen anzukommen, und bald war das Rudelhaus voller Fremder, ihre Stimmen und ihr Lachen füllten jede Ecke. Ich hatte kaum Zeit zum Nachdenken, während wir anfingen zu servieren, meine Arme schmerzten vom Tragen Tablett um Tablett, ich schlängelte mich durch Tische, stellte Teller mit Essen bei Rudelmitgliedern und Besuchern ab. Ich rannte hin und her, holte Getränke, räumte Geschirr ab, sorgte dafür, dass jeder hatte, was er brauchte. Als der Abend anbrach, war ich jenseits von müde – erschöpft bis in die Knochen, als wäre ich ausgepresst und zum Trocknen liegen gelassen worden. Zurück in der Küche beschwerten sich die anderen Omegas darüber, wie fertig sie waren, wie sie es kaum erwarten konnten, hinzufallen. Ich sagte nichts, aber ich wusste es besser, als auch nur an Schlaf zu denken. Wenn ich die Küche oder das Rudelhaus so chaotisch hinterließ, hätte ich morgen ernsthafte Probleme. Also schleppte ich meinen müden Körper herum, schrubbte Teller, wischte Oberflächen ab, sorgte dafür, dass alles blitzblank war. Ich war in der Küche, bis zu den Ellbogen in seifigem Wasser, als Katrina hereinkam, ein bösartiges Grinsen über ihr Gesicht geschmiert. Ich versuchte, sie zu ignorieren, behielt die Augen auf dem Geschirr, aber sie ließ es nicht zu. „Na, na“, begann sie, ihre Stimme triefte vor Spott. „Wirst du endlich deinen Platz akzeptieren, Sklavin? Während wir da draußen Spaß haben, tanzen, neue Leute treffen, steckst du hier fest und räumst hinter uns auf. Oh, Ashley, es ist, als hätte die Mondgöttin dich genau dafür gemacht, jedermanns Spielzeug zu sein. Schau dich an – wertlos, verwaist, und jetzt will dich nicht einmal dein Mate.“ Ihre Worte trafen wie eine Ohrfeige, und Alexa winselte in meinem Kopf, der Laut weich und schmerzvoll. Ich biss mir fest auf die Lippe, kämpfte gegen die Tränen an, die überzulaufen drohten. Ich würde ihr nicht die Genugtuung geben, mich weinen zu sehen. Sie machte weiter, trat näher, ihre Stimme niedrig und grausam. „Arme kleine Waise. Sogar die Mondgöttin denkt, du bist nichts. Warum sonst würde sie dich mit jemandem paaren, der lieber weggeht, als dich anzusehen?“ Ich blieb still, schrubbte einen Teller so hart, dass meine Knöchel weiß wurden. Aber Katrina war noch nicht fertig. Ihr Ton verschob sich, wurde widerlich süß, wie Honig mit Gift versetzt. „Weißt du, ich bin nett, Ashley. Wirklich nett. So nett, dass ich sogar in Betracht ziehen würde, meinen Mann mit dir zu teilen.“ Ich wirbelte herum, meine Augen fixiert auf ihre Füße, weigerte mich, ihrem Blick zu begegnen. „Ich will deinen Mann nicht“, schnappte ich, meine Stimme niedrig, aber fest, die Wut brodelte hoch, bevor ich sie stoppen konnte. „Oh, nicht?“ sagte sie, ihr Lächeln wurde breiter, alles falsche Süße. „Komm schon, ich weiß, wie diese Mate-Sache funktioniert. Du stirbst innerlich, oder? Zerrissen, weil er dir gehört, aber nicht wirklich. Der einzige Weg, diese Qual zu beenden, ist, einander zurückzuweisen. Du und Adrian – ihr müsst das Band kappen.“ Ich erstarrte, ihre Worte sickerten ein. Ihn zurückweisen? Der Gedanke ließ meinen Magen sich verdrehen, und Alexa stieß ein weiteres leises Winseln aus. Katrina redete weiter, als genieße sie jede Sekunde davon. „Apropos Adrian, er hat mich tatsächlich geschickt, um dich zu holen.“ Mein Kopf schnellte hoch, und ich traf ihre Augen diesmal, suchte nach der Lüge. „Was?“ sagte ich, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Du denkst, ich lüge?“ rief sie aus, die Hände in die Hüften gestemmt, als wäre sie beleidigt, dass ich sie überhaupt in Frage stellte. „Ich weiß, dass es eine große Sache ist, vom Alpha persönlich gerufen zu werden. Glaub mir, ich verstehe das. Aber ja, er wartet auf dich. Genau jetzt.“ Sie musterte mich von oben bis unten, ihre Nase rümpfte sich, als wäre ich etwas, das sie von ihrem Schuh gekratzt hatte. „Du solltest dich vielleicht in etwas… weniger Peinliches umziehen“, sagte sie, ihre Stimme voll von Mitleid, das sie nicht meinte. Bevor ich etwas sagen konnte, warf sie mir eine kleine Tasche zu, der Inhalt raschelte, als sie in meinen Händen landete. „Ich fühle mich heute großzügig, also lasse ich dich etwas von mir ausleihen. Sag nicht, ich hätte nie etwas für dich getan.“ Ich öffnete den Mund, um zu widersprechen, um zu fragen, wer das Aufräumen beenden würde, wenn ich ginge – weil ich *wusste*, dass ich derjenige wäre, der Ärger bekäme, wenn die Küche morgen ein Chaos wäre. Aber sie unterbrach mich, drehte sich bereits zum Gehen um. „Dritte Tür rechts, oberste Etage“, rief sie über die Schulter, ihre Stimme leicht und beiläufig, als hätte sie gerade nicht meine Welt auf den Kopf gestellt. Und damit war sie weg. Ich stand da, klammerte mich an die Tasche, mein Kopf raste. Meinte sie das ernst? Wartete Adrian wirklich auf mich? Oder war das nur wieder eines ihrer Spiele, irgendein verdrehtes Setup, um mich vor allen zu demütigen? Alexa war still, aber ich konnte spüren, wie sie sich regte, ihre Hoffnung kämpfte gegen meinen Zweifel. Ich wollte glauben, dass Adrian nach mir geschickt hatte, dass vielleicht – nur vielleicht – er bereit war, sich diesem Mate-Band zu stellen. Aber die Erinnerung an seine wütenden Augen, die Art, wie er ohne ein Wort weggegangen war, ließ meine Brust schmerzen. Was, wenn ich da hochginge und er mich zurückwiese? Was, wenn Katrina mich aufstellte, um zu fallen? Ich warf einen Blick auf die Tasche in meinen Händen, versucht, sie zu öffnen, aber nicht sicher, ob ich mit ihrem Plan mitspielen wollte. Die Küche war immer noch ein Chaos, Teller hochgestapelt, Arbeitsflächen mit Resten übersät. Wenn ich jetzt ginge, würde ich später dafür bezahlen. Aber wenn Adrian wirklich wartete… Ich schüttelte den Kopf, versuchte den Nebel zu klären. Ich wusste nicht, was ich tun sollte, aber hier zu stehen würde keine Fragen beantworten. Ich legte die Tasche auf die Theke, meine Hände zitterten, während ich versuchte, mich zu konzentrieren. Ein Teil von mir wollte weglaufen – aus der Küche, aus dem Rudelhaus, aus Iron Fang ganz und gar. Das war der Plan, oder? Meinen Wolf bekommen und gehen. Aber Alexas stille Hoffnung hielt mich zurück, ihre Stimme von gestern Abend hallte in meinem Kopf wider: *Er könnte uns akzeptieren.* Ich wusste nicht, ob ich ihr glaubte, aber ich konnte sie auch nicht ignorieren.Perspektive der dritten PersonDer Anblick von Ashley, die in diesen gnadenlosen Riss verschwand, schickte Angst wie eine kalte Klinge durch die Krieger, jeder für einen Herzschlag erstarrt, während sie den Albtraum wiedererlebten, wie ihre Mitpackmitglieder einer nach dem anderen verschwanden. Gesichter, die sie kannten – Freunde, mit denen sie Mahlzeiten geteilt, neben denen sie trainiert hatten – in Sekunden weg, Schreie hallten nach und verstummten dann für immer. Es war nicht nur Verlust; es war die bauchzerrende Erkenntnis, dass jeder von ihnen der Nächste sein konnte, dass der Boden, dem sie vertrauten, zum Verräter wurde. Sieg? Es schien jetzt wie ein grausamer Witz, der mit jedem Spalt in der Erde, jeder Kreatur, die ohne Ermüdung angriff, weiter wegrutschte. Ein Krieger, ein älterer Kämpfer mit Narben aus vergangenen Schlachten, biss die Zähne zusammen und schwang seine Klauen härter, aber innerlich nagte die Verzweiflung an ihm. Er hatte schon Pack
Meine Augenlider fühlten sich schwer an, als ich sie Stück für Stück aufbrach, meine Sicht verschwamm zuerst, bevor sie sich scharf stellte. Was zum Teufel passierte hier? Mein Verstand tastete nach Antworten und setzte die letzten Momente zusammen – den Sturz, den endlosen Fall in diesen gespaltenen Boden, die Schreie, die über mir verblassten. Aber das war nicht das, was ich erwartet hatte. Ich war nicht unter geborstener Erde begraben, kein Schutt drückte auf mich, kein Dreck füllte meine Lungen, wie ich befürchtet hatte. Stattdessen war alles... sauber, fast zu ordentlich. Der Lärm der Schlacht war vollständig verschwunden – keine Knurren mehr, kein Klirren von Klauen, keine verzweifelten Rufe von Kriegern. Hier war es völlig still, eine unheimliche Stille, die mir eine Gänsehaut bereitete.Wo war ich? Hatte ich mir beim Sturz den Kopf härter angeschlagen, als ich dachte? Meine Gedanken kreisten, versuchten, sich an etwas Vertrautes zu klammern, aber nichts passte. Alex
Ich versuchte, mich von ihm wegzubewegen, Distanz zwischen uns zu bringen, während ich immer noch mit drei der Kreaturen im Kampf war. Sie schienen sich zu vermehren, eine wurde zu zwei, dann mehr, ihre Formen verschoben sich auf Weisen, die der Logik widersprachen. Ich wich aus und schlug zu, versuchte, Adrian aus meinem peripheren Blickfeld zu halten, aber dieses Kribbeln folgte wie ein Schatten. Warum konnte ich ihn nicht abschütteln? Die Bindung verspottete mich, selbst im Kampf. Dann füllte sich plötzlich die Luft mit einer Menge menschlicher Schreie – unsere Leute, nicht die Kreische der Kreaturen. Der Laut durchbohrte mich, roh und verzweifelt, und ich drehte mich gerade rechtzeitig um, um zu sehen, wie der Boden sich öffnete. Ich meine, sich genau dort in zwei spaltete, ein klaffender Riss, der Krieger verschlang, während sie kämpften. Ihre Gesichter verzogen sich vor Schock, Arme zuckten, bevor die Erde sich wieder schloss und sie lebendig begrub. Mein Blut gefror
Ashleys POVMein Herz pochte unregelmäßig, übersprang Schläge, als könnte es sich nicht entscheiden, ob es vorauseilen oder komplett aussetzen sollte, während ich von Adrian wegging. Ich zwang mich, die Winselgeräusche meiner Wölfin Alexa in meinem Kopf zu ignorieren – sanfte, flehende Laute, die an mir zerrten, aber die Sache nicht erzwangen. Sie schob mich nicht mit jener wilden Dringlichkeit zurück zu ihm, die manche Wölfe hatten; es war subtiler, ein stilles Achzen der Gefährtenbindung, von dem ich wusste, dass es sie genauso belastete wie mich. Tief innen spürte ich ihren Konflikt, die Art, wie die Bindung an ihren Instinkten zerrte, trotz allem. Als ich vorhin angefangen hatte, ihn abzulehnen, hatte sie sich nicht dagegen gewehrt, hatte sich nicht an die Oberfläche gekrallt, um die Worte zu stoppen. Stattdessen hatte sie sich nur gestählt, sich auf den kommenden Schmerz vorbereitet wie ein Soldat vor der Schlacht. Das ließ Schuld in meinem Bauch rotiere
„Du hast mich abgelehnt, Adrian, erinnerst du dich? Aber du hast dich geweigert, es mich akzeptieren zu lassen. Es war dein Wunsch, mich mit dem Schmerz und der Schande der Ablehnung leben zu sehen, aber es sieht so aus, als hätte unsere liebe Mondgöttin andere Pläne.“ Sie sagte es mit einem Lächeln, dieser ruhigen, wissenden Kurve ihrer Lippen, die tiefer schnitt als jeder Schrei es hätte tun können. Ihre Worte landeten wie Steine in meiner Brust, jedes einzelne schwer von der Wahrheit, der ich so lange auszuweichen versucht hatte. Ich stand da, hielt mich kaum zusammen, mein Kopf kreiste von der Ablehnung, die sie gerade so beiläufig herausgeschleudert hatte. Ablehnung. Das Wort hallte in meinem Kopf wider und stellte alles auf den Kopf. Ich war derjenige gewesen, der sie zuerst weggestoßen hatte, damals, als ich dachte, ich wüsste es besser, als mein Stolz mich dafür blind gemacht hatte, was sie wirklich bedeutete. Und jetzt drehte sie es gegen mich um, bereit, es
„Kenn deinen Platz, Junge“, schoss er zurück, seine Stimme tief, aber mit jener Alpha-Autorität, die Respekt verlangte. „Du läufst nicht einfach in mein Rudel und bellst wie ein Welpe.“ Die Worte landeten hart, ausgespuckt mit einem Hauch von Verachtung, der meine Haut erhitzen ließ. „Du musst einen ordentlichen Grund für deinen Besuch haben, nehme ich an? Sag ihn.“ Er verschränkte die Arme und wartete, sein Beta verschob sich leicht, als wolle er ihn unterstützen. Junge. Welpe. Die Beleidigungen brannten und reduzierten mich in seinen Augen zu etwas Kleinem und Untrainiertem. Es kostete alles, nicht körperlich zurückzuschnappen, mein Wolf drängte mich, Zähne zu zeigen, Dominanz zu behaupten. Aber ich hielt mich zurück und atmete durch den Adrenalinschub. Er hatte auf eine Weise recht—ich war ohne Protokoll hereingestürmt, getrieben von Emotion statt von Verstand. Es ließ mich mich selbst hinterfragen: War das, wie Alphas handelten? Oder war ich immer noch dieser heiß







