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Kapitel 2

Autor: JacqueAuthor
Ich drehte mich nicht einmal zu der Stimme um. Ich war wie versteinert. Ich hätte es wohl erwarten sollen. Nach allem, was vor Jahren passiert war. Natürlich war er verheiratet. Dachte ich wirklich, dass er sein ganzes Leben lang auf mich warten würde?

Aber ich konnte es immer noch nicht glauben. Ich war immer noch nicht bereit für den Schmerz. Er umhüllte mich, als ich hörte, dass er weitergezogen war. Dass er verheiratet war. Dass er eine Familie hatte.

Ich hatte das Gefühl, gleich zu weinen.

Asher sagte nichts. Er sah mich nur an. Ich stand wie angewurzelt da.

„Raus!“,bellte er plötzlich.

Der Klang seiner Stimme. Die Macht darin. Da schien Wut hindurch. Ich konnte nicht anders. Ich zuckte zusammen und rannte zur Tür.

Doch dann hielt er mich wieder auf.

„Nicht du“, sagte er.

„Alle raus“, fuhr er fort.

Alle standen auf. Der ganze Raum leerte sich in einem Augenblick.

Ich blieb stehen. Ich sah ihn an. Er sah zurück. Er starrte mich ausdruckslos an..

Ich wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Ich war furchtbar nervös. Ich wusste nicht, was ich sagen oder mit mir anfangen sollte.

Fünf Jahre waren vergangen. Er war bereits verheiratet. Er war weitergezogen. Es gab keinen Grund anzunehmen, dass er immer noch wütend auf mich war. Dass er immer noch Groll hegte wegen dem, was vor Jahren passiert war.

Als ich ihn nun ansah, erkannte ich, wie er nur noch fesselnder geworden war. Noch schöner. Noch attraktiver mit dem Alter. Der Junge, den ich einst kannte, war verschwunden.

Der Asher, den ich liebte, hatte einen verwegenen Charme besessen. Ein rohes, ungezähmtes Feuer in den Augen. Als ich in ihn verliebt war, hatte er noch dieses jungenhafte, jugendliche Aussehen an sich. Und jetzt – jetzt sah er älter aus. Weiser. Stärker.

Er war unwiderstehlich ...

Es lag in der Art, wie er sich bewegte. In der stillen Autorität in seiner Stimme. Es lag in der Art, wie sein maßgeschneiderter Anzug saß. Wie seine Kinnpartie mit der Zeit härter geworden war.

Das war die bessere Version von ihm. Und irgendwie tat das noch mehr weh.

Er alterte wie edler Wein. Ich wusste immer, dass er von Tag zu Tag noch attraktiver werden würde. Ich fühlte mich einfach schlecht, dass ich nicht mehr diese Frau für ihn war.

Asher starrte mich immer noch an. Er sagte nichts. Ich konnte seinen Gesichtsausdruck nicht deuten. Ich entschied mich für den einfacheren Weg. Worte sprudelten aus mir heraus ...

„Hey, Asher. Ist es fünf oder vier Jahre her? Wie geht es dir? Wie ist es dir ergangen?“

Er starrte mich nur an. Ich redete einfach weiter. Die Worte sprudelten nur so aus mir heraus.

„Du bist jetzt Pate. Das ist schön. Glückwunsch. Wann ist das passiert?“

Er zog eine Augenbraue hoch.

„Ja, ich bin nicht mehr in dieser Welt. Aber ich freue mich so, dass du weitergezogen bist. Verheiratet und alles. Das ist so schön. Ich freue mich so, dass du glücklich bist.“

Ich wusste nicht, warum ich weiterredete.

Er starrte mich immer noch an. Ich begann zu schwitzen. Ein Gedanke kam mir. Vielleicht erkannte er mich nicht einmal. Vielleicht hatte er einfach Mitleid, als seine Männer oder Bekannten mich berührten. Ich glaubte nicht, dass er sich an mich erinnerte.

Ich lachte unbeholfen. „Du erinnerst dich wahrscheinlich nicht einmal, wer ich bin ... Aber danke, dass du mir da rausgeholfen hast. Wenn es dir nichts ausmacht, hole ich dir einfach deine Bestellung.“

Ich wollte mich gerade umdrehen und gehen. Da stand er auf. Ich war wie angewurzelt. Er erhob sich zu seiner vollen Größe.

Groß. Mächtig.

Seine Präsenz erfüllte den Raum. Und zum ersten Mal seit fünf Jahren fühlte ich es – seine überwältigende Präsenz.

Er war so imposant. So beherrscht. So heiß.

Oh mein Gott. Ich war völlig überfordert.

Mein Körper verriet mich.

Fünf Jahre. Fünf Jahre Dürre. Keine Berührung. Keine Hitze. Nichts als Erinnerungen daran, wie es war, ihn zu haben – seinen Körper, seine Hände, seinen Mund.

Und nun, ihn zu sehen. Ihn dabei zu beobachten, wie er auf mich zukam. Genau zu wissen, wozu er fähig war ... Es war ein Kampf, hier zu stehen und unberührt zu wirken.

Er bewegte sich zielgerichtet. Er strotzte vor Selbstbewusstsein. Als er vor mir stehen blieb, musste ich meinen Kopf in den Nacken legen, um seinem Blick zu begegnen. Er war viel zu groß.

Da sah ich es – die Wut. Das Feuer. Die Kälte, die in seinen dunklen Augen lauerte.

Dann erschien ein langsames Grinsen auf seinen Lippen.

„Oh, ich erinnere mich an dich, Ariella Costa. Ich erinnere mich an dich, so klar wie der helle Tag.“

Seine Stimme jagte mir einen Schauer durch den Körper.

Vor fünf Jahren hatte Asher Romano mir ein Versprechen gegeben. Er hatte versprochen, ich würde es bereuen, mein Versprechen gebrochen zu haben. Sein Herz gebrochen zu haben.

Und heute hatte ich das Gefühl, direkt in seine Falle getappt zu sein.

Seine nächsten Worte waren grausam. Spöttisch.

„Die Leute zu Hause denken, du bist vor fünf Jahren gestorben. Deine Eltern haben bereits um dich getrauert. Sie arbeiten wahrscheinlich daran, zu vergessen, dass du je existiert hast.“

Ich schluckte schwer.

Es war nicht das, was ich tun wollte. Aber es war das, was ich tun musste.

„Dieses Feuer in deinem Haus zu legen, war perfekt“, fuhr er fort. Seine Stimme war scharf. Tödlich.

„Aber vor mir kannst du niemals weglaufen, Ariella. Ich wusste, ich würde dich finden und meine Rache bekommen.“

Mein Körper spannte sich sofort an. Die Art, wie er mich ansah – mit ungefiltertem, rohem Hass ... Ich sollte verängstigt sein.

Nein, ich war verängstigt.

Denn jetzt hatte ich mehr als nur mich selbst, woran ich denken musste. Ich hatte einen Sohn. Er kannte niemanden außer mir. Einen Sohn, der mich brauchte.

Ich durfte nicht sterben.

„Bitte ... bring mich nicht um.“

Die Worte rutschten mir als gebrochenes Flüstern heraus. Meine Stimme zitterte. Mein ganzer Körper bebte.

Doch statt zu antworten, hob Asher eine Hand. Ich zuckte zusammen und schloss die Augen.

Zu meinem absoluten Entsetzen berührte er mich. Langsam. Sanft. Fast zärtlich.

Seine Finger streichelten meine rechte Wange mit einer Weichheit, die ein unwillkürliches Zittern durch meinen Körper jagte.

Ich wusste nicht, ob es Angst war oder etwas völlig anderes. Ich wusste nicht, ob ich das wirklich wissen wollte.

Ein boshaftes Lachen entkam seinen Lippen. Dunkel und wissend.

„Warum sollte ich jemanden umbringen wollen, der so schön ist wie du, Ariella Costa?“

Seine Stimme war spöttisch. Darunter lauerte Gefahr.

„Du hast diese Schönheit, die Männer gefangen nimmt, nicht wahr? Es gab viele nackte Frauen in diesem Raum. Aber in der Sekunde, in der du hereinkamst, verloren die Männer die Kontrolle. Sie wollten ein Stück von dir. Sie wollten dich besitzen.“

Seine Finger glitten mein Kinn entlang und hoben es an.

„Ohne zu ahnen, dass du bereits mein bist..“

Ich schluckte schwer, mein Atem stockte in meiner Kehle.

Er entfernte sich und ließ sich mit Leichtigkeit in einem Sessel nieder. Er knöpfte seinen Mantel auf, lehnte sich zurück, spreizte seine Beine wie ein König – und das war er zweifellos.

Und dann wurde seine Stimme tödlich.

„Von nun an, Ariella Costa, bist du mein, um dich zu benutzen. Mein, um mit dir zu spielen. Mein, um mit dir zu tun, was mir gefällt.“

Die Worte trafen mich wie ein Schlag.

„Dein Körper gehört mir. Dein Geist gehört mir. Deine Seele gehört mir.“

Er grinste, seine dunklen Augen bohrten sich in meine.

„Ich besitze dich.“

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